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Blarney - Ich Hab's Doch Schon Immer Gewußt...


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3 replies to this topic

#1 Dirk

Dirk

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Geschrieben 17 März 2008 - 10:58

aus Spiegel online von heute:

Das Rätsel des Quassel-Steins
Von Angelika Franz

Wer den Blarney-Stein küsst, wird zum wortgewandten Redner – so die Sage. Doch welcher Brocken in der Wand des riesigen irischen Wehrturms ist der Zauberstein? Archäologen behaupten jetzt, dass Hunderttausende Touristen den falschen umschmust haben.

Der beliebte US-Privatsender "Travel Channel" hat eine Liste mit den 99 Dingen veröffentlicht, die man tun sollte, bevor man stirbt. Dazu gehört, einen Tango in Buenos Aires zu tanzen. Und natürlich einen Ferrari zu fahren, zumindest probehalber. An 64. Stelle der Liste steht: Man sollte nicht ableben, ohne vorher den Blarney Stone geküsst zu haben. Doch nach den neusten Forschungen von Mark Samuel und Kate Hamlyn könnte es schwierig werden, diesen Punkt auf der Liste abzuhaken. Denn der Stein der irischen Burg Blarney, den jedes Jahr rund 300.000 Besucher aus allen Kontinenten küssen, um damit womöglich die Gabe wortgewandter Rede zu erlangen, ist laut der Theorie der beiden Archäologen nicht der richtige.


Der echte kam der Legende nach im 14. Jahrhundert in den Besitz des schottischen Clanchefs Cormac MacCarthy - angeblich, weil er dem schottischen König Robert the Bruce 1314 in der Schlacht bei Bannockburn mit 5000 Mann zu Hilfe geeilt war. Nach seinem Sieg über die Engländer soll Robert seinem Verbündeten die Hälfte eines Felsbrockens geschenkt und die andere Hälfte behalten haben.

Denn der legendäre Stein von Scone war kein gewöhnlicher Stein. Er diente einst dem biblischen Jakob als Kopfkissen, in jener Nacht, als er mit dem Engel Gottes rang - so sagen die einen. Andere behaupten, es sei der Stein, hinter dem David sich versteckte, als König Saul ihm nach dem Leben trachtete. Vielleicht, so eine weitere Version, war es auch jener Fels, an den Moses seinen Stab schlug, um Wasser für das Volk Israel fließen zu lassen.

Harte Sitzgelegenheit für Herrscher

Wer auch immer in grauer Vorzeit ihn als Kopfkissen, Versteck oder Wasserspeier verwendete: Mit Sicherheit kam der Stein von Scone schon früh nach Schottland und zwar - daher sein Name - in die Abtei von Scone, nördlich der heutigen Stadt Perth. Zu besonderen Anlässen wurde er hervorgeholt: Er diente seit jeher den schottischen Königen als Sitzgelegenheit bei der Krönung. Bereits Kenneth MacAlpin, erster König der Schotten, musste 847 bei seiner Thronbesteigung auf dem harten Brocken Platz nehmen.

"Was genau der Blarney-Stein ist, wissen wir nicht", sagt Kate Hamlyn zu SPIEGEL ONLINE. "Aber wahrscheinlich haben wir es hier mit einem sehr alten keltischen Herrschaftsritual zu tun." Sie glaube nicht, dass der Blarney-Stein wirklich ein Teil des Steins von Scone ist. "Aber es gab wohl bei den Kelten generell eine Art heilige Steine, die den Clanchefs als Thron dienten", so die Archäologin. In der Tat können die zwei Steinhälften gar nicht zusammenpassen. Denn der Stein von Scone ist aus rotem Sandstein, der Stein von Blarney dagegen entweder aus Granit oder Kalkstein. Und Cormac MacCarthy war der alte Brauch sowieso unbekannt. Statt sich darauf zu setzen, baute er den Stein lieber in die Mauer seiner neuen Burg, Blarney Castle, in der Nähe der irischen Stadt Cork ein.

Dort wäre er beinahe in Vergessenheit geraten, hätte nicht einer seiner Nachfahren eines Tages eine vermeintliche Hexe vor dem Tod durch Ertrinken bewahrt. Zum Dank verriet die Frau ihm, was da in der Burgmauer steckte: Ein Stein, der, wenn man ihn mit den Lippen berührt, dem Küsser die Gabe eloquenter Rede verleiht. Und siehe da, der Zauber soll funktioniert haben - so gut, dass der Begriff "Blarney" heute in der englischen Sprache für Flunkerei oder Schmeichelei steht.

Welcher Stein ist der richtige?

Schuld daran soll angeblich Königin Elizabeth I. sein, die von 1558 bis 1603 über England und Irland herrschte. Als sie vom damaligen Blarney-Burgherrn Cormac Teige MacCarthy den Treueid einfordern wollte, umschmeichelte der die königlichen Gesandten mit blumigen Reden. Sie zogen wieder ab, voller Lob für den Burgherrn, aber ohne Treueid - und machten sich so zum Gespött des Hofes. Der nächsten Abordnung erging es nicht besser. Als sie zurückkam, soll die Königin außer sich vor Wut gerufen haben: "Blarney! Blarney! Ich will kein Blarney mehr hören!"

Cormac Teige MacCarthy hatte also offenbar noch den richtigen Stein geküsst. Doch irgendwann im späten 19. Jahrhundert verliert sich die Spur des Minerals. "Spätestens seit den 1880er Jahren gab es plötzlich mehrere Steine, die Besuchern als Blarney-Stein vorgeführt wurden", sagt Hamlyn. "Je nachdem, wer einen gerade durch die Burg führte", ergänzt ihr Mann Mark Samuel. Ein Stein soll ganz oben in der nordöstlichen Brustwehr gesteckt haben. Ein anderer lag so ungünstig, dass man ihn nur mit den Lippen erreichen konnte, wenn ein verlässlicher Helfer einen an den Fußknöcheln festhielt und zweieinhalb Meter tief über die Brüstung hängen ließ.

Ein dritter schließlich liegt bis heute unterhalb des Wehrgangs an der Außenmauer. Er ist dadurch ebenfalls unbequem zu erreichen, aber weitaus sicherer zu küssen. Zu diesem Stein wird geführt, wer heute die Nummer 64 auf der Liste der Dinge, die man vor seinem Tod noch erledigen sollte, abhaken will.

"Einfall eines betrunkenen Vollidioten"

Allerdings scheinen die ältesten Hinweise auf Stein Nummer eins zu deuten. Eine Zeichnung des Karikaturisten John Leech aus dem Jahr 1858 zeigt zwei junge Frauen, die einen Stein auf der oberen Brustwehr liebkosen. Wer dann auf die Idee kam, kopfüber in den Abgrund schauend die Burgmauer zu knutschen, ist unbekannt. "Das klingt nach dem Einfall eines betrunkenen Vollidioten", kommentiert Samuel den halsbrecherischen Brauch, der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch gepflegt wurde.

Der heutige Blarney-Stein erscheint 1871 zum ersten Mal auf einem Gemälde der Burg. Die zweifelhafte Herkunft des Mauerbrockens ist schon lange ein offenes Geheimnis. "Natürlich ist das der falsche Stein", plauderte eine heutige Lady des MacCarthy-Clans im Gespräch mit Samuel und Hamlyn aus. "Das hat mir meine Großmutter schon erzählt, als ich noch ein kleines Mädchen war."

Einer ist nicht begeistert über die Arbeit von Samuel und Hamlyn: der heutige Burgherr Sir Charles Colthurst. Sollte er selber tatsächlich nie den Stein geküsst haben? Oder tat er es mit dem falschen? In einer offiziellen Erklärung auf der Website der Burg heißt es jedenfalls nur knapp: "Die Authentizität dieses Steines in Frage zu stellen ist lediglich ein Haufen Blarney."



URL:
http://www.spiegel.d...,541256,00.html

#2 melanie

melanie

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Geschrieben 17 März 2008 - 11:48

hallo, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich gleube jetzt werden zig.Forummitglieder total traurig sein, weil sie den falschen stein geküsst habe.

#3 Green

Green

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Geschrieben 17 März 2008 - 11:55

Naja, die Meldung ist schon ein wenig älter.
Ich war in all den Jahren noch nie in Blarney und bin deshalb auch nicht traurig.

Finds aber witzig, dass es so einen ABerglauben gibt und die Menschen wirklich in Massen hinströmen um einen Stein abzuknutschen...

#4 cheeky

cheeky

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Geschrieben 24 März 2008 - 08:23

Finds aber witzig, dass es so einen Aberglauben gibt und die Menschen wirklich in Massen hinströmen um einen Stein abzuknutschen...


alleine das ist schon ein Grund fuer mich, niiieeee diesen Stein zu kuessen, pfui :D

LG Cheeky
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