Irland Kultur

Das Kilkenny Arts Festival

Written by Jessica Jirschik

Eines steht fest: die Iren können feiern wie kein anderes Volk in dieser Welt. Das Kilkenny Arts Festival untermauert diese Aussage eindrucksvoll mit Musik und Tänzen auf den Straßen, großen Orchestern in den Kirchen und mitreißenden Theaterstücken in den Parks der Stadt. Es ist etwas, das man hautnah miterlebt haben muss, um es verstehen zu können, dennoch geben wir Euch kleine Einblicke aus dem letzten Festivaljahr.

Ein Festival zwischen Tradition und Moderne

Das Kilkenny Arts Festival wurde im Jahr 1974 von einer Gruppe Liebhaber der klassischen Musik gegründet und umfasste damals neben der klassischen Musik Performance und Dichtkunst. Der Dramatiker Seamus Heaney las zur Eröffnungsfeier des Festivals aus einem seiner Werke vor.

Photo by Tourism Ireland

Seitdem zog jeden August für zehn Tage die Kunst durch Kilkennys Straßen und brachte sie den Menschen näher. Das Spektakel wurde von Jahr zu Jahr bunter und größer. Irische und internationale Künstler schlossen sich begeistert dem Treiben an.

Es sprach sich schnell herum, was die Stadt am Ende des Sommers veranstaltete und das Festival gewann rasend schnell an Beliebtheit. Heute zieht es mehr als 50.000 Besucher aus aller Welt an und ist damit eine wichtige Einnahmequelle für Kilkenny geworden.

Seit dem Jahr 2016 umfasst die Veranstaltung Theater, Tanz, bildende Kunst sowie andere Musik- und Literaturformen. Die Aufführungen und Konzerte verteilen sich über die ganze Stadt. Sie finden teilweise hinter eindrucksvollen Kulissen wie Kilkenny Castle oder in der St. Canice Cathedral statt.

Seit einigen Jahren bereichert The Marble City Sessions das Festival. Sie ist eine genreübergreifenden Reihe einzigartiger musikalischer Kollaborationen des großen irischen Geigenspieler und Artist-in-Residence Martin Hayes.

Das Kilkenny Arts Festival 2022/21

  • 2022 findet das Kilkenny Arts Festival vom 04. bis zum 14. August statt

Auch im letzten Jahr fand trotz der Herausforderungen der COVID-Krise das bunte Treiben in den Straßen Kilkennys statt. In schweren Zeiten ist es umso wichtiger, die Menschen mit Kunst und Kultur zu erfreuen und die hiesigen Künstler zu unterstützen. Die Veranstalter des Festivals meisterten die Herausforderungen, vor denen sie standen mit Bravour.

Bester Beweis dafür ist das unglaublich schöne Orchesterstück von Muireann Nic Amhlaoibh and Irish Chamber Orchestra, das zwischen den alten Mauern der eindrucksvollen St. Canice Cathedral ertönte. Die liebliche Stimme der Sängerin Róisín Reimagined hallte eindrucksvoll durch die mittelalterliche Kirche.

Auch die verstorbenen Künstler bringen die Festivaltage zurück in die Stadt. Wie den berühmten irischen Autor Samuel Beckett. Das audio-kinematische Erlebnis „WAS IST DAS WORT?“ bietet eine Reise in die seltensten gespielten Werke Becketts.

Photo by Tourism Ireland

Auch die Ruine der St. Francis Abbey im Herzen von Irishtown wurde Dank der Musik von Peter Power und Michael Gallen wieder zum Leben erweckt. Das preisgekrönte Kreativteam um Power erschuf ein Multi-Medien-Live-Theater, das mit Klang und Licht seine Zuhörer verzauberte.

Unzählige weitere einzigartige Kunstbeiträge bereicherten bisher das Kilkenny Arts Festival. Alle Beiträge aus dem letzten Jahr findet Ihr auf der offiziellen Website der Veranstalter. Dort wird in den kommenden Monaten auch das Rahmenprogramm für 2022 bekanntgegeben.

Fazit

Es lohnt sich in jedem Fall, seinen Irlandaufenthalt rund um die Festivaltage zu planen. Zwischen einem knallbunten Festumzug durch die mittelalterlichen Straßen Kilkennys und einem romantischen Nachmittag im Butler House Garden lernt Ihr Irland von einer Seite kennen, wie Ihr es noch nie erlebt habt.

Über den Autor

Jessica Jirschik

Wenn es wahr ist, dass wir schon einmal gelebt haben, dann war mein Zuhause definitiv Irland. Seit meiner Jugend zog mich ein undefinierbarer Sog auf die Grüne Insel, doch erst 2017 konnte ich meinen Traum, einer Irlandrundreise wahrmachen. Seitdem ist der Sog nur noch stärker geworden. Wenn es regnet, denke ich an Irland. Im Pub kann es für mich nur Guinness sein. Laute Musik, Geschichten und Gesseligkeit gehören für mich zum Glücklichsein. Im Herzen bin ich eine waschechte Irin.

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