Irland Gewinnspiel

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Wie heißen die drei Ross-Mädchen?

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Leseprobe Kapitel 1 - 3 «Ein irischer Dorfpolizist»

von Graham Norton – erschienen bei KINDLER

Kapitel 1 - Teil 1

Es war in der Einwohnerschaft von Duneen weitgehend akzeptiert, dass, sollte ein Verbrechen geschehen und es Sergeant Collins gelingen, den Täter festzunehmen, dieser Verhaftung wohl kaum eine Verfolgung zu Fuß vorausginge. Die Leute mochten ihn durchaus, und es gab im Grunde keine Beschwerden, aber es sorgte dennoch für einige Beunruhigung, dass die Sicherheit im Dorf von einem Mann abhing, dem schon beim Gang zur Kommunion der Schweiß ausbrach.

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An diesem speziellen Morgen jedoch wirkte niemand übermäßig besorgt. In der Main Street war, da sie die einzige Straße war, am meisten los. Das Dorf hatte den Wintereinbruch noch vor sich, und doch sah Susan Hickey aus, als wollte sie zu einer Expedition in die Arktis aufbrechen. Sie kauerte unbeholfen mit einer Drahtbürste an ihrem Gartentor und versuchte, ein paar Rostflecken zu entfernen. Gleichzeitig zählte sie mit, wie viele Weinflaschen Brid Riordan behutsam in die Recyclingtonne legte. Sechzehn! Schämte sich diese Frau denn überhaupt nicht? Auf der anderen Straßenseite, vor dem Pub, hustete Cormac Byrne einen sehr befriedigenden Schleimklumpen heraus und spuckte ihn in hohem Bogen in den Rinnstein. Drüben bei der Telefonzelle sah der schmuddelige schwarz-weiße Collie auf, der den Lyons von der Autowerkstatt gehörte, überzeugte sich davon, dass alles genauso uninteressant war wie vermutet, und legte seinen Kopf zurück zwischen die Pfoten. Vor O’Driscolls Laden, Poststation und Café in einem, hing das Polizeiauto tief über den Reifen und erweckte den Eindruck, schon länger nicht mehr vom Fleck bewegt worden zu sein. Auf dem Fahrersitz, den Bauch hinter das Steuerrad gezwängt, saß Sergeant Patrick James Collins. Die Namen hatte er bekommen, weil der Vater seiner Mutter, Patrick, genau sechs Wochen vor der Geburt ihres Sohnes gestorben und weil seine Mutter ein Riesenfan von James Garner war, dem Schauspieler, der die Hauptrolle in den Detektiv-Rockford-Filmen spielte. Sein Vater hatte den Familiennamen beigesteuert. Rückblickend war die sorgfältige Auswahl seiner Taufnamen vergebliche Mühe gewesen, denn jeder kannte ihn einfach nur als PJ.
PJ Collins war nicht schon immer dick. Er hatte an langen Sommerabenden in der Gasse hinter dem Laden seiner Eltern in Limerick zusammen mit den anderen Kindern herumgetobt. Sie hatten mit Blechdosen gekickt, Verstecken und Blindekuh gespielt. Das schrille Gelächter, Bezichtigungen wegen Schummelns und gelegentliches Heulen hatten die ruhige Abenddämmerung erfüllt, bis das Klappern eines Kochsiebs oder das Zischen bratender Zwiebeln sie zum Abendessen nach Hause gerufen hatte. Er vermisste dieses Gefühl, einfach dazuzugehören. Er konnte sich kaum noch daran erinnern, wie es war, nicht aufzufallen oder beurteilt zu werden. Die Pubertät hatte für ihn eine Kombination aus Hunger und Trägheit mit sich gebracht, die zu einer fetten Schwarte und zum Ende seines Daseins als Mitglied der Clique geführt hatte. Er hatte das Genörgel seiner Mutter nicht gebraucht, um mitzubekommen, was geschah, aber irgendwie und trotz andauernder heimlicher Schwüre, sein Gewicht unter Kontrolle zu bekommen, wurde er einfach nur immer dicker und dicker, bis er beim Schulabschluss schließlich das Gefühl hatte, abzuspecken läge jenseits seiner Möglichkeiten.
Im Rückblick erkannte er, dass er sich hinter seinem Umfang versteckt hatte, um sich nicht all den Bewährungsproben der Pubertät aussetzen zu müssen. Er musste den Mut, ein Mädchen nach einer Verabredung zu fragen, gar nicht erst zusammenkratzen, denn welche von den Margarets oder Fionas mit ihren langen weißen Hälsen und dem schimmernden Haar würde sich auf der Tanzfläche von seinen warmen, klammen Händen festhalten lassen wollen? Die anderen Jungs versuchten, sich gegenseitig mit schicken Ledersohlen-Schuhen oder schrillen Aufklebern auf ihren Fahrrädern zu übertrumpfen, doch PJ wusste, dass er, ganz gleich, was er tat, niemals eine coole Erscheinung wäre. Übergewichtig zu sein, hatte ihn nicht unbedingt glücklich gemacht, aber es hatte ihm eine Menge Herzschmerz erspart. Es hatte ihn ungeschoren davonkommen lassen.
Das Leben als Polizist behagte PJ. Er fühlte sich durch die Uniform und das Auto kein bisschen fremdartiger als ohnehin schon immer, und die strikte professionelle Distanz, die er zwischen sich und den Nachbarn aufrechtzuerhalten hatte, stellte für ihn keine große Herausforderung dar. Er starrte aus dem Fenster auf den langen, niedrigen Hügel, über den die Touristen zur Küste und zu der Schönheit weiterfuhren, die ihnen dort versprochen worden war. In Duneen hielten die Leute nicht an. Zur Verteidigung der Durchreisenden sei gesagt, dass dazu auch kaum ein Grund bestand. Nichts hob das Dorf von irgendeinem anderen ab. Eingezwängt in ein sanftes grünes Tal, war die Straße von unregelmäßigen Reihen zwei- und dreistöckiger Häuser gesäumt, die vor langer Zeit in den Pastelltönen gestrichen worden waren, bei denen man gewöhnlich an Babykleidung denkt. Am Ende der Main Street führte eine alte Brücke über den Fluss Torne. Jenseits davon wachte eine gedrungene graue Kirche über einen niedrigen Hügel. Keine lebende Seele konnte sich an Zeiten erinnern, in denen es auch nur ein winziges bisschen anders ausgesehen hätte. Die Zeit verging nicht in Duneen; sie versickerte.
PJ tupfte mit dem befeuchteten Zeigefinger die Toastkrümel von seinem Oberschenkel auf, hob den Finger zum Mund und seufzte. Gerade elf Uhr vorbei. Noch gute anderthalb Stunden bis zum Mittagessen. Welcher Tag war noch mal? Mittwoch. Schweinekoteletts. Er ging davon aus, dass es auch den Rest Crumble vom Abend davor geben würde, doch dann fiel ihm wieder ein, dass er ihn vorm Schlafengehen noch schnell im Stehen vor dem hohen Kühlschrank aufgegessen hatte. Bei dem Gedanken daran, wie seine Haushälterin Mrs. Meany die leere Kuchenform in der Spüle finden würde, errötete er leicht. Sie würde vor sich hin schimpfen, während sie die Form unter heißem Wasser spülte, und gleichzeitig schon planen, welches Zuckerzeug sie als Nächstes aus dem Hut zaubern würde, um ihn in Versuchung zu führen. Ohne sie wäre er garantiert nur halb so dick. Ganz bestimmt würde ihm ein Sandwich zum Mittag genügen. Er brauchte keine zwei Hauptmahlzeiten und schon gar keine zwei Nachtische. Das warme Frühstück jeden Morgen aß er nur, weil sie es ihm vor die Nase stellte, bevor er protestieren konnte. Sein Arm zuckte, als er sich vorstellte, wie er die Kühlschranktür gegen ihre schmale Gestalt knallen ließ, sodass sie auf den Boden fiele, fortan nicht mehr imstande, ungläubig die Augen aufzureißen, wenn sie seinen Teller abräumte. «Tja, da muss man nicht fragen, ob Ihnen das geschmeckt hat, Sergeant!»

Kapitel 2 - Teil 2

Ein Klopfen an der Seitenscheibe unterbrach seine rabiate Träumerei. Es war Mrs. O’Driscoll selbst, die aus dem Laden gekommen war. Normalerweise war es ihre Tochter, Maeve, oder das magere polnische Mädchen, dessen Namen er vergessen hatte, nach dem erneut zu fragen ihm jedoch zu peinlich war. Er drehte den Zündschlüssel, drückte auf die Taste, um das Fenster herunterzulassen, und räusperte sich. Er hatte seit seinem Abschied von Mrs. Meany um Viertel vor neun mit niemandem gesprochen.

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«Das Wetter ist wieder recht schön geworden.»
«Ja, Gott sei Dank. Ich habe Ihnen eine Tasse Tee gebracht, um Ihnen das Aussteigen zu ersparen.»
Mrs. O’Driscoll entblößte ihre kleinen, gepflegten Zähne und lachte. Sie war einfach nur freundlich, und doch klang sie für PJ wie eine Frau, die einen fetten, in den Fahrersitz gequetschten Mann wie ihn auslachte, während sie sich in ihrer eigenen schlanken Figur aalte. Sie streckte ihm eine dampfende Tasse samt Untertasse entgegen. Dann schoss ihr anderer Arm vor und hielt ihm einen Teller mit einem marmeladebestrichenen Scone vors Gesicht.
«Sie sind frisch aus dem Ofen, und die Marmelade ist von der Pfarrersfrau.»
«Sie sind zu freundlich», sagte er mit einem gezwungenen Lächeln. Wusste irgendjemand, dass ein simpler Scone eine derartige Gefühlsverwirrung hervorrufen konnte? Er fühlte sich gleichzeitig bevormundet, wütend, gierig, hungrig und unterlegen.
«Lassen Sie es sich schmecken, und keine Sorge, ich schicke Petra in einer Minute, um den Teller abzuholen. Sie machen ja bestimmt kurzen Prozess damit!» Noch ein Lachen, dann eilte sie über den Gehweg zurück in den Laden.
PJ stellte die Teetasse auf den Beifahrersitz und nahm den Scone in die Hand. Er zwang sich, ihn mit zwei Bissen aufzuessen statt mit einem, und leckte sich die Marmelade aus den Mundwinkeln. Teller abgestellt, Untertasse hochgenommen, schlürfte er einen Schluck Tee. Im Radio stellte der Moderator Quizfragen zu Kinofilmen. Nennen Sie die originalen Ghostbusters. Tja, das ist nicht schwer. Bill Murray, Dan Akroyd und … wie hieß noch mal der andere? Er schloss die Augen, um sich den Schauspieler vorzustellen, doch stattdessen beschwor er das grinsende Gesicht Emma Fitzmaurice’ herauf. Sie hatten sich damals zu Ghostbusters verabredet. Er spürte die Verlegenheit durch seinen Körper wallen, als hätte das alles erst am Abend zuvor stattgefunden. Seine unbeholfenen Bemühungen, sich schräg auf den schmalen Kinosessel zu setzen, damit er versuchen konnte, ihr den Arm um die Schultern zu legen. Und wie sie ihn dann angesehen und gelacht hatte. Ohne sich wenigstens ein bisschen Mühe zu geben, seine Gefühle nicht zu verletzen, es war einfach nur blanker Spott. Warum hatte sie seine Einladung überhaupt angenommen? Ganz gleich, wie peinlich oder demütigend ein Nein hätte sein können, es wäre immer noch besser gewesen, als geradeaus auf die Leinwand zu starren und dabei die Tränen zu unterdrücken, während neben ihm ihre Schultern zuckten. Diesen Fehler hatte er niemals wieder begangen.
Erneut wurde an die Seitenscheibe geklopft. Er drehte sich um und erwartete … wie zum Teufel hieß sie gleich noch? … doch stattdessen hatte er ein Gesicht vor sich, das er nicht kannte. Einen großen Mann Ende vierzig mit wettergegerbter Haut und einem rasierten Schädel, der die Kahlheit verbergen sollte, die viel zu früh eingesetzt hatte. Er trug eine hellgelbe Warnweste, und unter den Arm hatte er einen Schutzhelm geklemmt. PJ vermutete, dass er auf der Baustelle oben hinter der Grundschule arbeitete, wo eine neue Wohnsiedlung errichtet wurde. Die Scheibe glitt herunter.
«Sergeant. Der Vorarbeiter hat mich runtergeschickt. Wir haben da oben was gefunden.» Der Bauarbeiter hob die Hand in die ungefähre Richtung der Schule.
Das war ein gutes Gefühl. Er wurde gebraucht. Nach einem Schluck Tee in aller Ruhe sah PJ auf und fragte: «Und was genau?»
Die Ermittlung hatte begonnen.
«Vielleicht ist es auch gar nichts. Einer von den Jungs hat gesagt, einfach weitermachen, aber ich und der Vorarbeiter dachten, da sollte besser mal jemand einen Blick drauf werfen.»
«Richtig so, ich fahre rauf. Wollen Sie mitfahren?»
«Oh danke. Das mach ich.»
PJ fiel ein, dass er die Tasse und die Untertasse in der Hand hielt, und natürlich war da auch noch der Teller. Das war unangenehm. Das war nicht der gewandte moderne Polizeibeamte, der er sein wollte. Er zögerte einen Moment, dann rief er sich ins Gedächtnis, dass er ein Sergeant war und dieser Mann ein einfacher Arbeiter. Er streckte ihm das Geschirr entgegen.
«Würden Sie das hier mal schnell für mich in den Laden zurückbringen, guter Mann?»
Der Bauarbeiter rührte sich nicht. Würde er nein sagen? War er beschränkt? Doch dann nahm er wortlos die Sachen, brachte sie in den Laden, kehrte zurück und stieg auf der Beifahrerseite ein. Als er im Auto saß, schien er viel breiter zu sein, als er auf der Straße gewirkt hatte. Ihre Schultern berührten sich. Als Sergeant Collins den Motor anließ und zurückstieß, legte er die Hand hinter den Beifahrersitz, damit er besser durch die Heckscheibe sehen konnte. Das umständliche Manöver, die Nähe eines anderen warmen Körpers – mit einem Schlag fühlte er sich zurückversetzt in die Dunkelheit des Kinos, neben Emma. Aber dieses Mal, dachte PJ, lacht keiner.
Das Auto rollte mit einem satten Reifenknirschen auf dem Kies rückwärts und fuhr nach einem glatten Gangwechsel schnell die Straße entlang, den Hügel hinauf zum östlichen Teil des Dorfes, vorbei an der Schule und bis zu dem Gelände, das einmal der Bauernhof der Burkes gewesen war. Susan Hickey und der Collie sahen auf, als der Polizeiwagen verschwand und nur die Wolke aus uraltem Staub zurückließ, die er aufgewirbelt hatte. Sergeant Collins entschlüpfte ein Grunzen. Aus irgendeinem Grund fühlte er sich gut. Er fühlte sich wie ein Gewinner.

Kapitel 2 - Teil 1

Noch bevor das Motorengeräusch des Polizeiautos verhallt war, wurde die Tür des O’Driscoll-Ladens geöffnet, und Evelyn Ross trat auf die Straße. Mit ihrem hellroten Wollmantel, dem Weidenkorb und der dunkelblauen Baskenmütze wirkte sie auf der Hauptstraße von Duneen völlig fehl am Platze. Groß, mit kastanienbraunem Haar und diesen feinen Gesichtszügen, die es sehr schwer machten, ihr Alter zu schätzen – um die vierzig? – ,

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war dies der Typ Frau, der Tennispartys in den Hamptons organisierte oder die Reiter vor einer Jagd mit Glühwein von einem Tablett versorgte, und nicht der Typ Frau, der an der Telefonzelle und der Tankstelle vorbeitrottete, ohne etwas anderes in seinem Korb zu haben als eine kleine Tüte Haferflocken und den wöchentlichen Southern Star. Sie ging mit sorgsamen Schritten über das kurze Stück mit unebener Pflasterung und knöpfte ihren Mantel auf. Es war unglaublich mild für Ende November. Der Collie folgte ihr ein paar Meter, doch dann schwenkte er Richtung Heimat auf den Vorplatz der Tankstelle ab. Susan Hickey sah nicht einmal auf.
Im Dorf und in den Ortschaften in der Nähe war Evelyn, was man «allseits bekannt» nennen könnte. Ohne dass sie prominent gewesen wäre, wusste doch jeder, wer sie war, und wenn nicht, bekam er es bald erzählt. Sie war eins der Ross-Mädchen von Ard Carraig. Es waren drei. Abigail, Florence und die Jüngste, Evelyn. Alle unverheiratet, lebten sie in dem großen Haus mit der Natursteinfassade etwa eine Meile außerhalb des Dorfes.
Ihre Eltern waren mit ihrem florierenden Bauernhof und anscheinend irgendwelchen Geldanlagen die wohlhabendsten Leute in der Region gewesen. Robert Ross hatte das Land eingebracht und seine Braut Rosemary, die einzige Tochter eines Bankmanagers in Cork, die Aktien. Alle hatten sich gefragt, wie die zarte junge Frau aus der großen Stadt auf dem Bauernhof zurechtkommen würde, aber sie war tatsächlich aufgeblüht. Bald gab es kaum noch ein Komitee oder einen Vorstand, die sich nicht rühmen konnten, Rosemary Ross als Mitglied zu haben.
Das junge Paar war überglücklich gewesen, als seine erste Tochter Abigail auf die Welt gekommen war, doch auch wenn sie es niemals aussprachen, hatte sich diese Freude in spürbare Enttäuschung verwandelt, als es auch beim dritten Mal ein Mädchen wurde. Das war doch ungerecht. Wo blieb ihr Sohn? Nach Evelyn folgten zwei Fehlgeburten und dann nichts mehr. In Robert machte sich das Gefühl breit, seine Frau litte unter seinem Verlangen nach ihr und einem Sohn. Die innigen feuchten Küsse wurden keusch, kaum dass sich ihre Lippen berührten, wenn er das Licht ausgeschaltet hatte. Zwei Menschen voller Liebe lagen in der Dunkelheit, doch beide glaubten, den anderen enttäuscht zu haben. Manche Ehen sind ein Lodern der Leidenschaft, andere sterben, und ein paar ziehen sich einfach zurück wie ein verwundetes, bezwungenes Tier.
Seltsamerweise war es der Krebs, der ihre Ehe wieder zum Leben erweckte. Während Rosemarys letzter Monate entdeckten sie und Robert, dass es ihre Liebe noch immer gab; dass sie nur unter Schichten von Missverständnissen und verpassten Gelegenheiten begraben war und darauf wartete, zutage gefördert zu werden wie diese perfekt erhaltenen Moorleichen. Natürlich blieben ihre Gefühle unausgesprochen, doch jede unaufgefordert gebrachte Tasse Tee mit zu viel Milch, jede tropfende Untertasse, die von abgearbeiteten, schmutzigen Fingern auf ihren Nachttisch neben ihren Rosenkranz gestellt wurde, sagten ihr, dass er sie noch immer liebte. Und in jenen dunklen, endlosen Stunden vor der Morgendämmerung erlaubte sie ihm, ihren mageren Körper zu halten, wenn sie schluchzte, und er begriff, dass auch sie ihn noch immer liebte.
Evelyns erster Schultag nach der Beerdigung ihrer Mutter war schwierig. Die meisten Mädchen gingen ihr aus dem Weg, unsicher, was sie sagen oder wie sie sich verhalten sollten, und dann waren da noch die paar, die unter anderem hatten wissen wollen, ob sie die Leiche gesehen hatte. Es war eine Erleichterung, wieder beim Tor von Ard Carraig anzukommen, und als sie die baumgesäumte Zufahrt zum Haus entlangtrottete und ihr der Ranzen schwer auf dem Rücken hing, erlaubte sie es sich zu weinen. Sie hatte den ganzen Tag keine einzige Träne vergossen und wusste, dass ihre Mutter stolz auf sie gewesen wäre, aber jetzt, als sie die dunklen Fenster vor sich sah, war alles zu viel. Alles schien grau und trostlos und würde es für immer bleiben, weil ihre Mammy gestorben war.
Während sie um das Haus herum in den Hof ging, spürte sie, wie der frostige Wind ihre feuchten Wangen trocknete. Ihre Schritte verlangsamten sich, als sie versuchte, den Moment hinauszuzögern, in dem sie die kalte, düstere Küche betreten musste. In der kein Radio lief und kein auf dem Kuchendraht auskühlendes Gebäck seinen Duft verbreitete. Als sie an der Hintertür war, bemerkte sie einen Lichtschein in der Werkstatt hinten am Hof. Über die Jahre sollte sie noch häufig diesen kurzen Weg nachvollziehen und jede Einzelheit durchdenken. Das Dutzend Schritte über die glatten Pflastersteine, ihre kleine Hand, mit der sie die schwere Holztür aufschob, von der die Farbe abblätterte, der Schatten auf dem Boden, der sich langsam von einer Seite zur anderen bewegte, die Arbeitsstiefel mit dem schmutzigen Sohlenprofil und einem offenen Schnürsenkel, die Hände, die noch am Morgen ihren Kopf gestreichelt hatten und nun schlaff herabhingen. Das Knarren des Stricks. Damit endeten ihre Erinnerungen. Sein Gesicht konnte sie nie sehen. Das Gesicht ihres Vaters, der einer Welt nicht mehr ins Gesicht sehen konnte, in der es seine Rosemary nicht mehr gab.

Kapitel 2 - Teil 2

Anfangs wusste niemand so genau, was aus den drei Ross-Töchtern werden würde. Frauen aus dem Dorf waren zu ihnen ins Haus gekommen, um für sie zu kochen, und mehrere Männer hatten sie bei der Planung der Beerdigung unterstützt, doch bald wurde den Leuten klar, dass ihre Anwesenheit weder gebraucht wurde noch erwünscht war.

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Die älteste Tochter, Abigail, übernahm die Verantwortung auf eine Art, die einen beinahe zu dem Gedanken verleiten konnte, sie hätte auf genau diese Situation gewartet. Sie kümmerte sich um die Verpachtung des Landes an einen Bauern aus der Umgebung, und mit diesem Geld konnte Florence auswärts eine Ausbildung zur Lehrerin machen. Evelyn führte den Haushalt, obwohl sie die Jüngste war, und übernahm den größten Teil des Putzens und Kochens. Sie hatte gedacht, dieses Arrangement würde irgendwann wieder enden, doch irgendwie fand sie nie den richtigen Zeitpunkt, um Abigail allein zu lassen; und dann, als Florence nach Duneen zurückkehrte, um in der Dorfschule zu unterrichten, schien es, als wären sie eben einfach dazu bestimmt zusammenzubleiben, aneinandergefesselt durch Schwermut und ihr großes Haus, das keine einzige glückliche Erinnerung mehr barg.
Sechsundzwanzig Jahre später jedoch, als sie mit ihrem Weidenkorb die gleiche Zufahrtsstraße entlangging, dachte Evelyn Ross nicht an die Vergangenheit. Abigails Ladys sollten am Nachmittag zum Bridge kommen, und Evelyn überlegte, welches Abendessen sie auf dem Servierwagen mit dem Tee ins Wohnzimmer rollen sollte. Vielleicht würde sie das gute China-Porzellan mit den gelben Rosen nehmen. Oder war das übertrieben? Würde Abigail die Augen verdrehen? Evelyn beschloss, sich darum nicht zu kümmern. Das Geschirr war hübsch, und überhaupt, wozu schonten sie es? Welche Gelegenheit auf Ard Carraig wäre je besonders genug, um seine Benutzung zu rechtfertigen?
Als sie im Haus war, hängte sie ihren Mantel an den Ständer neben der Gefriertruhe, schaltete das Radio an und begann das Mittagessen vorzubereiten. Sie warf einen Blick auf die Uhr. 12 : 15. Florence wäre bald von der Schule zurück, und sie hatte es immer eilig. Die Suppe dampfte auf der Herdplatte, und die Sodabrot-Scheiben waren auf einen Teller gefächert, als sie das vertraute Pling der Fahrradklingel hörte, als Florence hastig ihr Rad an die Wand neben der Hintertür lehnte und mit einem Schwall kalter Luft hereineilte.
Von den drei Schwestern galt Florence als die hübscheste. Sie trug ihr hellbraunes Haar schulterlang und mit einem Seitenscheitel. Evelyn beneidete sie um ihre «Kurven», wie das in den Zeitschriften genannt wurde, allerdings tat Florence nichts, um ihre Vorzüge hervorzuheben. Die Schottenröcke und dicken Strickpullover, die den größten Teil ihrer Garderobe ausmachten, ließen sie immer ein wenig nach Schülersprecherin aussehen. Sie schien stärker außer Atem zu sein als gewöhnlich. Evelyn spürte sofort, dass sie Neuigkeiten mitbrachte.
«Riesenaufregung!»
«Was ist los?»
«Also, ich war gerade mit Geographie durch, als das Polizeiauto vorbeigerast ist.»
Florence hängte ihren Anorak über eine Stuhllehne und setzte sich. Sie nahm ein Stück Brot und legte eine Pause ein, um die Spannung zu steigern.
«Und?»
«Ich dachte mir zuerst nichts dabei, aber als ich gerade eben gegangen bin, habe ich es oben bei der Neubausiedlung stehen sehen. Ich wollte nicht neugierig erscheinen, also bin ich nicht raufgeradelt, aber als ich durchs Dorf kam, habe ich ein paar von den Bauarbeitern vor dem Laden gesehen, also hab ich angehalten und gefragt, was los ist. Da kommst du nie drauf!»
«Stimmt. Keine Chance», sagte Evelyn, während sie drei Suppenteller aus der Anrichte nahm. Dieses Spiel hatten sie schon öfter gespielt.
«Sie haben etwas gefunden, als sie die Fundamente ausgehoben haben, und sie glauben, es ist eine Leiche!»
Die Suppenteller zerschellten klirrend auf dem Boden, die Scherben flogen in sämtliche Richtungen auseinander.

Kapitel 3

Duneen hatte es irgendwie fertiggebracht, dem Internet durch die Maschen zu schlüpfen. Kein 4 G, kein 3 G, überhaupt kein Empfang. PJ starrte auf sein nutzloses Handy und wusste nicht recht, was er als Nächstes tun sollte. Es bestand kaum ein Zweifel daran, dass die Bauarbeiter eine Leiche ausgegraben hatten oder zumindest Teile davon. Den ersten Verdacht hatten lange weiße Knochen erregt, doch inzwischen hatten sie auf dem großen Hügel aus dunkler Erde Gesellschaft von etwas bekommen, das eindeutig ein menschlicher Schädel war.

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Es war PJ bewusst, dass ihn der Vorarbeiter und die übrigen Männer, die in der Nähe herumstanden, erwartungsvoll ansahen. Sie standen vollkommen unbeweglich da, jeder mit der vorgeschriebenen neongelben Jacke, weiße Schutzhelme in prekären Winkeln auf dem Kopf. PJ hätte ein Würdenträger bei der Visite sein können oder der Pfarrer, der gekommen war, um die Arbeiten zu segnen. Er versuchte, den Schweißtropfen zu ignorieren, der ihm seitlich an der Nase hinabrann. Dies war ganz klar der Augenblick, um seine Autorität auszuüben, doch in Wahrheit wollte er nur eine übergeordnete Stelle kontaktieren. Das hier würde die Ermittlungen von Detectives erfordern, den Coroner, die Rollen mit dem Plastikband, das von der Garda Síochána, der irischen Nationalpolizei, bei Großereignissen benutzt wurde. Er musste irgendwo welches haben, aber nur Gott wusste, wo. Unklare Erinnerungen an seine Ausbildung in Templemore sagten ihm, dass man unter keinen Umständen einen Tatort unbewacht zurücklassen sollte, doch er wusste genauso, dass seine Knochen bleich wie die da unten wären, bis hier durch Zufall ein hochrangiger Polizeibeamter vorbeikäme. Er wandte den Blick von den Ausgrabungen ab, sah zur Schule hinüber, zog sein Notizbuch heraus, um Zeit zu gewinnen, und hoffte dabei inständig, den Eindruck zu vermitteln, dass er einem genau vorgeschriebenen Prozedere folgte.
Auf keiner Baustelle war es jemals so still gewesen. Eine Holztaube gurrte leise in einem Baum in der Nähe, und in der Entfernung hörte man einen Traktor im Leerlauf. Einer der Bauarbeiter unterdrückte ein Husten. Sollte er die menschlichen Überreste liegen lassen und weggehen, um Meldung zu machen, oder sollte er vor Ort bleiben und jemand anderen beauftragen, die Welt da draußen über das aufregendste Vorkommnis zu informieren, das es in seiner gesamten Berufslaufbahn je gegeben hatte? Mit einem Mal war er sicher. Er schlug das Notizbuch auf und sah den Vorarbeiter an.
«Haben Sie hier ein Seil?»
«Haben wir.»
«Gut, ich möchte, dass Sie diesen Bereich hier damit absperren, von der Stelle um die Knochen bis zur anderen Seite der Baugrube. Können Sie das für mich tun?»
«Kein Problem.»
«Außerdem müssen Sie mir dafür sorgen, dass absolut niemand diesen Bereich betritt», er begann zu seinem Auto zu gehen, «bis ich mit den …»
Shit! Er hatte das Wort vergessen. Wie war es noch? Bitte, bitte, bitte, flehte er in Gedanken.
«Forensikern wiederkomme!», verkündete er ein bisschenzu laut und mit einem breiten Lächeln, das niemand verstand, abgesehen von ihm selbst.

Das Gebäude, das als Polizeiwache von Duneen diente, hatte sein Dasein als Bungalow eines pensionierten Lehrers angefangen; eine Schachtel mit Kieselrauputz, einer Tür in der Mitte und rechts und links davon je einem großen rechteckigen Fenster. Das ehemalige Wohnzimmer mit seinem pfirsichfarben gekachelten Kamin und der Decke mit Strukturputz beherbergte nun PJs Dienstsitz, die übrigen Zimmer waren seine Wohnräume. Einige Möbel hatten zur Grundausstattung gehört, die übrigen waren eine Mischung aus Funden in Trödelläden und ein paar Stücken, die seine Schwester nicht genommen hatte, als ihre Eltern gestorben waren. Es war die Art planloser Inneneinrichtung, mit der man in einem heruntergekommenen Bed and Breakfast oder einem Altenheim rechnen kann. Nicht unbequem im Grunde, aber auch nicht besonders geeignet, um sich zu Hause zu fühlen.
PJ stellte das Auto in der kurzen Zufahrt ab. Hinter dem Haus lag ein langer, schmaler Garten, der sich bis zum Fluss erstreckte, was bedeutete, dass er in den meisten Wintern überschwemmt war, allerdings hatte es das Wasser bisher noch nie bis durch die Hintertür geschafft. Von Entschlossenheit erfüllt, manövrierte der Sergeant seine Massen mit relativer Geschwindigkeit um das Auto herum und zu dem schmalen Glasvordach. In der Luft hing der Geruch nach gebratenen Schweinekoteletts.
Mrs. Meany, ein Geschirrhandtuch in der Hand, erwartete ihn in der Diele. Die alte Dame war PJs Vollzeit- Haushälterin, wohnte allerdings allein in einem Cottage am anderen Ende des Dorfes. Sie hatte eine ganze Reihe von Jahren in Duneen als Pfarrhaushälterin gearbeitet, doch dann hatte sich Miss Roberts, die Direktorin des Hotels in Ballytorne, zur Ruhe gesetzt und Mrs. Meany gebeten, sich um sie zu kümmern, weil sie sonst niemanden hatte. Als Anreiz hatte sie ihr das Cottage in Aussicht gestellt. Das Arrangement hatte sich sehr gut für Mrs. Meany geeignet. Sie mochte das kleine Cottage und das Gefühl, dass es ihr ganz allein gehörte. Niemand konnte es ihr wegnehmen, und wie ein Tier, das seine Duftmarken setzt, hatte sie jede verfügbare Oberfläche mit oftmals abgestaubten Porzellanfiguren und kleinen Glasornamenten vollgestellt. Nach Miss Roberts Tod hatte sie für mehrere Leute im Dorf gekocht und geputzt, bevor sie als Vollzeitkraft in der Polizeiwache angefangen hatte.
«Da sind Sie ja, Sergeant. Ich habe schon angefangen zu denken, es wäre etwas passiert.» Sie wedelte mit dem Geschirrhandtuch und drehte sich zur Küche um.
«Nun, nach Lage der Dinge, Mrs. Meany …» Er hörte seine eigene Stimme. Er klang ärgerlich. Warum klang er ärgerlich? «… ist tatsächlich etwas passiert.»
Die alte Dame drehte sich mit angemessen schockiertem und fasziniertem Gesichtsausdruck um. Erfreut von ihrer Reaktion fuhr PJ fort. «Ich habe gerade eine Leiche gefunden.»
«Sie haben was?»
«Eine menschliche Leiche!»
Er hatte sein Leben lang darauf gewartet, diese Worte aussprechen zu können, und es fühlte sich genauso gut an, wie er es sich immer vorgestellt hatte.
«Gott steh uns bei!», keuchte Mrs. Meany und hob beide Hände zum Hals, als würde sie den Kragen einer imaginären Strickjacke enger um sich ziehen. «Wo?»
«Ich habe keine Zeit. Ich muss Cork informieren», verkündete er und ging in sein Büro, während Mrs. Meany vor der Küchentür einen seltsamen kleinen Tanz der Unsicherheit aufführte, wie eine Figur vor einem Wetterhäuschen, die sich nicht entscheiden kann, ob es Regen oder Sonnenschein geben wird.
Als PJ den Hörer auflegte, überkam ihn eine merkwürdige Ernüchterung. Unterstützung war unterwegs, das war genau, was er wollte, was er brauchte, doch wenn sie erst einmal eingetroffen war, wäre es nicht mehr sein Fall. Er wäre einfach ein weiterer nutzloser Mann, der am Schauplatz herumstand, eine Art Verbrechens-Butler im Dienst derjenigen, die herausfinden würden, wessen Leiche dies war und was den Tod verursacht hatte. Handelte es sich überhaupt um ein Verbrechen? Die Anzugträger aus Cork würden noch mindestens eine Stunde brauchen, bis sie im Dorf angekommen waren. Gab es etwas, das er noch tun konnte? Womöglich knackte er diesen Fall ja in den nächsten sechzig Minuten. Er lächelte über seinen eigenen Wahnwitz.
Es klopfte an der Tür, und bevor er etwas sagen konnte, kam Mrs. Meany herein, die ein dampfendes Tablett balancierte. PJ schob seinen Stuhl vom Schreibtisch zurück.
«Keine Zeit fürs Mittagessen heute, Mrs. Meany.»
«Kein Mittagessen?» Ihre Stimme klang, als hätte er verkündet, am Nachmittag Selbstmord begehen zu wollen.
«Wollen Sie nicht wenigstens einen kleinen Bissen essen, bevor Sie gehen?», sagte sie mit gesenktem Kopf wie ein Hund, der zwischen den Ohren gekrault werden will. Sie stellte den Teller auf den Schreibtisch und zog Messer und Gabel aus ihrer Schürzentasche.
«Es tut mir leid, Mrs. Meany, aber ich muss zurück zu der Baustelle. Sie schicken ein paar uniformierte Jungs, um den Tatort zu sichern.»
Erneut zog Mrs. Meany ihre imaginäre Strickjacke enger zusammen.
«Burkes Hof? Haben Sie die Leiche dort gefunden?»
«Genau.» PJ zog seine Jacke wieder an.
«Was für eine Leiche war es?»
«Nur Knochen … ist zu früh, um was Genaues zu sagen.»
Die alte Dame hielt sich am Schreibtisch fest und schluckte Luft wie ein grauhaariger Goldfisch. Ihre Stimme war bloß noch ein Flüstern. «Jesus, Maria und … Könnte es Tommy Burke sein?»
Der Sergeant trat einen Schritt zurück in den Raum.
«Der Knabe, dem der Bauernhof gehört hat? Der ist bestimmt nicht tot.»
«Nein?» Ihre Augen verengten sich.
«Er ist einfach abgehauen, oder? Nachdem er Ärger wegen eines Mädchens hatte, war’s nicht so?»
«Das dachten wir alle, aber im Dorf hat nie wieder jemand etwas von ihm gehört oder gesehen, und es muss jetzt siebzehn … nein, mehr, weil Sie ja seit beinahe fünfzehn Jahren hier sind, also muss es eher zwanzig Jahre her sein, dass er verschwunden ist. Es würde schrecklich viel Sinn ergeben, wenn sich herausstellt, dass er die ganze Zeit oben auf dem Bauernhof war.» Sie strich sich eine graue Haarsträhne hinters Ohr und rieb sich langsam über die Schläfe. «Man darf überhaupt nicht daran denken. Allein in der Kälte und Einsamkeit all die Jahre und nicht einmal ein Grabstein.»
PJ sah erschrocken, dass sich die Augen der alten Frau mit Tränen gefüllt hatten.
«Oh, Mrs. Meany, jetzt beunruhigen Sie sich doch nicht. Wir können noch überhaupt nicht wissen, wer es ist oder wie die Knochen dorthin gekommen sind. Kochen Sie sich erst mal in Ruhe einen Tee, und später weiß ich vielleicht schon mehr.» Er legte ihr die Hand auf die Schulter und schob sie behutsam Richtung Tür.
«Danke, Sergeant. Ich weiß auch nicht. Der Gedanke daran … an ihn. Ich weiß einfach nicht.» Sie zog die Tür hinter sich zu.
Sergeant PJ Collins wagte kaum zu atmen. Kein Anzugträger in Sicht, nicht mal die Uniformierten waren schon eingetroffen, und er hatte eine Spur. Er malte sich aus, wie er, einen Fuß auf dem Erdhaufen, dorthin deutete, wo das Bauernhaus früher gestanden hatte, und das übrige Team auf Trab brachte.
Er nahm eines der Schweinekoteletts in die Hand und biss ein großes Stück ab.

Roman - Ein irischer Dorfpolizist

Ein irischer Dorfpolizist, Graham Norton aus dem Englischen von Karolina Fell

19,95 €

  • Roman
  • 336 Seiten
  • Sprache: deutsch
  • Ein Muss für Irland-Fans

In dem Buch wird die Geschichte des Dorfpolizisten PJ Collins erzählt.

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Hauptgewinn: Irland-Rundreise
»Entdecke den Süden und Westen Irlands«

Irland Valentia Island

Diese Mietwagenrundreise kann von den Flughäfen Kerry, Cork, Shannon und Dublin begonnen und / oder beendet werden, tägliche Anreise ist möglich. Selbstverständlich beraten unsere Irland Experten Sie gerne.

• Bei Ihrer 8-tägigen Rundreise (incl. 7 Übernachtungen) entdecken Sie den Südwesten Irlands. Diese Irland Rundreise ist bewusst so organisiert, dass Sie viel vom Südwesten der grünen Insel sehen, aber nicht jeden Tag die Unterkunft wechseln müssen. Auf dieser Irland-Rundreise sehen Sie atemberaubende Landschaften, erleben mystische Geschichten und lernen eine interessante Kultur kennen.

• Die Kosten für den Mietwagen sind im Preis inbegriffen.

• Teilnahmeschluss ist der 31.10.2017

• Der Gewinn enthält nicht die Anreise.
Flüge nach Irland sind aber sehr günstig von vielen Flughäfen buchbar, dazu gibt es die Möglichkeit mit Zug und Fähre anzureisen.

DER HAUPT- GEWINN

Irland-Rundreise
Süden / Westen
Irland Rundreise Karte
Highlights dieser Mietwagenrundreise:
  • Cashel, Rock of Cashel
  • Ring of Kerry
  • Killarney
  • Cliffs of Moher
  • Galway / Salthill
  • Connemara
mehr über diese Reise ansehen
Graham Norton
Portrait © Sophia Spring / Hodder & Stoughton 2016
Illustration © Peter Bartels

Graham Norton ist Großbritanniens bekanntester Talkmaster.

Eine internationale Fangemeinde verehrt ihn für seinen freundlichen und bissigen Humor. Geboren wurde er in Clondalkin, einem Vorort von Dublin, aufgewachsen ist der Sohn einer protestantischen Familie aber im County Cork im Süden Irlands. Sein erster Roman „Ein irischer Dorfpolizist“ überraschte viele durch seine Wärme und erzählerische Qualität, er avancierte in Irland und Großbritannien zum Bestseller, wurde mit dem Irish Book Award 2016 ausgezeichnet und wird nun auch zu einer Fernsehserie. „Möglicherweise war es Verschwendung, dass der Mann die ganzen Jahre im Fernsehen war“, schrieb denn auch Bestsellerautor John Boyne in der „Irish Times“.


«Ein großartiger Roman mit der tröstlichen Botschaft, dass man Liebe finden kann, selbst wenn alle äußeren Umstände dagegen sprechen.»
– Evening Standard

«Charmant, klug geschrieben, eine reine Freude.»
– The Guardian

«Ein schwarzhumoriger Unterton begleitet das Geschehen – aber mit einem Ernst, der diese geschickt konstruierte Geschichte so bewegend wie umwerfend macht.
– Sunday Mirror

«Wunderschön und wahnsinnig traurig.»
– Daily Express

Typisch Irisch.

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Mehr als 14.200 Bewertungen

Das sagen unsere Kunden …

Laura D., Plankstadt, 25.09.2017:

Entdecke den Sueden/Westen (+/-8 Tage) Reise: sehr gut
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Die Reise war gut geplant, die Unterkünfte schön und in der Nähe gab es viele ...

Andreas G., Sindelfingen, 25.09.2017:

Planwagen/Zigeunerwagen Reise: gut
Preis-Leistung: gut

Sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, grundsätzlich empfehlenswert