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Reisebericht


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#1 Jupp57

Jupp57

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Geschrieben 25 September 2009 - 03:16

Unser Flieger hob um 6:00 Uhr in Weeze(bei D'dorf) ab. Als wir in Irland landeten, war es regnerisch.
Schnell hatten wir unseren Mietwagen, einen roten VW Polo. Einsteigen auf der „falschen“ Seite war noch o.k. Dann aber schalten ! Mit der linken Hand ! Nach dem vierten Gang in den fünften ranziehen, nicht wegdrücken ! Kreisverkehre waren kein Problem, ein wenig das Rechtsabbiegen, sonst klappte es gut. Die Beschilderung an den Straßen ist sehr gut und so kamen wir schnell voran.
Besonders, da fast überall 100km/h zugelassen sind und höchstens ab und zu auf der Straße das Wort „SLOW“ zu finden war. Was die Iren aber nicht aufhält.
Wir waren schon gegen 9:30 Uhr in Kilkee. Ich hatte im B&B BayView noch ein Full-Irish-Breakfast bestellt. Als Überraschung zum Geburtstag von Susanne. @deedee: für pichnick hats zu sehr geregnet.
Nach dem Breakfast wurde auch das Wetter besser. Eine kleine Wanderung an wundervollen Klippen (@ Green: Danke für diesen Tipp) sollte der Einstieg in einen Urlaub mit toller Landschaft werden. Am Nachmittag war das Wetter noch besser und wir fuhren zum Loop Head. Auch dort tolle Klippen. Der Boden oberhalb der Klippen besteht aus einer sehr dicken Torfschicht, so dass wir auf weichen federnden Boden wanderte.
Nächster Tag. Von Kilkee bei starkem Regen ging es (mit Shannon-Fähre) über Tralee nach Dingle.
Da es in Tralee immer noch kräftig regnete, kauften wir uns im Supermarkt erstmal einen Schirm.
Als wir in Dingle ankamen, legte sich der Regen. Der Blick von unserem B&B (Lighthouse) über die Bucht und den Hafen war klasse. Das B&B war wohl das beste, welches wir auf unserer Reise besuchen sollten. Ein Fußweg von ca. 10 Min. in die Stadt war akzeptabel.
Am Nachmittag war das Wetter so gut, dass wir uns für den Connors-Pass entschieden.
Den Reiz dieser Landschaft mit diesen Lichtverhältnissen, kann man in Fotos gar nicht festhalten. Einfach Spitze.
Für den Abend wurde uns Murphy’s Pub empfohlen. Es war eine gute Empfehlung und nach dem Essen gab’s auch noch lockere Irische Musik. Ein gelungener Abend. Der nächste Tag sollte der schönste unserer Reise werden.
Bei schönem Wetter fuhren wir zum Slea Head. Die Landschaft auf dem Sleahead-Drive war super. Man hätte ständig anhalten und fotografieren können. Der Höhepunkt war ein Sandstrand umgeben von Klippen und Sicht auf die Blasket Islands. Leider hatten wir keine Decke mitgenommen. Die herannahende Flut vollendete mit ihren Wellen diesen tollen Aufenthalt. Wieder in Dingle, machten wir wieder in dem kleinen alternativen Cafe unsere Nachmittagspause. Als es zum Abendessen ging, regnete es leider wieder heftig. Das Fischrestaurant hatte keinen Tisch mehr für uns, so blieb nur ein Pub in dem das Essen aber nicht sehr gut war. Den Abend ließen wir dann im Musik-Pub (Kleine Brücke) doch noch schön harmonisch ausklingen. Am nächsten Tag entschlossen wir uns spontan nicht, wie vorgesehen, nach Waterville zu fahren, sondern eine kleine Stadttour in Cork dazwischen zu schieben.
Die Landschaft in Kilkee und Dingle war so schön, dass wir befürchteten die kommende nicht mehr richtig genießen zu können. Die Fahrt nach Cork verlief ohne Probleme. Wir wollten erst in den Hafen nach Cobh. Bei einem Spaziergang durch Cobh stellte sich heraus, dass es doch nicht so schön war, wie gehofft. Die Fassaden war schön, aber das Innere der Häuser nicht so. Meist Ramsch- bzw. Fastfoodläden.
Wir fuhren also zurück nach Cork und landeten im Oakland B&B. Ein altes Haus mit sehr kleinem Zimmer und Bad, aber in der Nähe der City und für eine Nacht ging es. Ein Spaziergang durch Cork ließ erkennen, dass die Stadt nicht wirklich viel zu bieten hat. Wir entschlossen uns zu einer Stadtrundfahrt. Die Fahrt war ein Abenteuer, aber Sehenswertes konnten wir auch dabei nicht entdecken.
Die nächste Station sollte – nach Empfehlung von Maria Lieb(myguideireland) - Baltimore sein.
In Baltimore fand eine Hochzeit statt, so dass alle B&B’s belegt waren. Also zurück nach Skibbereen. Wir kamen zum B&B Marguertes. Auch dort war das Zimmer nicht groß, aber die Enge im Bad war schon krass. Die Türe öffnete nach innen. Sie ging ganz knapp am Waschtisch vorbei und schlug gegen das WC. Gegenüber dem WC befand sich die kleine Dusche. Koffer ins Zimmer und wieder auf Tour zum Mizen Head. Heidebewachsene Hügel und Fuchsienhecken begrenzten die engen Wege. Am Mizen Head waren wiederum sehr schöne Kippen zu bewundern. Ein Weg führte über eine Brücke zum Leuchtturm. Von dieser Brücke hatten wir einen Superblick zu den Klippen.
In den B&B’s gab es 4 Sender. Drei mit englischer Sprache, einer gälisch. Aber alle Informationen in den Nachrichten handelten von Irland.
Auf ging’s nach Kenmare. Dort gibt es so viele B&B’s, dass die Auswahl schwer fiel.
Wir kamen schließlich im Rockcrest House unter. Sehr großzügiges Zimmer und großes Badezimmer. Zum Frühstück gab es dann auch mal Käse und Schinken.
Die Fahrt war wieder Mal vom Regen begleitet, so dass wir die Aussicht auf der schönen Strecke am Tunerspass nicht so genießen konnten. Zwar entstanden im Regen einige Fotos, aber eben im Regen. Am Nachmittag wurde es etwas besser.
Wir spazierten durch Kenmare, welches uns sehr gut gefiel. In einem kleinen verspielten Cafe bekamen wir leckeren Kuchen. Da das Wetter besser geworden war entschlossen wir uns, die letzte Passage unserer Hinreise nochmals anzufahren.
Da der Pass aber doch recht hoch liegt, war dieser noch immer in Wolken gehüllt. Abends gingen wir auf Anraten zu Foleys. Ein Pub mit gutem Essen – können wir nur bestätigen. In einem anderen Pub fand ab 21:00 Uhr „Irische Musik und Irischer Tanz“ statt. Mal sehen, was das wohl ist. Um 21:00 Uhr war es noch sehr leer, doch schnell füllte sich der Raum. Die meisten Gäste waren wohl älter als wir (>55) – es war mir ohnehin aufgefallen, dass sehr viele ältere Menschen aktiv am Leben in Irland teilnehmen. Ein Alleinunterhalter spielte irische Lieder und sehr viele Besucher tanzten dazu. Zwar war die Musik nicht ganz unser Geschmack, aber wir fanden es super, dass so viele ältere Menschen hier ihren Spaß hatten. Das Wetter für den nächsten Tag sollte noch ganz gut sein, für Dienstag war Regen angesagt.
Die Empfehlung für heute: Ring of Kerry. OK.
Wir entschlossen uns aber nicht den ganzen Ring zu fahren, sondern an der Blackwaterbridge ins Inselinnere abzuzweigen und dort weiterzufahren. War eine gute Entscheidung. Die Landschaft war wieder prima. Anders als Dingle oder Mizen Head. Die Straßen waren eng und überall musste man mit Schafen auf der Straße rechnen. Über Ballaghishee Pass und Ballaghbeama Gap fuhren wir nach Cahersiveen und von dort wieder den Ring über Waterville nach Portmagnee. Dort machten wir einen kleinen Abstecher über den Skellig Ring. Ein Hinweisschild führte uns zu einem Parkplatz mit bester Aussicht auf die Skelligs und den höchsten Klippen von Kerry.
Als wir parkten kam sofort ein Mann auf uns zu. Wenn wir zu den Klippen wollten, mussten wir für die letzten 200 Meter je 3,- € Eintritt zahlen, dafür bekamen wir dann einen runden gelben Aufkleber mit „Admit One“ in roter Schrift auf die Jacke geklebt.
Der Blick war schön, aber warum hier Eintritt verlangt wird - keine Ahnung.
Das Wetter wurde schlechter und es regnete leider als wir an einen kleinen idylischen Sandstrand kamen. Insgesamt war es aber eine schöne Tour. Abends wieder ins Foleys. Diesen Abend gab es auch dort Musik. Die war aber nicht unser Geschmack, also gingen wir noch in einen anderen Pub, in dem die Musik mehr gefiel. Der nächste Tag sollte der verregnetste der Reise werden. Wir entschlossen uns trotzdem zu der Wanderung in dem Park, den die Lady des Hauses vorgeschlagen hatte. Gleninchaquin Park (kann sich doch keiner merken!) Ein einziges kleines Hinweisschild war das einzige was wir zu dem Park fanden. Ohne den Tipp wären bestimmt nicht dorthin gefahren. Die Zufahrtsstraße war sehr eng und holprig. Aber dann konnte man in der Ferne einen ganz tollen Wasserfall sehen. Das musste der Park sein. Irgendwo stieg vor uns ein Mann aus seinem Auto, hielt uns an und wollte 5,- € Eintritt für den Park. Er hatte leider keine Eintrittskarten mehr, aber die Frau in der Hütte wüsste Bescheid.
Na gut. Also Auto abstellen und in die Hütte. Die Frau fragte gar nicht mehr, sondern erklärte uns einen Weg für ca. 2 Stunden Wanderung. „It might be a little bit slippy and muddy and the water could be a little bit high, but I saw this morning people crossing the bridge“ Na gut, dann machen wir uns mal auf den Weg.
Wo ging es denn rein? Keine Ahnung, also lieber noch mal zurück und den Mann im Auto gefragt.
„Ja ist schon richtig, da vorne durch das Gatter.“ Stand zwar „private property“ dran…, egal.
Nach einigen Schritten auf der Wiese und im Gelände merkten wir, was „muddy“ und „slippy“ heißt. Außerdem regnete es wieder stärker. Es war abenteuerlich. Die Brücken wurden auch abenteuerlicher und als wir nach ca. 1 Std. kurz vor dem Wasserfall waren, erkannten wir, dass das Wasser „a little bit too high“ war für unsere Schuhe. Also den gleichen Weg wieder zurück. Im Regen. Es war klar, dass wir uns auf jeden Fall bei dem Mann im Auto beschweren. Eintritt verlangen und dann solche „Wege“ und keine Hinweisschilder, nix. Er hatte Verständnis und würde uns zum Ausgleich einen anderen Weg zum Wasserfall hochfahren(mit Allrad!). Von dort müssten wir noch ein kleines Stück laufen und wären oben an der Brücke über dem Wasserfall. Auch hier wieder „muddy and slippy“ aber ein toller Blick übers Tal. Na gut riskieren wir es. Nass und muddy waren wir ohnehin.
Aber leider leider auch hier mussten wir kurz vor dem Ziel aufgeben. Zu muddy für unsere Schuhe.
Der Rückweg führte uns dann noch über einen schönen „Riverway“ mit Stromschnellen etc. und so war es insgesamt ganz ok. Bei besserem Wetter mit geringerem Wasserstand ist dies bestimmt eine klasse Sache.
Schnell nach Hause, Schuhe aus und trocknen lassen. Nen Kaffee in dem verspielten Cafe und ein wenig ruhen tat auch gut. Abends wieder ins Foleys, leider wieder die gleiche Musik. Also klang der Abend in einem anderen kleinen Pub aus.
Das letzte Frühstück in Irland war dann auf jeden Fall noch mal „full-irisch-breakfast“. Und es schien auch wieder die Sonne. So hatten wir am „Ladies-View“ einen herrlichen Blick und auch die Torc-Wasserfälle sahen bei Sonnenschein sehr attraktiv aus. Es war auch noch genug Zeit für einen kleinen Besuch im Park von Muckross House. Merkwürdig, hier kostete es keinen Eintritt.
Auf der Fahrt nach Bunratty machten wir noch Halt in Adare, ließen Limerick aber links liegen.
In Bunratty werden Busladungen von Touristen zur Burg gekarrt. Das ist nix für uns. Auch wenn es in der Burg ein traditionell irisches Abendmahl und andere Attraktionen gab, entschlossen wir uns lieber für den Country Pub. Das Essen war gut, das Publikum - wohl eher Golfspieler - passte aber nicht zu uns. So tranken wir unser letztes Pint im Pub neben der Burg.
Morgens wieder sehr früh aufstehen, mit wenig Frühstück zum Flughafen, weil um 7:20 Uhr der Flieger nach Deutschland abhebt.
Irland ist ganz toll und wir kommen bestimmt wieder !!