Irische Mythologie Kultur

Keltische Göttinnen

keltische Göttinnen
Avatar
Written by Ina Brecheis

Die Glaubenswelt der Kelten war reich an Gottheiten, die ganz selbstverständlich Teil des alltäglichen Lebens der Menschen waren. Ihnen wurde an heiligen Quellen gehuldigt, man feierte sie an bestimmten Festtagen im Jahr und bedachte sie mit ausgewählten Opfergaben. Viele der einflussreichen und mächtigen Gottheiten waren weibliche Göttinnen. Mit der Christianisierung und der Verehrung des einen (männlichen) Gottes verloren diese an Bedeutung. Über die Jahrhunderte gerieten sie in Vergessenheit; wurden gar dämonisiert. Teils endeten sie als Gruselgestalten, gerade gut genug für Schauermärchen für Kinder.

Es ist nicht leicht, im Nebel der Geschichte die einstige Bedeutung der keltischen Göttinnen zu fassen. Nur wenig ist überhaupt über die keltische Götterwelt bekannt. Vieles stammt aus der Feder römischer Chronisten und damit nur aus zweiter Hand. Andere Quellen sind die Beschreibungen christlicher Missionare, denen die “heidnischen” Gottheiten und Bräuche ein Dorn im Auge waren. Man kann ihnen also kaum unterstellen, dem keltischen Glaube mit Neugierde und Interesse begegnet zu sein.

Das sind die wichtigsten keltischen Haupt-Göttinnen, von denen wir heute wissen:

Dana – irische Muttergöttin

Dana, Danu oder auch Anu gilt als die irische Muttergöttin. Sie ist die Urmutter des irischen Göttergeschlechts der Tuatha de Danann. Übersetzt bedeutet dies die “Stämme von Danu”. In der keltischen Mythologie wird Dana als Göttin allen Lebens verehrt. Bei Killarney in der Nähe von Rathmore gibt es zwei Hügel, die als die beiden Brüste der Dana verehrt wurden. Auf den Hügeln befinden sich je eine aus Steinen aufgeschichtete Steinsäule.

Brüste von Danu

Und das sollen sie sein: die Brüste von Dana; by Gerard Lovett from ireland [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Brigid – keltische Göttin des Heilens, der Fruchtbarkeit und der Schmiedekunst

Brigid wird als Danas Tochter bezeichnet. Sie ist die dreifache Göttin der Fruchtbarkeit, der Schmiedekunst und des Heilens. Ihr Name entstammt dem keltischen Wort „Breo-Saighit“. Übersetzt bedeutet dies “glänzender oder flammender Pfeil”. Am Ende des langen, entbehrungsreichen Winters bringt sie Hoffnung, Licht und Leben. Zu keltischen Zeiten wurde sie zu Imbolc verehrt. Dieses keltische Mondfest fällt auf Anfang Februar und wurde später im christlichen Glauben zu Maria Lichtmess umgedeutet. Als ihr Zeichen gilt seither das aus Gräsern geflochtene St Brigid’s Cross.

Brigids Kreuz

Culnacreann [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], from Wikimedia Commons

Morrigan – irische Göttin der Schlacht

Morrigan, Nemain oder auch Badb ist die irische Göttin der Schlacht, zugleich keltische Göttin des Todes und des Schicksals als auch Göttin der gerechten Rache. Sie wird als schwarze Krähe oder auch majestätischer Rabe dargestellt. Ihr Erscheinen und ihr Krächzen kündigen den nahenden Kampf und den nahen Tod an. Vor der Schlacht erscheint sie auch als waschende Maid an einer Furt, an der sie die Kleider der Kämpfer im Wasser wäscht, die der Tod auf dem Schlachtfeld ereilen wird. Morrigan weist einige Ähnlichkeiten mit der irischen Todesfee, der Banshee auf. Letztere kündigt durch ihr Wehklagen den Tod eines Menschen an und geleitet ihn in das Reich der Toten. Die Banshee ist als Schauergestalt noch heute in der irischen Folklore sehr lebendig.

Tailtu – irische Festgöttin

Tailtu ist eine irische Erdgöttin. Sie taucht in der irischen Mythologie als die Amme des Sonnengottes Lugh auf. Sie behütet und umsorgt ihn im Knabenalter, bevor er das Schwert ergreifen kann. Als Tailtu starb, kam Lugh ihrem letzten Wunsch nach, sie in der Ebene zu begraben. Zu ihrem Gedenken trägt diese ihren Namen. Noch heute erinnert “Teltown” in der Grafschaft Meath an diese irische Gottheit. Zu Ehren von Tailtu rief Lugh das keltische Fest Lughnasadh ins Leben.

 

 

Über den Autor

Avatar

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

Kommentar hinterlassen