Irlands Natur

Waterfords Küste: Bizarre Felsformationen und einsame Weiten

Waterfords Küste
Written by Nadja Uebach

Schritt für Schritt geht es am Rand der Klippen entlang, der Blick fest auf den steinernen Abgrund gerichtet; vor dem sich ein beeindruckendes Küstenpanorama erstreckt. Waterfords Küste im Süden der Grünen Insel ist zwar nicht so sehr von der Gewalt des Atlantiks gezeichnet wie die Westküste; hat allerdings mit zahlreichen Felsformationen, endlos erscheinenden Sandstränden und versteckten Buchten ihren ganz eigenen sehenswerten Charakter. Hinzu kommt eine spannende Geschichte, die unter anderem durch Überbleibsel jahrhundertelanger Kupfergewinnung an vielen Stellen bis heute spürbar ist.

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Ardoginna Head, Ballinamona

Wexfords Küste

Whiting Bay, Co. Waterford, Irland © Chris Hill, Tourism Ireland

Etwa zwölf Kilometer nachdem man bei Youghal die Countygrenze von Cork nach Waterford hinter sich gelassen hat; geht es an der Whiting Bay an den ersten malerischen Sandstrand der Grafschaft. Vor dem felsigen Panorama der Landzunge Ardoginna Head erstreckt sich der goldgelbe Sand in einer geschützten Bucht. Unabhängig von den Wetterverhältnissen, lässt es sich hier einwandfrei entspannen und im Sommer sogar schwimmen.

Über schmale enge Straßen geht es weiter an der Küste entlang, bis man schließlich einen kleinen Parkplatz in der Nähe von Goats Island erreicht. Die einsame Bucht unterhalb der Landzunge zaubert mit dem sanften Sand, den karstigen Felsen sowie unzähligen Seehöhlen eine geheimnisvolle Atmosphäre, die den Alltag in weite Ferne rücken lässt. Hier lohnt es sich, auf die Klippen zu steigen und dem dortigen Trampelpfaden in die Einsamkeit der rauen Natur zu folgen. Besonders unter der Woche sowie früh morgens oder spät abends hat man diesen Ort meist für sich allein. Es gilt: Tief durchatmen und Kraft tanken!

  • Extra-Tipp: Wer von irischen Ruinen nicht genug bekommen kann, sollte sich McKenna Castle in der Nähe von Ardo nicht entgehen lassen. Die ehemalige Festungsanlage, um die sich zahlreiche Legenden und Spukgeschichten ranken, befindet sich auf Privatgrund. Daher unbedingt bei der angeschlossenen Farm um Erlaubnis bitten, bevor man diesen mystischen Ort erkundet.

Ardmore Head & Coast

Der Küstenort Ardmore zieht besonders mit seiner alten Kirchenanlage und dem imposanten Rundturm zahlreiche Besucher an. Immerhin gelten Declan’s Cathedral und der Ardmore Round Tower zu den bedeutendsten historischen Schätzen ihrer Art in Irland und Großbritannien.

Allerdings punktet Ardmore nicht nur mit seiner allgegenwärtigen Geschichte, sondern ebenso mit seiner Küstenlandschaft. Besonders sehenswert ist der Abschnitt rund um den Ardmore Head, der über den gleichnamigen Cliff Walk zu Fuß entdeckt werden kann. Dafür kann das Auto am Cliff House Hotel abgestellt werden. Von dort folgt man zunächst der Straße und anschließend einem Trampelpfad in Richtung Osten auf die Klippen. Dabei geht es, unter anderem an St. Declans Well und dem Wrack des Kranschiffs Samson vorbei. Gemeinsam mit den grandiosen Weitblicken über die felsige Küste und den Horizont, hat der Klippenweg von Ardmore damit jede Menge zu bieten. Für die vier Kilometer lange Wanderung sollte man mindestens eineinhalb Stunde einplanen und je nach Wetterlage feste Schuhe und Regenkleidung dabei haben.

Waterfords Küste

Ardmore Cliff Walk / Courtesy Liam Murphy

Wer es lieber etwas ruhiger angehen lassen möchte, hat auf dem kilometerlangen Sandstrand von Ardmore ausreichend Gelegenheit dazu. Während sich das südliche Ende des Küstenstreifens besonders in den Sommermonaten schnell mit Erholungssuchenden Meerfans füllt; hat man den Strand und die sanfte Brandung weiter nördlich meist fast für sich. Mit den Füßen im Sand und dem Blick auf die seichten Wellen gerichtet beginnt die Seele ganz von allein zu baumeln.

Helvick Head, Ballygarvan

Obwohl man die knapp 25 Kilometer zwischen Ardmore und dem Helvick Head in der nähe von Ringville über die Schnellstraße N25 in knapp 25 Minuten zurücklegen könnte; empfiehlt es sich stattdessen den kleineren Straßen zu folgen, die sich an der Küste entlangschlängeln. Hier erhält man zahlreiche Gelegenheiten, das Auto abzustellen und die spektakuläre Aussicht zu genießen!

Am malerischen Küstenabschnitt rundum den Helvick Harbour kann das Auto am Ende der kleinen Landzunge abgestellt werden. Hier gilt es entweder das geschäftige Treiben des beschaulichen Fischerhafens zu beobachten oder einem unbefestigten Weg zu einer versteckten Badebucht zu folgen. Die Bucht ist von Klippen und Felsen eingefasst und lädt an warmen Tagen zum Verweilen, Schwimmen und Picknicken ein.

Etwa einen Kilometer westlich des Hafens lohnt es sich, die Küstenstraße auf Höhe des Ocean View Bed & Breakfasts zu verlassen. Entweder folgt man dieser Straße mit dem Auto bergauf, oder lässt das Fahrzeug am Straßenrand stehen und geht zu Fuß. Nach etwa eineinhalb Kilometern hat man die Halbinsel überquert und das Meer kommt vor der Südküste erneut in Sicht. Von einer kleinen Parkbucht aus bietet sich einem ein gigantischer Panoramablick, der die grün-blaue Farbenpracht von Waterfords Küste auf spektakuläre Weise miteinander vereint!

Waterfords Küste: Dungarvan Bay

Waterfords Küste

Dungarvan, Co. Waterford, Irland / Courtesy of Luke Myers

Dungarvan ist nach Waterford City und Tarmore die drittgrößte Gemeinde der Grafschaft. Damit hat der Küstenort eine unglaublich gute Infrastruktur sowie Unterkünfte, Restaurants und gemütliche Pubs zu bieten. Neben den urbanen Vorzügen, muss sich auch die Küstenlandschaft der weitläufigen Bucht ebenfalls nicht verstecken.

Die Mündung des Flusses Brickey hat hier einen ganz besonderen Naturraum geschaffen. Dazu gehört allen voran die kilometerlange Sandbank Whitehouse Bank, die sich wie das heimliche Wahrzeichen der Dungarvan Bay vom Fuß der Ringville Halbinsel bis vor die Ostküste der Gemeinde durch das Blau des Meeres zieht. Besonders bei Vogelliebhabern ist die Landschaft des natürlichen Stegs ein beliebtes Ziel, um geschützte und seltene Vogelarten in Ruhe zu beobachten.

In Dungarvan selbst steht ein Besuch in der Burgruine auf dem Programm. Die dicken Mauern der Normannenburg aus dem frühen 13. Jahrhundert ziehen sich entlang der Davitt’s Quay und Enden am imposanten Tor in erstaunlich gut erhaltenen Rundbauten. Kurzfristig keine Lust mehr auf die Geräusche des Alltags? Dann geht es an den Abbeyside Strand, der die Südküste der Ortschaft markiert und ein ruhiges Kontrastprogramm zu den belebten Straßen der Gemeinde bietet.

  • Extra-Tipp: Dungarvan ist nicht nur ein besonders schöner Abschnitt entlang Waterfords Küste, sondern außerdem der Beginn des Waterford Greenway. Die 46 Kilometer lange Fahrradstrecke führt durch beeindruckende Landschaften und vorbei an historischen Sehenswürdigkeiten bis nach Waterford City.

Copper Coast

Copper Coast

Die Copper Coast zwischen Stradbally und Kilfarrasy ist nicht nur der bekannteste Küstenabschnitt der Grafschaft, sondern sicherlich auch der spektakulärste. Grund dafür ist die Zusammensetzung des Gesteins, das hier überwiegend aus Kupfer besteht.

Während die unzähligen versteckten Buchten bis ins 19. Jahrhundert vor allem von Bergleuten aufgesucht wurden, um das begehrte Metall abzubauen; sind sie mittlerweile zu einem Zufluchtsort für Naturfreunde, Fotografen und Ruhesuchende geworden. Auf einer Länge von insgesamt 25 Kilometern wartet beinahe hinter jeder Wegbiegung ein anderer felsiger Strand, ein besonders zerklüfteter Klippenabschnitt oder ein weiterer skurriler Felsturm, der aus der Keltischen See ragt. Zu den Buchten, die man auf keinen Fall verpassen sollte, gehören:

  • Ballydowan Beach, wo man neben den spektakulären Felsformationen zudem noch die alten Bergbauschächte bestaunen kann.
  • Trá na mBó, von wo sich ein imposantes Küstenpanorama aus Klippen und Seenadeln erstreckt, das schon beinahe außerirdisch wirkt.
  • Bunmahon Stage Cove, die von alten Schächten und Ruinen des Bergbaus geprägt wird und vom Klippenrand mit einem malerischen Ausblick wartet.
  • Benvoy Beach, der mit dem goldgelben Strand, den steilen Abhängen und den skurrilen Felsformationen ein beliebter Badeort und Naturschauplatz in einem ist.
  • Kilfarrasy Beach, der das Ende der Copper Coast markiert und noch einen letzten gigantischen Blick auf die für den Küstenabschnitt typischen kupferfarbenen Klippen und Felsen erlaubt.

 

  • Extra-Tipp: Nur wenige Kilometer weiter, wartet mit Tramore nicht nur die zweitgrößte Ortschaft an Waterfords Küste, sondern auch einer der beliebtesten und sichersten Badestrände der Region.

Waterfords Küste: Dunmore East

Waterfords Küste

Dunmore East, Co. Waterford, Irland © Chris Hill, Tourism Ireland

Die letzte Landzunge der Grafschaft punktet mit mehreren sehenswerten Orten und Küstenabschnitten. Im Westen lohnt sich ein Besuch des Brownstown Head. Dazu folgt man der Straße von Corbally immer geradeaus, bis an ihr Ende, wo das Auto am Straßenrand abgestellt werden kann. Zu Fuß geht es über die Felder an den Rand der Klippen, der von zwei Türmen markiert wird. Der Rundumblick zurück zu der zerklüfteten Copper Coast im Westen; sowie der Küstenlinie im Osten ist besonders im goldenen Licht der untergehenden Sonne ein Anblick, den man so schnell nicht vergessen wird.

Weiter im Osten steht ein Zwischenstopp an der Ballymacaw Cove an. Die beschauliche Bucht lädt mit ihren Felsen und Höhlen zu einer kleinen Erkundungstour ein. Zudem befindet sich hier das westliche Ende des Dunmore East Cliff Walks. Die acht Kilometer lange Küstenwanderung verläuft direkt am Rande der Klippen und bietet dabei hinter jeder Wegbiegung eine weitere gigantische Aussicht. Für die gesamte Strecke sollte man mindestens zweieinhalb Stunden einplanen. Besonders an nassen Tagen sind feste Schuhe und wetterfeste Kleidung ein Muss! Wer keine Zeit für die ganze Wanderung hat, kann sich natürlich auch nur eine Teilstrecke vornehmen. Hier lohnt sich der Abschnitt, der in der Nähe des Hafens von Dunmore East beginnt und sich am Klippenrand entlangschlängelt. An klaren Tagen erstreckt sich der Ausblick von hier bis zu dem ikonischen Leuchtturm auf der benachbarten Hook Head Halbinsel im County Wexford.

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Über den Autor

Nadja Uebach

Da ich seit 2008 auf der grünen Insel lebe, bedeutet Irland für mich in erster Linie Alltag. Wenn ich nicht mit meinem Laptop bewaffnet in einem Café oder Zuhause sitze und schreibe, findet man mich höchstwahrscheinlich mit meinen drei Kindern am Strand. Die Natur, die Kultur und insbesondere die Menschen sorgen dafür, dass sich in unseren Alltag immer wieder ein bisschen Magie einschleicht. Diese besondere irische Alltagsmagie versuche ich in meinen Texten in Worte zu fassen.

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