Irische Getränke

Whiskey und Whisky Geschichte – wer hat’s erfunden?

geschichte des irish whiskey
Ina Brecheis
Written by Ina Brecheis

Iren und Schotten wetteifern seit langem darum, wer es denn nun erfunden hat. In Irland, wo Whiskey mit einem zusätzlichen “e” geschrieben wird blickt man ebenso wie in Schottland auf eine lange Whisk(e)y Geschichte zurück. Auf Gälisch heißt Whiskey übrigens „uisce beatha“, was übersetzt „Wasser des Lebens“ bedeutet. Hier erfahrt Ihr mehr über die Whiskey bzw. Whisky Geschichte, die verschiedenen Herstellungsverfahren und, wie man Whiskey richtig trinkt. Denn dadurch zeichnet sich ein wahrer Kenner aus.

Whisky Geschichte wird geschrieben

Die Anfänge des Wasser des Lebens

Schotten und Iren sind sich uneins darüber, wer zuerst auf die Idee kam, Getreide zu destillieren und damit als Erfinder des Whiskeys1 in die Analen der Geschichte eingeht. Die Schotten führen als Vater des Whiskys den Benediktinermönch Jon Cor ins Feld, der im 15. Jahrhundert auf Befehl des Königs James IV das „Wasser des Lebens“ herstellte. Der Kauf von 1.200 Kilogramm Malz seitens Cors ist im Steuerregister verzeichnet und datiert auf 1494.

Die Iren berufen sich auf ihren Nationalheiligen St. Patrick und andere christliche Missionare, die im 5. Jahrhundert nach Christus auf der Grünen Insel ankamen. Mit im Gepäck: Gerätschaften zur Destillation und das Wissen, diese anzuwenden, kurzum: alles, was für die Whiskey-Herstellung nötig ist.

Gleich, wer nun der Erste war, das Wissen zur Destillation des Whiskeys lag zunächst in den Händen von Mönchen verschlossen hinter Klostermauern. Erst später machten sich Privatleute daran, selbst Whiskey herzustellen. In Irland erlangten 1608 die Destillerien in der Grafschaft Antrim im heutigen Nordirland von König Jakob VI die erste Lizenz. Als älteste Whiskeybrennerei Irlands gilt Kilbeggan.

Der Whisk(e)y wird populär

Im 18. und 19. Jahrhundert wuchs die Nachfrage nach irischem Whiskey stark an, denn die britische Oberschicht hatte das Getränk für sich entdeckt. Das führte dazu, dass es in Irland zeitweise knapp 3.000 Whiskeybrennereien gab. Nur ein verschwindend geringer Anteil davon brannte diesen legal. Als die Briten Steuern auf gemälzte1 Gerste erhoben, um den Preis für den irischen Whiskey in die Höhe zu treiben, begannen die Iren damit, gemälzte und ungemälzte Gerste zu mischen. Der Erfolg irischen Whiskeys war ungebrochen und er fand in den britischen Kolonien Westindiens und den USA reißenden Absatz.

Der große Einbruch kam durch verschiedene Ereignisse. In Irland setzte man Strafen auf illegales Schnaps- und Whiskeybrennen aus, außerdem gab es eine massive Anti-Alkoholbewegung, was zu einem drastischen Rückgang der Destillerien führte. In Schottland wurde ein neues Whiskey-Herstellungsverfahren eingeführt und neue Marken entstanden. Die schottischen Brennereien verstanden es, sich die Schwäche der irischen Konkurrenz zunutze zu machen.

Zu Beginn der 60er Jahres des 20. Jahrhunderts wurde quasi kein Irish Whiskey mehr exportiert. Erst in den letzten Jahren ist dieser auf dem Vormarsch. Seit 2014 hat sich die Anzahl der Destillerien verdoppelt.

Irish Whiskeysorten und -Marken

Irish Whiskey wird unterteilt in Single Malt Irish Whiskey, Grain Whiskey, Blended Irish Whiskey und Pot Still Whiskey. Ihnen gemein ist das dreifache Destillieren, wodurch der irische Whiskey recht mild ist.

  • Single Malt Irish Whiskey: Dieser Whiskey stammt aus nur einer Brennerei und ist also keine Mischung aus verschiedenen Whiskeysorten. Außerdem wird der Single Malt ausschließlich aus gemälzter Gerste hergestellt. Jeder Malt hat seinen ganz eigenen Charakter, was durch das Brennverfahren und die Lagerung maßgeblich beeinflusst wird. Kein Malt schmeckt wie das andere.

Auf diese Weise stellt man unter anderem folgende Whiskeymarken her: Bushmills Malt, Connemara, Locke´s 8 Year Old, Tyrconnell Whiskey Small Batch Rum, Knappogue Castle, Barr an Uisce, Black Rock Batch 3.

  • Grain Irish Whiskey: Diesen Whiskey gewinnt man mehrheitlich aus ungemälztem Getreide. Hier können aber auch andere Getreidearten zur Anwendung kommen.

Auf diese Weise stellt man unter anderem folgende Whiskeymarken her: Greenore, Glendalough Double Barrel, Egans Vintage Grain, Hyde 1860 Single Grain Burgundy Finish, Kilbeggan 8 Year Old Single Grain, Shannon Grain Limerick Whiskey.

  • Blended Irish Whiskey: Blends sind eine Mischung verschiedener Whiskeys; aus Grain Whiskeys und Single Malt Whiskeys.

Auf diese Weise hergestellt, werden unter anderem folgende Whiskeymarken: Jameson, Kilbeggan, Midleton Very Rare, Paddy, Teeling, Tullamore Dew, Powers Golden Label, Bushmills Black Bush.

  • Pot Still Irish Whiskey: Diese Sorte Whiskey ist der Grünen Insel eigen. Hier wird ungemälzte und gemälzte Gerste zusammen zu einem Destillat verarbeitet. Somit werden keine fertigen Fässer Malt und Grain zusammen gemischt.

Auf diese Weise hergestellt, werden unter anderem folgende Whiskeymarken: Redbreast, Green Spot, Mileton Dair Ghaelach 3, Powers John Lane Release.

Hier lest Ihr mehr über die bekannten Irish Whiskey Sorten.

whiskeybrennerei

Whiskey richtig trinken

Damit der Geschmack des Whiskeys richtig zur Geltung kommen kann, sollte man einige Dinge beachten. So trinkt Ihr den Whiskey auf jeden Fall richtig:

  • Trinkt den Whiskey mit einigen Tropfen Wasser verdünnt.
  • Genießt den Whiskey bei 18-22°C.
  • Trinkt den Irish Whiskey aus einem bauchigen Glas, das nach oben hin schmaler wird; aus sogenannten „Nosing-Gläser“.
  • Lasst Euch Zeit, die Aromen bewusst wahrzunehmen.

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Über den Autor

Ina Brecheis

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

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