Irland Reisetipps Irland Rundreise

Irland mit dem Planwagen entdecken – Teil 2

Planwagen Irland Mayo
Ina Brecheis
Written by Ina Brecheis

Durch Irland mit dem Planwagen zu ziehen ist ein ganz besonderes Urlaubs-Erlebnis. In unserem ersten Teil haben wir Ihnen einen Einblick in unsere Erfahrungen der Planwagenreise durch Wicklow gegeben. Heute darf ich Sie nach Mayo entführen, wo ich gemeinsam mit Sofia, unserer Filmerin für gruene-Insel.de im Planwagen unterwegs war. Mayo, die Grafschaft im Westen Irlands ist landschaftlich ganz anders als Wicklow. Es besticht durch seine sanften Hügel und saftigen Grasflächen, die den Blick in die Ferne schweifen lassen. Dort kann man dem Croagh Patrick erspähen – Irlands heiligen Berg.

Ankunft in Belcarra

Sofia und ich haben einen Roadtrip bei schönster, irischer Sonne hinter uns, als wir ganz unvermutet in Belcarra ankommen. Hinter einer Biegung geht es direkt ab zu „Mayo Horsedrawn Caravans“ und wir sind am Ziel. Kaum haben wir unseren Mietwagen abgestellt, kommt uns auch schon ein älterer Herr mit offenem Lächeln entgegen. Er stellt sich als Shawn vor und führt uns gleich zu unserem bunten Planwagen. Wir haben noch ausreichend Zeit, uns wohnlich einzurichten und alles in den Schubladen und Ecken des Planwagens zu verstauen, bevor wir abends zusammen mit Shawn die Touren für die kommenden Tage ansehen werden. Shawn legt uns die Pubs des kleinen Ortes ganz besonders an Herz und so finden wir uns eine Stunde später im sonnigen Hinterhof eines Pubs wieder, dessen einzige Gäste wir sind. Wir genießen ein kleines, frisch gezapftes Smithwicks (wichtig: Das “w” wird nicht gesprochen). Später besorgen wir uns im kleinen Supermarkt des Ortes noch ein paar Vorräte für unterwegs. Wir sind startklar als uns Shawn in das kleine Cottage, das auf dem Campingplatz gelegen ist, führt, um sich mit uns über die Karten zu beugen.

Mayo mit dem Pferdewagen erkunden

Überall lockt das saftige Grün Mayos

Eine unverhoffte Geschichtsstunde

Shawn, seine beiden Söhne Fionnán und John, sein kleiner Enkel und außerdem ihr Pferdeflüsterer Thomas sind mit dabei, als wir abends zusammensitzen. Die ganze Familie sitzt rund um den Tisch, auf dem Shawn die Karten ausbreitet. Er erklärt uns, wo unsere Stationen unterwegs sind, an welchen Stellen man achtsam sein sollte und, was wir links und rechts des Weges alles sehen werden. Er erzählt uns von der Bodenbeschaffenheit der Region, woher der Name „Tinker“ kommt und was es mit den Fairy Forts auf sich hat.

Hier bricht der Geschichtenerzähler und Grundschullehrer in ihm durch. Er überlässt uns ein Buch über irische Geschichte und diverse Karten für unterwegs. Kurz werden wir von einer rotbäckigen Irin unterbrochen, die ihren Kopf zur Tür herein streckt, sich als Granny vorstellt und uns anbietet, einen Irish Coffee zuzubereiten. Alle am Tisch können bei solch einem Angebot nicht widerstehen. Morgen um zehn Uhr sollen wir „on the road“ sein. Sofia und ich sind erschöpft von den Eindrücken des Tages und machen uns gleich daran, unsere Betten zu bauen. Will heißen, den Tisch umzuklappen und die Bank auszuziehen. Fertig sind unsere gemütlichen Betten. Wir rollen uns in unsere Decken und schlafen sofort ein.

Das Abenteuer beginnt

Wie verabredet finden wir uns um halb neun bei Thomas ein, der mir Molly vorstellt. Unseren Reisegefährten für die kommenden Tage. Beim Striegeln lernen wir uns etwas besser kennen. Dann unterweist mich Thomas in das Aufsatteln und das Anschirren von Molly. Alles kein Hexenwerk. Molly ist das altgediente Pferd hier und dennoch scheint sie etwas aufgeregt zu sein, als es für sie zum ersten Mal in diesem Jahr auf die Straße geht. Thomas begleitet uns ein gutes Wegstück und gibt uns Tipps und alles Wichtige an die Hand. Er verabschiedet sich grinsend mit dem Satz von uns: „Just follow the yellow markers“. Tatsächlich haben sie diese lieben Menschen die Mühe gemacht, alle wichtigen Abzweigungen auf dem Weg mit einer gelben Markierung zu versehen. So kann man sicher nicht vom Weg abkommen.

Irland mit Pferd und Planwagen

Manchmal muss man sich einfach die Beine vertreten

Durch Irland mit dem Planwagen

Molly kennt den Weg und hat ihr eigenes Tempo. Da Klappern ihrer Hufe auf der Straße und das sanfte Wiegen des Wagens machen es schier unmöglich, sich nicht zu entspannen. Das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite und so trägt uns Molly durch die sonnenbeschienene Landschaft von Mayo. Es geht vorbei an alten Gehöften, über sanfte, saftig grüne Hügel und vorbei an alten Kirchen. Oft kann man in der Ferne einen Blick auf den heiligen Berg der Iren erhaschen: den Croagh Patrick.

In den nächsten Tagen und Stunden tauchen wir ein in diese schöne Landschaft und lassen einfach unsere Gedanken schweifen. Unterwegs ergeben sich viele kleine schöne Gespräche. Zum Beispiel mit einer alten, herzlichen Ladenbesitzerin. Mit den Menschen, die uns jeden Abend bei sich auf das herzlichste Willkommen heißen, uns beim Abschirren von Molly behilflich sind und uns allerhand Tipps geben, was man unterwegs noch alles entdecken kann. Thomas besucht uns immer wieder unterwegs, um sicherzugehen, dass es uns gut geht und wir uns wohlfühlen.

Planwagenreise Mayo

Mit dem Planwagen durch Mayo

Eindrücke vom Planwagenurlaub

Die Zeit fließt dahin und viel zu früh, ist die Zeit mit Molly in Mayo wieder vorbei. Noch ein letztes Mal striegle ich sie und bringe sie dann auf die Koppel. Sie wiehert laut auf und rollt sich im Gras, als sie wieder zu Hause angekommen ist. Irland mit dem Planwagen zu entdecken ist zweifelsfrei ein ganz besonderer Urlaub. Zwar kommt man nicht so weit herum, wie das mit ein paar Pferdestärken mehr möglich wäre, ich habe aber den Eindruck, dass man das Land tiefer kennenlernt und mehr in Kontakt mit den Iren kommt. Außerdem lassen sich unterwegs immer wieder kleine Juwele entdecken. Zum Beispiel den wunderschönen Lough Carra, an dessen Ufern das geheimnisumwitterte Anwesen Moore Hall liegt oder die altehrwürdige Abtei Ballintubber. Außerdem ist dieser Urlaub einfach entschleunigend und so entspannt, war ich nach einer Reise nur selten. Ich hoffe, das hält auch zurück in Deutschland noch lange an.

Der Film zur Reise

Lust auf das Abenteuer, die irische Landschaft im Planwagen zu entdecken? Hier finden Sie unsere Reiseangebote.

Über den Autor

Ina Brecheis

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

Kommentar hinterlassen