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Surfen in Irland

Surfen in Irland, Irland Surfen
Daniela Kluetsch
Written by Daniela Kluetsch

Surfen in Irland ist ein einzigartiges Erlebnis. Ein frischer Wind kommt auf und lässt die Wellen lautstark Richtung Strand brechen. Trotz Neoprenanzug fängt meine Haut darunter an zu frösteln. Unter meinem Arm klemmt ein Surfbrett, mein Blick ist fokussiert auf das offene Meer. Zugegeben, die Vorstellung mich in diese Kraft des Wassers zu begeben, lässt mich jedes Mal für einen Moment zögern. Ich atme tief, bereite mich mental vor und laufe dann zielstrebig Richtung Horizont. Ab dem Zeitpunkt ist es wie Magie, eine Kraft aus dem Ozean, die mich magisch anzieht. Schlagartig ist es vorbei, das Frösteln und Zweifeln, überwältigt von der Lust auf die Wellen. Denn wenn man einmal mit dem Surfen angefangen hat, dann ist es wie ein positive Sucht, der man sich nicht mehr entziehen kann.

Surfen in Irland, Irland Surfen

Den Sonnenuntergang genießen, © Daniela Klütsch

Surfen in Irland

Wer hätte das gedacht, aber Irland ist längst bekannt als Eldorado für Surfer. Kein Wunder, dass Surfprofis wie Easkey Britton und Fergal Smith aus diesem Land stammen. Bei der rauen Küste und den gleichzeitig herausfordernden Bedingungen dürften sie ein besonders intensives Training genossen haben. Wer nach Irland reist, um zu surfen, der sollte sich auf ein frisches Klima und weniger Sonnenschein als vergleichsweise in Australien oder Kalifornien einstellen. Dafür sinkt die Wassertemperatur selbst im Winter selten unter 9 Grad, dem Golfstrom sei Dank. Auch wenn Irland unter den Profis längst kein Geheimtipp mehr ist, findet man sie noch, die atemberaubend schönen und wenig besuchten Surfspots. Hier muss man nicht um die Wellen kämpfen, hier ist ausreichend Platz im Wasser.

Die bekanntesten Surfspots Irlands

Idealer könnte Irland nicht platziert sein, so fängt die Westküste die Wellen des Atlantiks förmlich auf. Genau daraus entsteht jene raue Küstenlandschaft, die sich nicht nur bestens zum Wandern, sondern auf zum Surfen eignet. Allerdings sollte man die zerklüftete Küste nicht unterschätzen. Die Bedingungen fürs Surfen in Irland (Tiden, Swell- und Windrichtungen) können hier stark variieren. Mein Tipp: vor Ort bei den ortsansässigen Surfschulen oder auch bei den Locals erkundigen! Etwas konstanter hingegen gestalten sich die Surfbedingungen an der Nordküste Irlands. Der Wind weht meistens ablandig (auch „off shore“ genannt) und garantiert so mehr saubere Lines (Wellenlinien) im Vergleich zur rauen Westküste. In den Counties Sligo und Donegal findet man daher mit Sicherheit auch die bekanntesten Surfspots Irlands.

Surfspots von Nord nach Süd

• Bundoran (County Donegal)
• Easky (County Sligo)
• Strandhill (County Sligo)
• Enniscrone (County Sligo)
• Lahinch (County Clare)
• Brandon Bay (County Kerry)

Doch längst nicht alle Orte entlang der irischen Küste sind bekannt und vollständig erkundet. Hier gibt es immer noch versteckte Spots, die meist nur unter den Locals bekannt sind. Wer in Irland reist wird schnell feststellen, dass die Iren ebenso neugierig wie redselig sind. So lässt sich ihnen mit großer Sicherheit ein besonderer Tipp oder sogar ihr Lieblingssurfspot entlocken.

Wellenreiten in Lahnich (County Clare), © Daniela Klütsch

Wellenreiten in Lahnich (County Clare), © Daniela Klütsch

Wellenreiten lernen in Irland: die 5 Top Surfschulen in Irland

Beste Reise- und Surfzeit

So wechselhaft, wie das Wetter in Irland ist, so wechselhaft sind auch die Bedingungen für das Surfen in Irland. An einigen Tag peitscht der Wind die Wellen so stark Richtung Küste (auch „on shore“ genannt), dass sich nur echte Profis raustrauen. Das kann bereits am nächsten Tag, und manchmal auch schon am Abend, ganz anders aussehen. Wenn der Wind flach weht und die Wellen in klaren „Lines“ übers Meer ankommen, dann freuen sich Einsteiger wie auch Wiederholungstäter gleichermaßen. Vor allem in der Zeit zwischen Oktober und März laufen, regelmäßiger als im Sommer saubere Swells (Dünnung der Wellen oder Wellenenergie) an die Irische Westküste.

In den Wellen von Dunfanaghy (County Donegal), © Daniela Klütsch

In den Wellen von Dunfanaghy (County Donegal), © Daniela Klütsch

Kleines Surfer ABC

grip
… beschreibt die Haftung auf dem Surfbrett. Oft wird dafür spezieller Wachs genutzt.

HangLoose
… ist der typische Gruß unter Surfern. Dabei werden nur der Daumen und der kleine Finger ausgestreckt, während alle anderen Finger nach innen abgewinkelt bleiben.

leash
… die Leash ist die Leine, die den Surfer mit dem Surfbrett verbindet.

lines
… sauber gezogene Linien, die die Wellen ins Wasser zeichnen.

on shore
… darunter versteht man den Wind, der vom Meer auf das Land (also auflandig) weht. Dadurch werden die Wellen von hinten nahezu „platt“ gedrückt, was zu weniger schönen Wellen führt.

off shore
… darunter versteht man den Wind, der vom Land zum Meer (also ablandig) weht. Diese Richtung wirkt sich günstig auf die Wellen aus und verlängert sie so zu sagen.

set
… im Surfjargon ist damit eine Reihe an Wellen gemeint, die mit einem recht gleichen Abstand zueinander brechen. Zwischen den einzelnen Sets wird das Meer ruhig und bietet eine ideale Pause zum Rauspaddeln.

swell
… als sogenannten (Ground)swell bezeichnet man Tiefdruckgebiete, die auf dem offenen Meer entstehen. Diese Stürme erzeugen Wellen, wie wenn ein Stein ins Wasser fällt. Diese Wellen wiederum wandern unter Wasser weiter, bis sie auf ein Riff oder eine Sandbank stoßen und damit die gewünschten Wellen erzeugen.

tide
… ist Englisch für Gezeiten. Bei Ebbe (low tide) brechen die Wellen weiter draußen, bei Flut (high tide) brechen sie näher am Strand. Je nach Surfspot sollte man sich vorher über die Gezeiten informieren, um z.B. gefährliche Felsen bei Ebbe zu erkennen.

wipe out
… der klassische Sturz vom Surfbrett ins Wasser, wenn man die Welle oder das Gleichgewicht nicht mehr halten. Eines der häufigsten Manöver beim Surfen.

Das Gefühl Eins zu werden mit den Wellen, dem
Wasser und der Natur. Mitten auf dem Ozean die
Zeit vergessen, einzig angetrieben von dem
Gedanken, es noch einmal zu probieren. „Nur eine
Welle noch, eine Letzte!“, die man sich verspricht
und dann gleich wieder vergisst, wenn sie vorbei
ist. So lange im kühlen Nass bis die Kraft endgültig
nachlässt und man sich mit letzter Mühe ans Ufer
paddelt. Das ist es, was das Surfen zu einer
Leidenschaft macht.

Über den Autor

Daniela Kluetsch

Daniela Kluetsch

In meiner Kindheit habe ich nahezu jeden Sommer in Irland verbracht. Seither fühle ich mich eng mit der Grünen Insel verbunden und entdecke sich immer wieder neu. Heute liebe ich es dort in der rauen Natur zu wandern, im Atlantik zu surfen oder einfach nur über Märkte zu schlendern und in gemütlichen Cafés zu entspannen. Wenn ich über Irland schreibe, spricht die Liebe zu einem einzigartig ursprünglichen Land aus meinem Herzen.

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