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Irische Hochzeit: Bräuche & Traditionen

irisches Hochzeitsfest
Ina Brecheis
Written by Ina Brecheis

Wenn sich zwei Menschen das „Ja-Wort“ geben, ist das ein ganz besonderer, bedeutungsvoller Tag in ihrem Leben. Bräuche und Traditionen bestimmen dieses besondere Fest, die alle dem Brautpaar ein zufriedenes und glückliches gemeinsames Leben verheißen sollen. Auf der Grünen Insel gibt es althergebrachte Bräuche und Traditionen, die teilweise noch auf die Kelten zurückgehen. Das sind die Bräuche und Traditionen, die noch heute eine irische Hochzeit begleiten.

Der richtige Zeitpunkt der Hochzeit

Über den richtigen Zeitpunkt, um den Bund fürs Leben zu schließen, mussten sich die Iren nicht lange den Kopf zerbrechen. Folgender Reim sagt voraus, was die verschiedenen Monate der Hochzeit für die Zukunft des Paares verheißen. So kann (fast) nichts mehr schief laufen.

Marry when the year is new, always loving, kind, and true.
When February birds do mate, you may wed, nor dread your fate.

If you wed when March winds blow, joy and sorrow both you’ll know.
Marry in April when you can, joy for maiden and for man.

Marry in the month of May, you will surely rue the day.
Marry when June roses blow, over land and sea you’ll go.

They who in July do wed, must labor always for their bread.
Whoever wed in August be, many a change are sure to see.

Marry in September’s shine, your living will be rich and fine.
If in October you do marry, love will come but riches tarry.

If you wed in bleak November, only joy will come, remember.
When December’s rain fall fast, marry and true love will last.

Tying the knot – der Bund fürs Leben

Den Bund fürs Leben schließen, hat in der keltischen Tradition eine ganz eigene Bedeutung. Um die Handgelenke zweier Menschen, die es miteinander versuchen wollten, wurde ein Band gewunden. Von nun an konnte sich das Paar in der Zweisamkeit für den Lauf eines Jahres versuchen. Stellte das Paar innerhalb des Jahres fest, dass es den Bund nicht eingehen wollte, konnten sie sich ohne Konsequenzen wieder voneinander trennen und mit einem anderen ihr Glück erneut versuchen. Im Mittelalter wurde dieser Brauch, genannt tying the knot, Teil der formellen Hochzeitszeremonie. Bis heute findet sich dieser Brauch in modernen, irischen Hochzeits-Zeremonien als Teil des Gottesdienstes oder in freien Zeremonien.

Ein blaues Kleid

Ja, Sie haben ganz richtig gelesen. Traditionell sind die irischen Hochzeitsgewänder der Braut nicht weiß, sondern blau gewesen. Dass die Bräute heute in weißen Kleidern zum Altar schreiten, ist durch die Engländer nach Irland gekommen. Weiß als Symbol von Reinheit und Jungfreulichkeit.

Ein glückbringendes Hufeisen

Nicht nur auf der Grünen Insel steht das Hufeisen für Glück und Erfolg. Es ist aber eine ausgesprochen irische Hochzeitstradition, dass die Braut zumindest in früheren Zeiten, ein Hufeisen auf ihrem Gang zum Altar bei sich trug. Nach der Hochzeit erhielt dieses Hufeisen im gemeinsamen Heim des Paares einen Ehrenplatz. Es versprach, sofern richtig herum, also mit der Öffnung nach oben angebracht, Glück für das gemeinsame Leben und gesunden Nachwuchs. Auch heute noch ist das Hufeisen wichtiger Bestandteil der irischen Hochzeit, wenngleich etwas dezenter. Anstatt eines waschechten Hufeisens tragen irische Bräute kleine Silber- oder Keramik-Anhänger in Hufeisenform mit sich.

irische Hochzeit

Das glücksbringende Hufeisen bei einer irischen Hochzeit

Das magische Taschentuch

Das magische Taschentuch aus Leinen trug die Braut bei ihrer Hochzeit bei sich. Danach verwahrte sie das Taschentuch sorgsam auf, um daraus für den erstgeborenen Sohn eine Taufhaube zu nähen. Aus dieser Taufhaube wurde wiederum das magische Taschentuch für die nächste Generation und so fort. Ob auch erstgeborenen Töchtern die Ehre zuteilwurde, mit dem Taschentuch ihrer Mutter getauft zu werden, ist leider nicht überliefert.

Hochzeitsglöckchen

Wer eine irische Hochzeit besucht, wird in der Hochzeitsdekoration oft kleine Glöckchen oder Glocken finden. Den Ursprung hat dieses Deko-Element aus der Zeit, als der katholische Glaube in Irland nicht gelebt werden durfte und auch katholische Trauungen unter Strafe gestellt waren. Um dennoch Glocken läuten zu lassen, die den Teufel vom Brautpaar fern halten sollten, läuteten die Iren eben nicht die imposanten Kirchenglocken, sondern handlichere Varianten.

Irische Trinksprüche zur Hochzeit

Die Iren sind bekannt für ihre poetische Sprache. Auch die typischen Trinksprüche, die eine irische Hochzeit begleiten, zeugen davon:

May the road rise to meet you
May the wind be always at your back
May the sun shine warm upon your face
and the rain fall soft upon your fields
And until we meet again my friend
May God hold you in the palm of his hand

Sehr schön ist auch dieser Spruch:

May your mornings bring joy and your evenings bring peace.
May your troubles grow few as your blessings increase.
May the saddest day of your future
Be no worse than the happiest day of your past.
May your hands be forever clasped in friendship
And your hearts joined forever in love.
Your lives are very special,
God has touched you in many ways.
May his blessings rest upon you
And fill all your coming days.

Und danach … einen Monat Honigwein

Die an die irische Hochzeit anschließenden Flitterwochen oder zu Englisch der Honeymoon hat eine besondere Bedeutung. In Irland war es nach der Hochzeit üblich, einen Monat lang gemeinsam (natürlich in Maßen) Honigwein zu trinken. Das sollte die Männlichkeit des Mannes und die Fruchtbarkeit der Frau fördern. So hoffte man, schneller für gesunden Nachwuchs zu sorgen. Noch heute ist es Tradition, nach der Hochzeit einen Schluck Met, also Honigwein zu trinken.

Wenn Sie auf der Suche nach keltischen Hochzeitsringen oder Verlobungsringen sind, können wir Ihnen nur die mystischen CladdaghRinge ans Herz legen. Hier erfahren Sie alles über diese romantische Legende. Sie möchten Ihre Flitterwochen auf der Grünen Insel verbringen? Wir unterstützen Sie gerne bei der Planung.

Über den Autor

Ina Brecheis

Ina Brecheis

Ich habe mich während meines Studiums in Dublin in Irland verliebt. Zuvor war da nur eine vage Anziehung zu diesem Land mit seiner lebensfrohen Musik und lebendigen Kultur. Dort war es dann um mich geschehen und ich habe eine unvergessliche Zeit auf der Grünen Insel verbracht. Seither zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Umso mehr freue ich mich, über mein grünes Lieblingsland hier bei gruene-Insel.de zu schreiben.

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