Reisebericht: Angeln auf dem Shannon

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Angeln auf dem Shannon
Autor: Marc
Reisebeginn: Mai 2005
Reisedauer: 8 Tage
Start: Killinure Point
Tag 2: Athlone
Tag 3: Shannonbridge - River Suck
Tag 4: Ballinasloe
Tag 5: Banagher
Tag 6: Shannonbridge
Tag 7: Athlone
Tag 8: Killinure Point
Ziel: Dublin






Tag 1
Startort: Killinure Point
Zielort: Athlone
Endlich war es wieder soweit. Nach etwas längerer Planungs- und Vorbereitungszeit (September – Anfang November 2004) und noch längerer Wartezeit stand ich am 14.05.2005 schon ganz aufgeregt mit meinem Reisegepäck um 06.30 Uhr vor meiner Haustüre.

Wie ausgemacht, pünktlich um 07.00 Uhr, kam dann der bestellte private Flughafentransfer daher – endlich. Nach und nach wurden die weiteren Crewmitglieder aufgesammelt. Um 07.45 waren dann endlich alle Schäflein an Bord und wir konnten uns auf den Weg in Richtung Flughafen Stuttgart machen. Während der Fahrt (als allererstes musste natürlich für jedermann ein Bierchen her – nein der Fahrer bekam nichts) wurden schon die abenteuerlichsten Versprechungen gemacht, wie: Smutje Walki, ich fange den ersten und größten Fisch, etc. Als ausgemacht wurde, dass derjenige der den ersten Fisch (egal welcher und wie groß) fängt, dies am Abend im Pub mit einer Runde Guinness und Whiskey zu bezahlen hätte, wurde die Diskussion plötzlich ruhiger. Doch nicht lange, denn der Weg nach Stuttgart war mit ca. 2 Stunden angesetzt. Nach zwei Rauchpausen kamen wir dann gegen 10.00 Uhr am Flughafen an. Gepäck ausgeladen, 2 Wagen organisiert, nach dem Terminal 3 geschaut und los ging's. Zuerst in Richtung Check-In. Dort angekommen, ich glaubte meinen Augen nicht, ein Schalter war geöffnet, dahinter in einer langen, langen Schnecke (von Außen nach Innen) mussten wir uns ganz hinten anstellen.

Links und rechts von uns wurde gezankt und gezetert wer denn jetzt wieder wem vorging usw. Bei uns war keine Art von Panik zu sehen oder zu spüren. Alle verhielten sich ruhig

und ausgeglichen – schließlich hatten wir doch schon Urlaub .

Plötzlich erspähte ich Chris mit seiner Familie (er hatte mich noch nicht gesehen). Ich schnappte mir zwei Guinnessdosen, die ich von zu Hause aus mitnahm, sprintete zu Chris und überreichte ihm diese zwei noch vor unserer Begrüßung. Mit großen Augen und vorerst sichtlich erschrocken, griff er dann das Bier und öffnete dies sogleich. Ich musste dann wieder zurück zu meiner Crew, denn nur ich wusste den Check-In Code und ich hatte auch alle Pässe bei mir.

Wir fuhren mit unseren zwei Gepäckwagen schön brav der Schlange nach als plötzlich ein weiterer Check-In öffnete. Wir standen direkt davor. Die nette Damen holte uns sofort zu sich und verlangte die Pässe und den Buchungscode. Nachdem ich ihr alle Unterlagen gegeben hatte und ich das erste Gepäckstück auf das Band legen wollte rief sie STOP – noch nicht. Ich kann euch nicht finden. Meinen Namen hatte sie gefunden doch die anderen vier Crewmitglieder schienen ums Verrecken nicht auf. Ich dachte schon, dass das ja nicht wahr sein konnte und bekam schon langsam weiche Knie – hatte ich bei meiner Buchung über das Internet etwas falsch gemacht, oder lag der Fehler bei HLX!?!

Nach einiger Zeit – die Leute hinter uns waren schon der Verzweiflung nahe – ich aber auch – gab's doch noch ein Happyend. Irgendwie wurden die Nachnamen der übrigen Crew mit einem Mr davor geschrieben. Über die Vornamen konnte dann jede einzelne Person gefunden werden. Gott sei Dank. Der Urlaub war gerettet.

Als alles Gepäck abgegeben wurde und der Koffer mit den Angelruten beim Sperrgepäck deponiert worden war, ging es in Richtung Gate. Einige von uns mussten bei der Kontrolle ihre Schuhe ausziehen – armes Kontrollpersonal. Dann endlich schlenderten wir ganz gemächlich in Richtung Gate. In einem Restaurant kehrten wir auf ein Bier ein, denn wir hatten noch ca. eine dreiviertel Stunde bis zum Boarding.

Beim Boarding traf ich nochmals auf Chris. Wir plauschten noch etwas und dann ging's los. Rein in den Bus, rüber zum Flieger und dann: Der Fahrer öffnete die Türen, die Leute sprangen aus dem Bus und rannten, (fast um ihr Leben) um als erster einen Platz aussuchen zu können. Wir gingen dem ganzen gemütlich nach und waren angenehm überrascht, dass noch relativ viel Platz im Flieger war. Klar die zweite Fuhre Bus war noch gar nicht da.

Kurz in der Luft landeten wir gegen 13.10 Uhr in Dublin. Irland empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Schnell das Gepäck aufgeladen, den Busfahrer gesucht und schon ging's zum Bus. Es war ein kleiner Bus für ca. 15 – 20 Personen. Nebst unserer 5-köpfigen Crew war nur noch eine 6-köpfige Männerriege aus der Steiermark dabei, die ebenfalls ihren Irlandurlaub bei Waveline gebucht hatten.

Die Fahrt dauerte und dauerte. Gnadenhalber blieb der Fahrer dann direkt vor einem Pub in einem kleinen Örtchen stehen. Alle sprangen ins Pub und bestellten ihre Drinks. Nach 20 min. ging's dann weiter in Richtung Killinure-Point. Ca. 16.00 Uhr kamen wir dann dort an. Ich schickte die Crew in Richtung Boot während dessen ich uns anmeldete.

Es hatte mich gar nicht überrascht als ich die Freundlichkeit von Svens und Anitas Personal mitbekam, denn dies wurde schon mehrfach im Shannon-Forum hervorgehoben.

Endlich auch beim Boot angekommen war Norbert schon fleißig bei der Einweisung. Nach kurzer Begrüßung legte er dann so richtig los und wir (zumindest die „alten Hasen“) waren doch recht überrascht was man nach 5 Jahren Bootsurlaub in Irland immer noch nicht weiß, bzw. was einem bisher noch von keiner anderen Marina, bei denen wir schon Boote ausgeliehen hatten, gezeigt wurde.

Sven und Anita kamen auch noch für einen Sprung vorbei, um uns zu begrüßen und entließen uns dann in Richtung unserem Shannon-Abenteuer.

Endlich auf See, die Sonne wollte uns nicht mehr von der Seite weichen, schipperten wir gemächlich in Richtung Athlone.

Dort angekommen fuhren wir noch durch die Schleuse und legten dann am unteren Anleger an. Nach einem gemütlichen Bier und Whiskey machten wir uns auf den Weg zum Einkaufszentrum um Vorräte zu bunkern. Man glaubt kaum was eine 5-Mann-Crew so alles zusammen kaufen kann. Von Gemüse bis Salat, über Obst, Teigwaren, Saucen, Gewürzen, bis zum Cidre und Bier durchsuchten wir den Supermarkt nach allem möglichen Smackhaftem. An der Kasse angelangt, fragten wir nach der Lieferung zum Boot. Da es schon recht spät war, ich glaube wir waren die letzten im Laden, konnte niemand mehr gefunden werden, der unseren Einkauf zum Boot brachte. So mussten wir wohl oder übel einen Einkaufswagen (diesen durften wir mitnehmen) bis zum geht nicht mehr füllen. Alles leicht Tragbare wurde unter allen verteilt.

Während des langen mühseligen Fußmarsches durch Athlone über die Brücke zum Boot, immer den Einkaufswagen vor sich herschiebend (einige Passanten schauten uns dann doch etwas merkwürdig an) wurden wir dann noch von einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.

Am Boot angekommen musste erst mal alles in jede Menge Ablagen verstaut werden.

Wir waren dann alle zu müde um noch auf ein Guinness ins Pub zu gehen. So vergnügten wir uns noch eine Weile lang auf unserer „Queen“ bis sich jeder spät nachts so nach und nach in seine Koje verdrückte.






Tag 2
Startort: Athlone
Zielort: Shannonbridge
Heute wurden wir durch ein wunderschönes Wetter geweckt. Strahlend blauer Himmel, keine Wolke zu sehen. Also, alles raus aus den Federn (es war zw. 7.00 und 7.30 Uhr) als sich alle beim Frühstück eingefunden hatten. Um 08.30 hielt uns dann nichts mehr auf dem Boot. Wir enterten unsere Dinghis (Hape mit Walki u. Wolfi mit Captein) um unterhalb des Wehres zu fischen. Unser Petrijünger Smutje Walki , der das erste mal eine Angel zum richtig Fischen in der Hand hielt, bekam eine kurze Einweisung von Hape und los ging's. Immer wieder blieb Walki mit dem Köder am krautigen Untergrund leicht hängen. Es war aber aufgrund unserer Köderwahl kein Problem, den Köder wieder loszukriegen. Plötzlich ein Aufschrei von Walki, Zitat: Was ist denn jetzt los!. Er hatte noch gar nicht begriffen, dass er der erste war, der einen Hecht aus den dunklen Fluten des Shannons ins gleißende Sonnenlicht hervorhob.

Also war klar, wer abends eine Runde Guinness und Whiskey zu bezahlen hatte.

Es sollte allerdings auch der einzige Hecht um diese Zeit sein. Also beschlossen wir Alle, den Weg in Richtung Süden in Angriff zu nehmen.

Bei Long-Island machten wir halt. Da keine Anleger vorhanden waren, beschlossen wir wie schon des öfteren, an der Nordseite der Insel Bankmooring zu machen. Wir kannten diese Stelle schon aus den früheren Urlauben und so war es kein Problem das Boot ohne Grundberührung an der Insel festzumachen.

Wolfi war schon mit seiner Rute auf der Insel, um den Kanal zu befischen. Der erste Wurf und schon ein Trophäengeheul. Auch Wolfi hatte nun seinen ersten Irland-Pike an der Angel. Ganz stolz zeigte er uns seinen Fang.

Captein, Günther und Walki setzten sich ins große Dinghi und versuchten rund um die Insel einen oder auch mehrere Hechte zu fischen. Doch leider nichts, kein Biss, null, nothing !

Aus lauter Frust fuhren wir dann wieder zum Boot zurück und genossen unser erstes Mittagessen an Bord. Es gab Thüringer Bratwürstl, Brot und Salat.

Da ich nicht glauben konnte, dass um Long-Island kein Hecht (zumindest ein großer) gebissen hatte, schwang ich mich nochmals (diesmal alleine) ins große Dinghi und versuchte nochmals mein Glück. Nach einer halben Stunde intensiven Fischens dann endlich ein Biss, es war leider auch keiner der gewünschten Größe, doch immerhin mit ca. 60 cm ein Hecht.

Da keiner dabei war um ein Foto von mir und meinem Hechtelein zu machen und auch keiner gesehen hatte, dass ich einen gefangen hatte, machte ich mir einen Spaß. Als ich zurückkam erzählte ich im größten Fischerlatein, dass ich soeben einen Hecht mit ca. 1m Länge gefangen hätte. Alle hörten gespannt mit großen Augen zu und beschimpften mich mit einem Namen eines früheren Crewmitglieds, der jetzt hier aber nicht erwähnt wird.

Am Schluss nach der Auflösung der Geschichte lachten wir alle recht herzlich.

Wir beschlossen die Reise in Richtung Shannonbridge fortzusetzen und vom großen Boot aus gemütlich gen Süden an Clonmacnoise vorbei zu schleppen. Doch auf der ganzen Fahrt bis nach Shannonbridge kein einziger Biss. Es war jetzt auch schon dementsprechend spät, jedem knurrte der Magen und wir beschlossen am neuen Anleger in Shannonbridge festzumachen. Während unsere beiden Smutjes damit beschäftigt waren, den von unserem Petrijünger am Morgen gefangenen Hecht zuzubereiten, gingen wir anderen 3 erst mal unter die Dusche um erfrischt den Abend angehen zu können.

Während des Abendessens, es gab den erwähnten Hecht mit geviertelten Kartoffeln und jede Menge gemischten Salat. Der Salat hatte es in sich. Unsere Smutjes hatten 4 ganze Knoblauchzehen druntergemischt. Das wird ja noch ein lustiger Abend im Pub werden!!!!!!

Nach dem Abwasch, erledigten wir 3 während die beiden Smutjes endlich unter der Dusche waren, kleideten wir uns Pubgerecht und zogen in Richtung Killeens davon. Es war schon ca. 21.00 Uhr als wir dort ankamen. Das Pub war genagelt voll, Live-Music wurde gespielt und wir berieten was denn nun gemacht werden sollte. Vorschläge über Vorschläge sprudelten nur so hervor, der Beste von Günther: Wir gehen zu einem Tisch, hauchen alle in der Gegend rum und schon wäre doch ein Tisch frei. Das konnten wir den Gästen dann aber doch nicht antun und gingen nach draußen. Dort stand ein Tisch für Raucher der 6 Personen gemütlich Platz bot. Es war auch nicht allzu kalt und so genossen wir den Abend vor Killeens-Pub. Wir machten auch noch Bekanntschaft mit einem Paar aus München.

Gegen 0.00 Uhr begaben wir uns dann wieder aufs Boot und sackten langsam in unsere Kojen. Unser Günther begann kurz nach dem Einschlafen mit einem Schnarchkonzert seinesgleichen in den dann auch andere miteinstimmten. (Das Schnarchen gilt ja als Maßnahme um seine Crewmitglieder vor Störenfrieden zu beschützen )






Tag 3
Startort: Shannonbridge - River Suck
Zielort: Ballinasloe
Um 7.30 Uhr drang unwiderstehlicher Kaffeegeruch in meine Koje. Jetzt konnte ich nicht mehr schlafen. Kurze Katzenwäsche und schon saß ich mit den anderen am reichlich gedeckten Frühstückstisch.

In der irischen Luft schmeckt das Frühstück besonders gut. Es gab Salami, Schinken, Käse, jede Menge Brot, Marmelade, weichgekochte Eier und natürlich die von uns so geschätzte Kerrygold Butter.

Das Wetter war leider nicht mehr so gut, wechselnd leicht bis stark bewölkt, aber ohne Regen.

Gegen 8.30 Uhr füllten wir vorsorglich Wasser nach und verließen Shannonbridge. Wir wollten wieder Schleppangeln und fuhren bis zur Powerstation, bis wir entschieden hatten in den River Suck zu fahren. Auch hier wurde geschleppt und geschleppt. Wieder nichts. 400 Meter nach der Railway Bridge legten wir an Land an, begaben uns in die Beiboote (Captein mit Wolfi und Hape mit Walki) und versuchten erneut unser Glück. Günther blieb auf dem großen Boot und wollte von dort aus Fischen, was er dann aber nicht tat, aber das kommt später.

Ich hatte vorsorglich ein Walki-Talki (nachfolgend mit WT bezeichnet) mitgenommen. Eines blieb bei Günther, das andere hatte ich mit. Wir machten aus, dass Günther mich um 11.00 Uhr anfunken sollte. Wir mussten die Geräte doch erst mal testen ob sie in Irland auch funktionieren.

Wir waren also beim Fischen und immer hatte sich noch nichts getan, bis plötzlich Hape einen Biss hatte, war aber auch bloß ein Mini-Pike. Doch dann, unser Petrijünger hatte mal wieder zugeschlagen, schaut doch bloß was der jetzt aus dem River gezogen hatte:

Eine Muschel, ganz Stolz wurde diese präsentiert und schon war der Gedanke da, dass er jetzt statt Fische lieber auf Muschelfang gehen wollte. Doch dieser Gedanke wurde gleich wieder verworfen.

Wir waren schon ziemlich weit vom Boot entfernt, 11.00 Uhr war es auch schon, schaltete ich mein WT ein und piepste Günther an. Sekundenbruchteile später dröhnte aus dem WT die Stimme von Freddy Quinn (Seemann), voll aufgedreht, aber glasklar erkennbar.

In diesem Moment fing dann auch Wolfi noch einen 50 cm Hecht. Auch dieser wurde wieder schonend in seine Heimatfluten entlassen.

Zurück bei unserer Queen lächelte uns schon Günther entgegen. Die Musik war schon von Weitem zu hören. Da war allen klar, dass unser Chefsmutje nicht geangelt hatte, sondern sich der feinen „Lebensmittel“ an Bord gewidmet hatte.

Wir aßen noch eine Kleinigkeit zu Mittag, Günther hielt Fiesta, Hape hielt Siesta und Wolfi und Walki zogen es vor, ihren Geist nicht verkommen zu lassen und spielten eine Partie Schach. Das Brett hatte Walki vorsorglich von zu Hause mitgenommen.

wer gewonnen hat weiß heute keiner mehr

Gegen späteren Nachmittag schipperten wir in Richtung Ballinasloe. Es war schon ein Abenteuer die Strecke bis zur Pollboy-Lock zu befahren. Immer wieder Engpässe, dann wieder etwas breiter usw. Doch kein Problem, denn es kam uns kein einziges Boot entgegen. Kurz vor der Schleuse roch es förmlich nach Forelle. Da kein Anleger zu sehen war, fuhren wir noch durch die Schleuse und machten oberhalb am Anleger fest. Von hier wollten wir auf die andere Seite um zu fischen.

kurz vor Pollboy-Lock im River Suck

Hier verweilten wir uns einige Zeit, doch auch hier wollte partout nichts anbeißen. Wir beschlossen nach Ballinasloe weiterzufahren, wir wollten noch einkaufen, denn unsere Vorräte gingen langsam zur Neige.

Wir fuhren in einen romantischen wunderschön gestalteten Hafen ein. Am ersten Anleger lag eine Pennichette , weiter weg zwei Boote von Waveline, eine Duke und eine Princess. Hape und Günther wollten noch mal mit dem Dinghi los, kamen aber kurze Zeit später unverrichteter Dinge wieder retour. Dann ging's ab den LIDL suchen – und schon gefunden. Nicht weit weg vom Boot sahen wir schon das bekannte Schild. Nichts wie rüber auf die andere Straßenseite, fast wäre noch was passiert, weil Wolfi und Walki die Fahrtrichtung in Irland noch nicht mitbekommen bzw. intus hatten.

Sie schauten zuerst nach links, statt nach rechts und wollten schon auf die Strasse, weil von links ja nichts kam. Wir konnten sie aber noch rechtzeitig auf ihren Mistake aufmerksam machen.

Im Lidl angekommen, fuhren wir mit unserem Wägelchen durch die ebenso wie bei uns angeordneten Regale und kauften das Fehlende ein. Zurück auf dem Boot hatte keiner mehr Lust ein Abendessen zuzubereiten. Es war auch schon so um die 21.00 Uhr. So gingen wir ins Städtchen und suchten uns einen irischen McD. Gefunden, etwas gegessen und schon waren wir wieder auf der Suche nach einem Pub mit Live-Music. Und dieses wurde schnell gefunden, den Namen habe ich mir aber nicht gemerkt. Auf jeden Fall war auch dies wieder ein unvergesslicher Abend. Gegen 0.30 Uhr gingen wir dann wieder zum Boot zurück.

Wir plauderten noch ein bisschen bis nacheinander jeder in sein wundervolles warmes Bettchen fiel.




Tag 4
Startort: Ballinasloe
Zielort: Banagher
Strahlender Sonnenschein weckte uns an diesem Morgen. Wie immer hatte einer der Crew das Frühstück gerichtet. Kaffeeduft lag in der Luft. Wirklich ein wunderschöner Tag sollte uns erwarten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, das Ablegemanöver war filmreif (Hape blieb am Steg mit einem Dinghi zurück und filmte unser Ablegemanöver und kam später mit dem Dinghi nach), fuhren wir durch die schon geöffnete Schleuse, durch die Engpässe bis der River wieder breiter wurde. Dort stiegen Günther und Hape wieder ins Dinghi und versuchten wieder mal ihr Glück. Doch leider wieder nichts. Also beschlossen wir von der „Queen“ aus zu schleppen. Plötzlich zerrte es an meiner Angel, war es ein Hänger oder doch ein Biss. Ein kurzer Ruf – Maschinen STOP – und dann merkte ich, es war ein Biss. Nach kurzem Drill hatte ich einen 70 cm Pike gelandet, welcher von Hape , der immer noch im Dinghi saß, gleich gelöst und wieder zurückgesetzt wurde.

Nach kurzer Fahrt plötzlich wieder dasselbe und wieder ein Biss. Auch diesen diesmal kleineren Hecht, konnte ich nach kurzem Drill landen. Wieder löste Hape den Haken und schenkte auch diesem Hechtchen (60 cm) wieder die Freiheit.

Wieder nach kurzer Fahrt ein Schrei von mir – Maschinen STOP – doch diesmal erwies sich das Erhoffte leider als einen Hänger. So hatte ich meinen erfolgreichsten Wobbler im River zurücklassen müssen (heul). Na ja was soll's. Ab jetzt ging nichts mehr und wir beschlossen in Richtung Banagher weiterzufahren. Zuvor aber wollten wir noch an unserer fangreichsten Stelle der vergangenen Jahre unser Glück versuchen. Wir ankerten zwischen Powerstation und River Blackwater (die genaue Stelle verrate ich hier sicher nicht ), stiegen in die Dinghis ein und fischten wie die wilden. Petrijünger Walki zog auch hier den ersten Pike aus dem Guinnessfarbigem Wasser (ca. 65 cm). Leider gibt's hier zu wenig Fotos, da wir die Kameras auf der „Queen“ ließen. Auch Günther konnte hier endlich wieder einen Erfolg verbuchen.

Für Hape und Captein lief es nicht sehr gut, kein einziger Biss, na ja egal, obwohl in diesem Bereich bisher immer Kaliber von 1 – 1,2 Meter gefangen wurden. Doch diesmal sollte es einfach nicht so sein.

Als überhaupt nichts mehr ging, hieß es „Anker hoch“ und weiter ging die Fahrt nach Banagher. Wir fuhren in einem durch und legten in dem kleinen geschützten Hafen vor der Brücke an. Es war nur noch ein Platz frei, welchen wir mit Bravour „zuparkten“. Wir passten mit unserer „Queen“ und den 2 Dinghis (mit Außenborder) gerade mal so rein.

Es gab mal wieder Hecht mit Kartoffeln und Salat. Nach dem Abwasch überlegten wir, mit welchem Pub wir denn anfangen sollten. Die Wahl fiel schwer. Nein, reingelegt. Natürlich J.J.Hough's, das musste doch sein. Es war erst 20.30 Uhr und so beschlossen wir, dass das erste Pub das „XY“ (der Name fällt mir nicht mehr ein, gegenüber von J.J.Hough's ) sein sollte. Nach 2 Guinness wollten wir dann ins „Corrigan's“, weil wir unseren 2 Skipperneulingen die ausgestopften Troughts und den 1,30 Meter langen Hecht zeigen wollten.

Dort blieben wir nur auf ein Guinness, denn es zog uns zu J.J.Hough's. Günther und Hape waren zu müde und wollten aufs Boot zurück. Doch der harte Kern der Crew blieb bis zum Ende. Alle waren begeistert vom Ambiente, ob vom Pub oder von der Musik.

Vor einer kurzen Rauchpause im Freien bestellte ich noch eine Runde. Ich ging nach draußen, Wolfi kam mit, wir unterhielten uns mit einem älteren Iren und hatten viel Spaß.

Als wir wieder drinnen waren, wollte ich meine bestellte Runde abholen, doch diese war noch nicht da, bzw. der Barkeeper hatte diese schon weitergegeben. Ich erklärte, dass dies kein Problem sei. Daraufhin bekam ich die nächsten 3 Guinness obwohl schon 20 Leute auf ihre Bestellung warteten. Und was sah ich als ich die Guinness in Händen hatte? Der Barkeeper hatte das Kleeblatt in den Schaum gemacht. Habe ich zum ersten mal Live gesehen. Super.

Als die Musik beendet war und die Gäste so nach und nach verschwanden, zogen auch wir es vor zu gehen. Draußen wurden wir dann noch von der Hausherrin persönlich per Hand verabschiedet .

Ein gelungener Ausklang für unseren 4. Tag.





Tag 5
Startort: Banagher
Zielort: Shannonbridge
Heute war es stark bewölkt, noch ohne Regen. Hape wollte eine Mütze, die er am Vorabend in einem Laden gesehen hatte. Wir wollten auch noch ein paar Lebensmittel bunkern. Deshalb gingen wir in den kleinen Laden im Ort. Das Bekleidungsgeschäft mit den Kappen hatte leider noch geschlossen. Hape musste halt auf seine Kappe verzichten. Wieder am Boot, kam uns die Idee noch nach dem Sprit für die Außenborder der Dinghis zu schauen. Gott sei Dank, denn weit wären wir nicht mehr gekommen. Wolfi und ich machten uns auf den Weg zu Silverline und wollten dort einen Kanister (5 Liter) Sprit für die Dinghis holen. Doch man verwies uns an die Tankstelle im Ort. Dort würden wir unseren Sprit bekommen.

(Warum bekommt man in keiner Marina Sprit für den Außenborder? Ist bis jetzt schon 3 mal vorgekommen – seltsam).

Also machten wir 2 uns auf den Weg zur Tankstelle. Dort gab uns eine freundliche ältere Dame einen Kanister – sie füllte diesen sogar selbst – und erklärte, dass wir den Kanister nicht mehr zurückbringen müssten. Ist doch nett, oder?

Auf dem Weg zurück hatte der Bekleidungsladen geöffnet. Ich ging rein während Wolfi mit dem Spritkanister draußen blieb. Die Kappen waren hinter dem Tresen auf der die Kasse stand deponiert. Nachdem sich niemand um mich kümmerte (es war auch niemand zu sehen) begab ich mich hinter den Tresen und schaute die verschiedensten Kappen an. Ich hätte eine nehmen können und keiner hätte sich darum gekümmert. Plötzlich (nach ca. 5 min.) stand der Verkäufer hinter mir und fragte mich freundlich für welches Produkt ich mich interessieren würde. Ich erklärte, dass ich genau diese Guinness-Kappe wollte die im Aushang hing. Er brachte mir die gewünschte Kappe und ich sagte: Genau diese möchte ich, ich möchte bezahlen. Er nannte mir den Preis (€ 15,00). Ich gab ihm € 20.00. Daraufhin entschuldigte er sich, er müsste Wechselgeld holen. Ich war wieder ganz allein im Laden. Ich hätte den Laden ausräumen können. 5 min. später war er wieder da und gab mir die 5 Euro Differenz retour. Das ist Irland!

Wieder bei der „Queen“ saß ein riesiges, schwarzer Ungetüm vor unserem Boot und sabberte schon fast durchs Fenster in den Wohnbereich hinein. Der Hund ließ sich nicht abwimmeln. Schon gar nicht als er von uns einige Cakes (Größe eines Golfballes) bekam. Es kam noch schlimmer. Einer von uns nahm die Schachtel mit den Cakes aufs Oberdeck und vergaß diese dann dort. Wir hörten ein komisches Geräusch von oben und schauten nach. Ja, es war der Hund der sich aufs Oberdeck gehievt hatte und geräuschvoll die Cakes vernichtete, samt den Papierchen in denen die Cakes halb eingewickelt waren. Wohl bekomms.

Wir wollten ablegen, doch der aufkommende Wind aus Süden drückte uns immer wieder an die Kaimauer. Wir konnten weder nach vorn noch zurück. Wir waren Gefangene im Hafenbecken von Banagher. Da kam uns die Idee. Die Dinghis auf die linke Seite des Bootes ziehen, am Heck von der Kaimauer abstoßen und dann retour fahren. War eine super Idee, denn jetzt ging alles ohne Probleme. Wieder auf dem „offenen“ Shannon ließen wir wieder unsere Köder im Shannon baumeln. Gegen die Strömung ist viel besser zum Schleppen. Plötzlich rupfte es an der Angel von Hape, aber ganz gewaltig. BISS – Maschine STOP!

Hape brauchte fast 20 min. um den Kapitalsten in dieser Woche zu drillen und dann auch noch sicher zu landen.

Das Tier war einen ganzen Meter lang, extrem schwer und dick. Auch dieses Exemplar wurde nach dessen Ablichtung wieder schonend in die schwarz-braune Shannontiefe entlassen.

Jetzt war jeder darauf aus auch so ein Tier zu fangen, doch bis zu unserer fängigsten Stelle sollte sich heute nichts mehr tun. Dort angekommen ankerten wir mal wieder, komisch, hat das was mit den Booten von Waveline zu tun oder nicht?! Bisher hatten wir mit den anderen Booten immer Probleme mit dem Anker bis dieser griff. Mit unserer „Queen“ keine, den Anker geworfen und schon hing dieser fest.

Walki war wieder mal der erste der einen Hecht von stattlicher Größe fing ( 75 cm). Günther folgte sofort als gutes Beispiel. Er übertraf heute alle. Immer wieder fing er einen Hecht nach dem anderen. Hape und ich hatten weniger Erfolg. So zog es uns ins Dinghi , um am gegenüberliegenden Ufer zu schleppen. Und alsbald wurde ich mit Erfolg belohnt. 2 Hechte mit einer Größe von 65 und 80 cm konnte ich landen. Dann war aber der Ofen schon wieder aus. Den 65 cm Hecht hatten wir fürs Abendessen notgeschlachtet, weil dieser den Köder zu tief geschluckt hatte. Später zurück an Bord erfuhren wir, dass auch Wolfi einen 75 cm Hecht gefangen hatte und auch dieser notgeschlachtet werden musste. So hatten wir für 2 Abende unser Futter.

Wieder zurück an Bord, es hatte kurz vorher angefangen zu regnen, trockneten wir uns in der noch warmen Luft der vergangenen Tage, die noch im Inneren des Bootes gefangen war. Immer wieder hörten wir Günther lachen. Er war als einziger draußen beim Fischen. Er hatte schon den 7. Biss und hatte immer noch nicht genug. Auch wir gingen wieder raus und versuchten nochmals unser Glück. Leider nichts, Günther war der einzige der immer noch fing, warum wusste keiner. Als Günther einen Hänger hatte und diesen vom großen Boot nicht losbekam, setzte er sich ins kleine Dinghi, fuhr dorthin wo der Hänger war und bekam diesen los. Jetzt blieb er allein im Dinghi und fischte und fischte und fischte. Wir schauten ihm alle durchs Fenster zu. Immer wieder hörte man sein fast schon hämisches Lachen (galt wohl eher den Hechten). Dann passierte die glaube ich wohl lustigste Geschichte in dieser Woche. Bei seinem 11. Biss - das war sein 7. gelandeter Hecht (ca. 50 cm lang) – dann die Aktion:



Günther löste den Haken aus dem Maul des Hechtes, stand auf, verlor das

Gleichgewicht und fiel nach hinten an die rechte Seite des Dinghis, welches

sich unbarmherzig zur Seite neigte. Wir dachten schon, dass dies das erste mal

ist, dass einer von uns ins Wasser fällt. In letzter Sekunde konnte sich Günther

doch noch an der linke Seite festhalten und so den fast unweigerlichen Wasser-

sturz vermeiden.

Wir mussten lachen bis uns die Tränen kamen. Später als wir den Videoausschnitt Günther zeigten musste auch er lachen. Sein Kommentar: „Diese Passage des Videos wird aber gelöscht“. MITNICHTEN. Das muss alles mit drauf. Gehört doch zum Urlaub.

Jetzt hatten wir genug gefischt und wir fuhren schnurstracks mit gedrosselter Geschwindigkeit gen Shannonbridge, kurze Zeit mit Schleppen. Aber auch hier hatten wir keinen Erfolg. Wir legten wieder am neuen Anleger hinter der Brücke an, wo wir auch bei der Hinfahrt übernachteten. Nach einem festlichen Abendessen, es gab natürlich wieder Hechtfilet mit Kartoffeln (Kartoffeln wurden jedes Mal anders zubereitet) und Salat, der wieder wie immer mit viel Knoblauch gewürzt war, begaben wir uns wieder zum Killeens. Diesmal waren wir früher dran und bekamen einen Platz im hinteren Teil des Pubs.

Wir vergnügten uns bis spät in die Nacht, natürlich war wieder Live-Music. Wir genossen unseren Abend. Wolfi und ich mussten mal wieder eine Rauchen gehen (immer die Süchtigen, die nicht von den Glimmstengeln lassen können). Wir waren draußen und wen trafen wir, den älteren Herrn, den wir am vorigen Abend in Banagher kennen gelernt hatten. Sofort wurde eine längere Diskussion gestartet. Wir unterhielten uns super.

Zur Info, ich schreibe diesen Bericht während „Wild Rover“, Whiskey In The Jar“, „The Rare Old Times“, „The Fields of Athenry“ , etc, im DVD abgespielt werden. Diese Inspiration kann mir keiner nehmen.

Spät nachts gingen wir zu unserer „Queen“ zurück und dann begann alsbald das bekannte Schnarchkonzert, nachdem aus dem CD-Player noch das Lied „ Seven Drunken Nights“ ertönte. Auch diese Nacht war wieder ein Highlight. In dieser Nacht wachte ich mehrmals auf (wie auch in den vorangegangenen und folgenden Nächten), alsbald schlief ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht wieder ein. Der Grund war die Toilette gegenüber meiner Koje. Es klingt doch zu komisch, wie die Jungs die Pumpe quälten um ihre Verrichtung beseitigen zu können.




Tag 6
Startort: Shannonbridge
Zwischenstationen: Clonmacnoise
Zielort: Athlone
Wir wurden heute nicht durch die Sonne geweckt. Nein, es war wieder mal der Kaffeeduft der die Crew aus ihren Betten kriechen ließ. Wir hatten starken Wind, doch es ging noch. Nach einem wie vorher beschriebenen ausführlichem Frühstück, schipperten wir aufwärts in Richtung Clonmacnoise um dort die alten „Steinbollen“ zu besichtigen. Auf dem Weg dorthin versuchten wir natürlich wieder zu Schleppen. Nachdem kein absehbarer Erfolg zu erwarten war, gaben wir mal kurzfristig Gas (1500 u/min), um zu einer normalen Zeit am Anleger bei Clonmacnoise zu sein. Kaum hatten wir angelegt (wir waren froh, denn durch die Strömung und den Wind zog es uns immer das Heck des Bootes weg), kam ein Ausflugschiff größeren Ausmaßes daher und befahl uns den Anleger (wir waren am äußersten) zu verlassen. Wir akzeptierten die „BITTE“ und legten woanders an. Dann gingen wir zur Ruine, bzw. zuerst zum Info-Center. Dort wurden einige Souvenirs gekauft.

Hape, Günther und ich waren schon 4 mal hier, hatten aber noch nie die Grabstätten besucht. Wolfi und Walki wollten aber unbedingt diese Ruinen und Grabstätten besuchen. Also, nichts wie los. Es war zwar nicht der schönste Tag, doch wir genossen die ganze Umgebung mit den ganzen Ausgrabungen und den Gräbern.

Wir wollten jetzt endlich die Grabstätten besichtigen, aber Walki fehlte uns. Wo war denn der? Wir warteten ca. 10 min. vor dem Infocenter. Walki war weder im Infocenter noch ausserhalb zu sehen. Wir beschlossen die Besichtigung zu beginnen. Kaum drinnen sahen wir Walki angeschlossen an eine deutsche Reisegruppe. Er war schon ca. 15 min. mit dieser Reisegruppe unterwegs (er dachte wir waren auch schon lange in der Anlage). Irgendwie hatte das ganze irgendwas Mystisches an sich, aber nur wenn keine Touris zu sehen waren. Nach deren Besichtigung kehrten wir zum Boot zurück. Und? Wer fehlte wieder. Klar, Walki. Der wollte nochmals kurz ins Infocenter um sich dort mit Souvenirs einzudecken. Irgendwann kam auch er wieder zurück zum Boot.

Während Walki fehlte besichtigten wir das Ausflugsschiff von außen, wegen dem wir Platz machen mussten. Eine nette Dame jüngeren Alters lief auf dem Schiff an uns vorbei. Wir winkten mit lächelndem Gesicht. Diese verschwand sogleich im Touristenbunkerschiff. Auf Wiedersehen.

Ein Mittagessen musste aber noch sein. So kochten uns die beiden Smutjes ein perfektes Spaghetti-Menü mit sagenhaftem Salat.

Von Clonmacnoise fuhren wir dann direkt nach Athlone. Wir wollten nochmals unterhalb der Schleuse im Wehr fischen. Inzwischen zog eine Schlechtfront von Westen kommend über uns hernieder. Regen, Sonnenschein, nur bewölkt, Regen, dann wider Sonnenschein, usw. Typisch Irland halt. Hape und mich hielt es nicht davon ab, im Wehr zu fischen.

Dies war für uns vielleicht die letzte Gelegenheit, noch den einen oder anderen Hecht zu fischen. Wir saßen im großen Dinghi und schleppten hin und her. Doch nichts tat sich. Wir beschlossen an einem alten Boot, das schon seit 2002 dort an einer Boje hing, festzumachen. Doch auch diesmal nichts. Wir beschlossen am nächsten Morgen frühzeitig aus den Federn zu springen, um spätestens um 6.00 Uhr morgens zum Fischen zu kommen.

Da keiner mehr Lust auf Kochen hatte und wir sowieso einen Besuch eines Restaurants geplant hatten, gingen wir spät nachmittags in die Stadt um zu bummeln. Wir schauten uns die Stadt mal etwas genauer an. Zwischendurch besuchten wir ein Pub, denn Laufen macht durstig. Gegen 20.00 Uhr gingen wir dann ins „Hotters Bistro“ in der Strand Street. Wir kannten dieses Restaurant schon seit 2001. Hier hatten wir bisher die besten Steaks in Irland gegessen.

Wir bekamen den letzten Platz. Für 5 Personen schon etwas knapp aber es ging. Das Restaurant war genagelt voll. Ich bestellte für alle ein Filet-Steak, Medium gebraten. Dazu gab es Kartoffelpüree, geviertelte und frittierte Kartoffeln, etc., und natürlich Pfeffersauce.

Wir ließen es uns schmecken und es schmeckte hervorragend.

Nach dem Abendessen wollten wir ein Pub besuchen. Hier bot sich natürlich „Seans Bar“ an.

Doch die Crew wollte in ein Pub mit Live-Music. Also gingen wir auf die Suche nach solch einem Pub. Schnell wurden wir fündig. Gegenüber Seans-Bar war das „Castle-Inn“. Wir gingen hinein und wunderten uns ab der 5 Mannsbilder, die hier am Tresen saßen. Es war inzwischen 21.00 Uhr. Keine Live-Music, nur 5 Männer am Tresen, und alle 10 min. kamen neue 2 bis 3 Männer hinzu. Wir hatten schon Wetten abgeschlossen, dass wir ein echtes irisches Schwulen-Pub erwischt hätten. Ausgerechnet wir, wo doch keiner von uns diese Neigung hat. Kurze Zeit später dann die Erlösung, eine ganze Horde Frauen setzte sich auf den noch freien Tisch neben uns. Um ca. 22.00 Uhr fing dann eine Ein-Mann-Band an aufzuspielen. Die Iren können das einfach. Er hatte eine super Stimme und spielen konnte er auch. Und wie. Wir ließen uns regelrecht hinreißen.

Gegen 0.30 Uhr wollten wir noch in Seans-Bar auf ein Guinness, doch leider bekamen wir dort nichts mehr. Also gingen wir durchs Lokal um durch den Gastgarten den Weg zum Boot etwas abzukürzen. Und wen traf ich da im Garten. Die junge Dame vom Ausflugsschiff, welcher wir in Clonmacnoise so freundlich zugewinkt hatten. Sie saß ganz allein an einem Tisch. Ich setzte mich gleich zu ihr, wir plauderten ein bisschen und verabredeten uns fürs Jahr 2006. The same place same time. O.K.

Somit ging auch dieser wundervolle Tag zu Ende.





Tag 7
Startort: Athlone
Zielort: Killinure Point
Entfernt hörte ich eine Stimme, es war stockfinster, wohlig warm. Plötzlich spürte ich eine Berührung. Ich schreckte hoch, es war Hape der mich wie verabredet um 06.00 Uhr zum Fischen gehen aufweckte. Ich zog mich an und huschte aufs Oberdeck. Hape saß schon im Dinghi und wartete. Leichter Wind blies uns immer wieder den leichten Nieselregen, der alle 5 min. auftauchte, ins Gesicht. Wir fuhren ins Wehr, schleppten und versuchten alles um einen schönen letzten Hecht zu fangen. Doch nichts. Nach ca. 45 min. machten wir wieder in der Mitte des Wehres an besagtem Boot fest und fischen von dort aus. Plötzlich ging ein Ruck durch Hapes Rute. Er hatte seinen Hecht gefangen.

Für mich verlief dieser Morgen gar nicht gut. Kein Biss. Inzwischen fing es stärker an zu regnen. Wir fuhren wieder zum großen Boot. Hape wollte sich nochmals aufs Ohr legen. Ich richtete derweil das Frühstück her. Nach und nach kam jeder aus seiner Koje gekrochen. Nach dem Frühstück wollten Günther und ich nochmals raus zum Fischen. Hape schlief immer noch. Walki und Wolfi wollten noch eine Runde durch Athlone schlendern, vielleicht würden sie ja noch irgendwas Unnützes zu kaufen finden.

Also schleppten Günther und ich wieder mal durchs Wehr. Das brachte dann auch keinen Erfolg. Wir fuhren ziemlich nah an das Wehr heran und ließen uns treiben. Dabei warfen wir immer wieder die Angel aus. Plötzlich ein Zug, ich hatte auch noch meinen letzten Hecht an der Angel, zwar kein großer aber immerhin. 65 cm hatte das Tierchen

Günther blieb an diesem Vormittag erfolglos, vielleicht weil er gestern zu viel gefangen hatte. Wer weiß !?!

Ich sah vom Wehr aus, dass Wolfi und Walki über die Brücke gingen. Sie kamen also wieder zurück. Wir hatten auch keine Lust mehr zum Fischen und fuhren auch zurück zur „Queen“.

Nach kurzer Beratung beschlossen wir bei nächster Gelegenheit durch die Schleuse zu fahren und die letzte Reise in Richtung Killinure Point in Angriff zu nehmen.

So probierten wir noch von Athlone aus bis zum See zu schleppen, aber auch hier war nichts mehr los. Wir holten die Angeln ein und begannen diese schon einzupacken. Inzwischen hatten wir wieder herrlichen Sonnenschein, nur leichte Federwolken waren noch zu sehen. Wir fuhren über den See, der leichten Wellengang hatte. Immer wieder kreuzte ich die 20 cm Wellen um Wolfi und Walki einen kleinen Eindruck zu hinterlassen, wie es sein könnte bei schlechtem Wetter über den See zu fahren. Am Eingang zum Killinure Lough fuhren wir vorbei an unserer Marina. Wir wollten noch in die Inner-Lakes zum Ballykeeran Lough. Beim Campingplatz machten wir an einer Boje fest und bereiteten unser letztes Mittagessen an Bord unserer Wavequeen zu. Restltopf war angesagt. Alles was übrig war in einem Topf angerichtet. Hmmmmmh, lecker. Hier fand ich auch das Boot für Hape. Hape sucht schon seit langem nach einem geeigneten Fischerboot für den Bodensee. Aber dieses war dann doch nicht das Passende.

Gegen 15.00 Uhr starteten wir den Motor der Queen ein letztes mal und fuhren zurück zur Marina. Wir legten an der Tankstelle an. Sofort war Norbert zur Stelle der das Boot gleich auftankte. Er fuhr dann noch etwas hin und her um die Schraube zu prüfen, etc. Als wir endgültig angelegt hatten, das Boot fest angebunden war, begann Norbert mit dem Rest der Abnahme. Alles in Ordnung. Während die anderen mit der letzte Endreinigung des Bootes, sowohl innen als auch außen beschäftigt waren, ging ich zum Büro um das Boot endgültig abnehmen zu lassen. Da das Büro noch besetzt war ging ich in den oberen Stock zu Sven und Anita. Wir quatschten und quatschten und merkten gar nicht wie die Zeit verging. Jetzt wollte ich aber endlich zahlen. Wir gingen ins Büro und wickelten alles nötige ab. Da Sven und Anita am nächsten morgen nicht so zeitig im Büro sein konnten (unser Transfer sollte uns um 9.00 Uhr abholen), verabschiedeten wir uns jetzt schon voneinander und hatten ausgemacht uns am 27.7.05 wieder zu sehen.

Zurück beim Boot, es war inzwischen blitzblank geschrubbt, ein Lob meiner Crew, aßen wir noch eine Kleinigkeit und jeder begab sich dann in seine Koje um die Koffer zu packen. Das Nötigste für den nächsten Tag ließ ich im Schrank.

Abends holte uns dann Norbert ab. Das hatten wir am Nachmittag ausgemacht. Wir fuhren mit den Dinghis ins gegenüber vom Killinure Point liegende Pub.

Mit dabei war noch ein junges deutsches Paar, das ihren ersten Bootsurlaub hinter sich hatte. Es war auch der erste Urlaub in Irland für beide.

Wir genossen diese Nacht noch mal so richtig. Es war schon ein Abenteuer bei völliger Dunkelheit mit dem Dinghi zurück zur Marina zu fahren. Aber alles ging gut und wir kamen unversehrt am Hafen an. Günther und ich sahen dann plötzlich die junge nette Dame vom Ausflugsschiff auf dem Steg. Wir luden sie auf unser Boot ein. Dieser netten Aufforderung konnte sie nicht widerstehen und folgte uns auf unser Boot. Sally, Günther und ich hatten noch eine amüsante lustige Nacht bis 3.00 Uhr morgens. Sally, eine Engländerin, war auf dem Ausflugsschiff beschäftigt. Sie erzählte, dass auf diesem „Dampfer“ 20 Amerikaner untergebracht wären. Pro Person würde eine Woche (nur das Schiff, ohne Flug) 2.500,00 US Dollar kosten. Viel Pinke.

Ich haute mich ein letztes mal auf der „Queen“ aufs Ohr. Gute Nacht.




Tag 8
Startort: Killinure Point
Zielort: Dublin
Um 7.00 Uhr standen alle schon parat. Wir mussten noch das ganze Gepäck von Bord bringen. Einer von uns hatte inzwischen einen Transportwagen organisiert. Diesen vollgeladen liefen wir zur Schranke und warteten auf unseren Transferbus.

Es war wieder ein herrlicher Tag, Sonne pur. Wir machten einen letzten Rundgang durch die Marina und beäugten noch mal die vielen schönen Boote. Wehmut kam auf, warum vergeht eine Woche Bootsurlaub denn immer so schnell !?!

Punkt 9.00 Uhr kam unser Flughafentransfer daher. Ein letzter Blick zurück und ab ging die Post in Richtung Dubliner Flughafen. Auf der Fahrt dorthin machte unser Busfahrer noch einen kleinen Zwischenstopp an einer Tankstelle. Offensichtlich nicht wegen uns weil wir mal mussten, sondern aus Eigeninitiative. Er hatte Hunger. Die Tankstelle war ein gutsortierter kleinerer Lebensmittelladen mit angeschlossener warmen Theke. Auch wir versorgten uns noch mit belegten Broten, Chips und Getränken.

Am Flughafen angekommen mussten wir wieder mal Schlange stehen. Doch nicht lange. Es waren 2 Check In geöffnet. Und Schreck lass nach. Auch hier konnte die nette Dame am Schalter meine 4 Crewmitglieder nicht finden. Das wäre ja überhaupt nicht schlimm, nur sollte sie dann meinen Namen auch nicht finden, denn dann könnten wir alle 5 noch länger auf der Insel bleiben. Doch auch hier löste sich das Problem in Wohlgefallen auf. Die Sicherheitskontrollen waren hier noch ärger als in Stuttgart. Hier musste jeder ausnahmslos die Schuhe ausziehen. Dementsprechend roch es auch. Igitt.

Jetzt hatten wir noch 1 Stunde Zeit bis zum Boarding. Günther und ich gingen auf Souvenir-jagd, während die anderen schon im Restaurant ein letztes bestellten. Beim Boarding traf ich dann Chris wieder und wir plauderten über die leider schon vergangene Woche. Auch Chris und seine Familie war von ihrem heurigen Bootsurlaub hellauf begeistert.

Diesmal bekam ich von Chris eine Dose Guinness überreicht. Als wir diese getrunken hatten durften wir auch schon in den Flieger. Platz genommen, kurz gewartet und schon hob die Maschine ab.

Mit 15 min. Verspätung in Stuttgart angekommen, wartete unser privater Zubringer schon am Flughafen. Auf der Rückfahrt nach Hause wurde fast nichts gesprochen. Warum? Die meisten schliefen.

Zu Hause angekommen, blieb nichts anderes mehr übrig als die Urlaubsplanung für das nächste Jahr in Angriff zu nehmen. Wann, mit wem, bei wem, welche Route, wie lange, warum überhaupt (ups, blöde Frage die letzte), Fragen über Fragen. So vergeht die Zeit bis zum nächsten mal vielleicht etwas schneller als sonst.

Auch dieser Urlaub zeigte sich wettermäßig von seiner schönsten Seite. Die 1 ½ Tage mit Bewölkung und leichtem Regen hatten gar nicht gestört. Das heurige Boot von Waveline, die Wavequeen, war eines der besten Boote die wir je hatten. Vielleicht verbringen wir unseren nächsten Urlaub auch wieder mit einem Boot von Waveline, mal schauen.

Auf jeden Fall freuen sich alle schon wieder auf das nächste Irlandabenteuer in 2006.

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Mehr als 12.200 Bewertungen

Das sagen unsere Kunden …

Ines G., Konstanz, 15.01.2017:

Irlands schöner Osten (6 Tage / 5 Nächte) Reise: sehr gut
Preis-Leistung: sehr gut

Toller Service, es hat alles super und unkompliziert geklappt. Ist total zu empfehlen, ...

Martin S., Leibnitz, 07.01.2017:

Wild Atlantic Way (+/- 11 Tage) Reise: gut
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Gute Information vorab, auch auf Detailfragen immer eine rasche, freundliche Antwort, ...