Natur in Irland

Irlands Vegetation – 10 typische Pflanzen in Irland

Wicklow Way Wandern Dublin, Irlands Vegetation Mountains
Neil Saad
Written by Neil Saad

Irlands Vegetation und Natur ist für viele Irlandreisende wohl einer der wichtigsten Gründe, Irland einen Besuch abzustatten. Bei einer Rundreise über die irische Insel kann man die weiten, grünen Landschaften, die Irland so besonders machen, genießen. Durch die dünne Besiedlung und ein günstiges Klima breiteten sich über die Zeiten viele Pflanzen wild über die irische Insel aus. Darunter befinden sich einige, die überall in Irland zu finden sind. Wiederum andere prägen bestimmte Regionen. In diesem Artikel stellen wir Euch neun Pflanzen vor, die typisch für die Vegetation in Irland sind.

1. Der Weißdorn: Irlands magischer Baum

Zu den mythologisch bedeutendsten Bäumen Irlands gehört der Weißdorn (botanisch: Crataegus monogyna). Der Weißdorn, so heißt es, ist der Baum der irischen Feen. Deshalb halten die Iren die Baumart bis heute hoch in Ehren. Tatsächlich befinden sich viele Weißdorn-Bäume in der Nähe von mystischen Orten wie Steinkreisen und steinzeitlichen Grabstätten. Bis heute hält sich eine Tradition, bei der die Menschen kleine Gegenstände in die Kronen hängen. In Irland wird ein solcher Baum auch Rag Tree genannt. Verbunden mit einem persönlichen Wunsch, hoffen sie so auf die Gunst der Feen. Zudem finden sich Weißdorn-Bäume oftmals als einzelner Baum auf offenen Flächen. Dort, wo aufgrund von zu viel Wind und Regen kaum ein Baum wächst, trotzt der Weißdorn tapfer den Widrigkeiten. Dabei erhält seine Krone durch den langen Einfluss der Witterung eine bizarre Form. Daher stammt ihre landläufige Bezeichnung: Windy Tree.

Irlands Vegetation Windy

“Windy Tree”: Ein Weißdorn hält sich inmitten von Farn (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

2. Das Kleeblatt: Irlands nationales Symbol

Der dreiblättrige Klee (botanisch: Trifolium) ist die Pflanze, die eine starke Assoziation mit Irland hat. Tatsächlich wächst Klee nahezu überall auf der Grünen Insel. Angeblich nutzte der Heilige St. Patrick die drei Blattfiedern des Kleeblatts, um den heidnischen Iren die Heilige Dreifaltigkeit zu erklären. Aus diesem Grund hat das irische Kleeblatt drei Blätter und nicht derer glücksbringende vier. Zudem taucht das Shamrock als Symbol überall im Alltag auf. Sowohl als Logo der staatlichen Fluggesellschaft Aer Lingus als auch als Namensteil des Fußballvereins Shamrock Rovers. Eine Ausnahme bildet der schottische Fußballverein Celtic Glasgow. Der irischstämmige Verein wechselte 1938 das dreiblättrige Kleeblatt in seinem Vereinswappen zu einem vierblättrigen. Warum, kann heute niemand mehr sagen. Hier lest Ihr mehr zu Irlands Kleeblatt.

irlands kleeblatt

Das irische Kleeblatt

3. Die Fichte: Verbreitetster Baum in Irlands Vegetation

Die irische Insel ist vergleichsweise waldarm. Lediglich elf Prozent der Landmasse sind mit Wald bedeckt. Damit ist Irland das am geringsten bewaldete Land innerhalb der Europäischen Union. Dabei dienen viele dieser Wälder kommerziellen Zwecken. Waldbesitzer pflanzen schnellwüchsige Bäume an. Anschließend verkaufen sie das Holz an die Holzindustrie. Der verbreitetste Baum für die kommerziellen Wälder ist die Fichte. Insbesondere die Sitka-Fichte (botanisch: Picea sitchensis) ist beliebt. Dicht an dicht stehen diese Fichten vor allem an Berghängen. Dort bilden sie undurchdringliche und dunkle Wälder. Als künstliche Anpflanzungen zeichnen Fichtenwälder oftmals geometrische Muster in die sonst wilde Landschaft. Die Sitka-Fichte stammt aus Nordamerika und gilt als sehr schnell wachsend. Dennoch dauert es 35 Jahre, bis die Bäume erntereif sind. Wanderer, die Forstwege nutzen, kennen den einmaligen Geruch, den geschlagenes Fichtenholz am Wegesrand verbreitet.

Wicklow Way Wandern Moyne Shillelagh Tinnahely

Fichtenwald entlang des Wicklow Way. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

4. Lang lebe die Eibe

Die Eibe (botanisch: Taxus baccata) zählt zu den heimischen Gehölzen in Irlands Vegetation. Sie kam früh nach der letzten Kaltzeit auf die irische Insel. Als langlebiger, immergrüner Baum hatte die Eibe in der Vergangenheit einen hohen Stellenwert bei den Iren. Sie galt als heiliger Baum. Deshalb stand sie in den irischen Gesetzen, den Brehon Laws, unter besonderem Schutz. Die ältesten Eiben auf der Grünen Insel stehen im Park von Crom Castle in der Grafschaft Fermanagh, am Maynooth College und an der Muckross Abbey. Diese Bäume haben ein Alter zwischen 600 und 800 Jahren. Daneben sind Eiben heute zentraler Bestandteil von Friedhöfen. Dabei prägt insbesondere die säulenartige Kulturform Taxus baccata ‘Fastigiata’ diese Ruheorte.

Glendalough Eiben

Heilige Eiben in Glendalough. (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

5. Die Heide: Eine prägende Pflanze von Irlands Vegetation:

Die Heide (botanisch: Calluna vulgaris) trägt einen großen Teil zur Schönheit von Irlands Vegetation bei. Sie ist wesentlicher Teil der Pflanzenwelt von Irlands Deckenmooren. Diese besonderen Moore bedecken große Teile der irischen Berge. Dabei kommt es im Sommer zu einem wunderschönen Schauspiel. Das Heidekraut beginnt zu blühen. In der Folge entsteht ein Blütenteppich, der ganze Berghänge in rosarote Farbe taucht. Jedoch ist die Heide nicht nur ein visuelles Erlebnis für den Menschen. Wer beim Wandern durch die wilde Heide streift, trifft dort auf eine große, tierische Vielfalt.

Wicklow Mountains

Heidelandschaft in den Wicklow Mountains (Foto: Neil Saad)

6. Der Adlerfarn

Eine weitere landschaftsprägende Pflanze ist der Farn. Ähnlich wie die Heide besiedelt insbesondere der Adler-Farn (botanisch: Pteridium aquilinum) riesige Flächen in den irischen Bergen. Mit einer Wuchshöhe von bis zu zweihundert Zentimetern entstehen dichte, waldartige Kolonien. Jedoch macht dies den Farn auch zu einem unliebsamen Gefährten. Durch seine Neigung zur Ausbreitung und seinen dichten Wuchs verdrängt er andere Flora. Dies führt zu einer geringeren Biodiversität in Irlands Vegetation der Berge.

Vegetation in Irland

Bild von jhenning auf Pixabay

7. Der Rhododendron: Invasion in Irlands Vegetation

Das späte Frühjahr gilt als einer der schönsten Zeitpunkte für eine Reise nach Irland. Die Rhododendron-Blüte ist ein Argument, das für diese Jahreszeit spricht. Wenn von Ende April bis in den späten Mai die Rhododendren ihre Pracht zeigen, geht so manchem Irland-Reisenden das Herz auf. Der Rhododendron schaffte es bereits früh in die Gärten der irischen Herrenhäuser. Vielerorts befinden sich regelrechte Sammlungen, die über das Frühjahr in verschiedenen Farben blühen. Jedoch hat ein Vertreter der Rhododendron auch einen sehr schlechten Ruf in Irland. Dabei ist die Art Rhododendron ponticum als Einzige invasiv. Als Gartenflüchtling hat sie insbesondere im Südwesten der Grünen Insel die freie Landschaft erobert. Sie bildet dichte Wälder und verdrängt alle anderen Pflanzen.

Irland Rhododendron

Wunderschön, aber ganz schon eroberungsfreudig – der Rhododendron in Irland

8. Die wunderschöne Fuchsie

Deutsche Gartenliebhaber schätzen sie und wünschen sich, ihre Pflanzen wüchsen in hiesigen Gefilden so, wie in Irland: Die Fuchsie (botanisch: Fuchsia). Doch während diese auf irischem Grund unaufhaltsam wachsen, bleiben sie in den hiesigen Gefilden aufgrund der kalten Winter klein und benötigen Schutz. Dabei ist eine Fuchsien-Hecke, wie sie in Irland häufig gepflanzt werden, ein wahrer Gärtnertraum. Insbesondere im Sommer, wenn die vielen glockenförmigen Blüten die Pflanzen behängen, kennt die Begeisterung keine Grenze.

Fuchsien Irland

Wilde Fuchsien besiedeln einen Bachlauf (Foto: Neil Saad)

9. Die (ebenfalls) wunderschöne Montbretie

Ähnlich wie die Fuchsie verhält es sich mit der Montbretie (botanisch: Crocosmia). Als Gartenflüchtling hat sie sich längst abseits der umfriedeten Gärten ausgebreitet. Klassisch findet man sie entlang von Straßen und Wegen, wo sich ihre roten Blüten im Sommer farblich abheben. Jedoch anders als die Fuchsia lässt sich die Montbretie als Andenken auch in Deutschland halten. Dabei eignen sich ihre Knollen gut zur Überwinterung. Somit erhält die Montbretie die Erinnerungen an die letzte Irland-Reise auch über mehrere Jahre.

Montbretien Irland

Montbretien am Wegesrand (Foto: Neil Saad)

1o. Strandhafer: Der Dünen-Bewohner

Irlands Küsten weisen mit die schönsten Strände der Welt auf. Auffälliges Merkmal dieser maritimen Regionen sind die oft meterhohen Dünen. Auf diesen fühlt sich der Strandhafer (botanisch: Ammophila arenaria) zuhause. Während sich viele Menschen fragen, wie er zwischen den Sandkörnern und dem ständigen Wind ausgesetzt glücklich wird, zeigt er sich als besonders wichtiger Dünen-Bewohner. Denn tatsächlich halten seine Halme und Wedel den vom Wind aufwirbelnden Sand auf. Dadurch sammelt sich dieser um die Halme anstatt sich zu verteilen. Zudem festigen die Wurzeln den Untergrund. Somit ist der Strand-Hafer ein wichtiger Bewohner der Dünen, denn er hält das fragile Gebilde einer Düne zusammen. Deshalb sind Dünen auch nur mit Vorsicht zu betreten. Und besonders auf das Wohlergehen des Strandhafers müssen Strandbesucher besonders achten.

Strandhafer Irland

Dünenlandschaft mit Strandhafer (Foto: Yvonne Treptow-Saad)

Über den Autor

Neil Saad

Neil Saad

Nach Irland zieht es mich regelmäßig mehrmals im Jahr und zu jeder Jahreszeit. Besonders das Wandern in Irland hat es mir angetan und alleine oder mit meiner Familie erkunde ich zu Fuß die Gebirge und Wanderwege der grünen Insel. Aber auch auf klassischen Road Trips liebe ich es, Irland immer wieder neu zu entdecken. Dabei bevorzuge ich das Prinzip des Slow Travel, denn gerade in Irland ist weniger ganz oft so viel mehr. Mit der Liebe zur grünen Insel kam auch der Wunsch, über Land und Leute zu schreiben und möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen.

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