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St. Brigid’s Well in Liscannor

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Ina Brecheis
Written by Ina Brecheis

Eine der meistbesuchten und wohl auch bekanntesten als heilig geltenden Quellen Irlands ist die St. Brigid’s Well in Liscannor. Sie liegt nur wenige Autominuten südlich der berühmten Cliffs of Moher an einer eher unscheinbaren Straßenkreuzung. Dort, wo die L1548 in die R478 einmündet. Schon seit Jahrhunderten pilgern Menschen an diesen Ort mit ihren Wünschen und Bitten um Genesung im Gepäck. Auch wenn man nicht religiös ist, so kann man doch spüren, dass von diesem Ort etwas Besonderes ausgeht; so als hätten ihn die Menschen mit ihren hierher gebrachten Hoffnungen in einer Weise aufgeladen.

St. Brigid’s Well oder doch St. Brigid’s Bad?

Die berühmte Quelle der Heiligen Brigid oder Brigida war für die Bewohner der abgelegenen Aran Inseln und der Umgebung ein sehr besonderer Pilgerort und sie nannten ihn “Dabhach Bhride”. Übersetzt bedeutet dies das Bad der Heiligen Brigida. Hier wurde immer am 1. Februar und am 14. August eine besondere Zeremonie abgehalten, die ganz eigenen Regeln folgte.

Zuerst wurde vor der Quelle ein Gebet gesprochen. Dann wurde die Statue der Heiligen Brigida fünfmal umrundet, sodass sie zur rechten Seite des Pilgers lag. Daraufhin wurde der kleine Garten ebenfalls fünfmal umgangen. Nun musste das Kreuz hinter der Statue fünfmal umrundet und geküsst werden, erst dann konnte man der Heiligen Brigid seinen Wunsch oder seine Bitte vorbringen. Der berühmte blinde Balladensänger, John Haran, sang einst:

There is not in my travels a scenery so sweet,  As the hill in whose bosom the pilgrims do meet.

Über all die Jahre, in denen die Menschen bis heute zur Quelle pilgern, hat sich der schmale Gang zur heiligen Quelle gefüllt mit unzähligen Heiligenfiguren, Rosenkränzen, Bändern, Bildern und Amuletten. Es gibt eine Legende, wonach dem besonderes Glück ins Haus steht, der in der St. Brigid’s Well einen Aal erspäht.

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Der Zugang zur Quelle; © gruene-Insel.de

Die keltischen Ursprünge der St. Brigid

Unweit der St. Brigid’s Well befindet sich ein kleiner Friedhof. Hier sollen sieben mythische Könige Irlands uns herausragende Clanführer in allen Ehren bestattet worden sein. Das spricht dafür, dass der Ort schon lange vor der Christianisierung Irlands einen besonderen Stellenwert hatte. Und in der Tat gibt es eine keltische Heilige, die wohl eine Vorgängerin der christlichen Brigida war. Das erstaunt nicht, denn oft planzten die missionierenden Mönche den christlichen Glauben einfach über “heidnische” Heilige und Bräuche.

Die keltische Brigid wurde von den Kelten als Tochter der Muttergöttin und Tochter des mächtigsten Hochkönigs der Tuatha Dé Danann, Daghda, verehrt. Ihr keltischer Name „Breo-Saighit“ bedeutet übersetzt etwa “glänzender” oder “flammender Pfeil”. In der keltischen Mythologie ist sie eine Göttin des Feuers, Schutzgöttin der Heiler, der Dichter und der Schmiedekunst. Sie wurde als Göttin der Weisheit verehrt und war Beschützerin der Frauen, der Säuglinge und der Familie.

Verehrt wurde die Göttin Brigid von den Kelten an Imbolc im Februar, wenn nach dem keltischen Kalender der Frühling beginnt, den Brigid bringt.

Über den Autor

Ina Brecheis

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

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