Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung November/Dezember 2012

Wahrzeichen der Iren die irische Harfe

So beschreitet Irland den Weg in Richtung Wirtschaftsaufschwung
In einem gemeinsamen Kommuniqué, das am 21. Oktober diesen Jahres veröffentlicht wurde, haben Bundeskanzlerin Merkel und Taoiseach Enda Kenny die, während des im vergangenen Juni stattgefundenen EU-Gipfel, eingegangenen Verpflichtungen erneuert. Im Rahmen dieser Verpflichtungen hatte die EU-Gruppe zugesichert, die irischen Finanzsektor und seine derzeitige Situation genau zu analysieren, damit die Nachhaltigkeit des leistungsstarken Anpassungsprogamms auch weiter verbessert werden kann.

Sowohl vonseiten der Bundeskanzlerin, als auch vom Premierminister Kenny wurde noch einmal auf die „besonderen Umstände der irischen Banken- und Staatsschuldenkrise“ hin. Bei einem Treffen am 01. November 2012 in Berlin haben sich der Premierminister und die Bundeskanzlerin noch einmal über aktuelle Themen der EU und auch über die Vorbereitungen auf die EU-Ratspräsidentschaft Irlands für 2013 ausgetauscht.

Der 8. Quartalsbericht zum Irlandprogramm wurde am 25. Oktober 2012 von der Troika, EZB, IWF und EU-Kommission, fertiggestellt. Dabei ist man zu dem Schluss gekommen, dass auch weiterhin die Umsetzung konsequent durchgeführt werden wird, den Herausforderungen des äußeren Umfeldes zum Trotz. Darüber hinaus wird von der Troika davon ausgegangen, dass die für das Jahr 2012 gesetzten finanziellen Ziele erreicht werden.

Den Prognosen der Troika zufolge ist allerdings mit einer Verlangsamung des BIP-Wachstums für 2012 um 0,5 % zu rechnen. Michael Noonan, Finanzminister, kommentierte den Troika-Bericht dahin gehend, dass man sich an die Verpflichtungen halten würde, dennoch würden zahlreiche Herausforderungen bestehen bleiben. Dazu gehört auch die extreme Belastung der durch die Banken verursachten Schulden. Aber auch weiterhin würde man an der Verringerung dieser Altlast arbeiten.

Im Bereich der Exporte kann Irland im Gegensatz zu dem international leistungsschwachen Umfeld auch weiterhin ein Wachstum ausweisen. Im Jahresvergleich vom August 2011 zum August 2012 sind die Exporte um insgesamt 18 Prozent angestiegen. Vom Januar bis zum August 2012 konnte Irland ein Exportvolumen von 62 Milliarden Euro und einen Handelsüberschuss in Höhe von 29 Milliarden Euro verzeichnen. Diese Summe entspricht ungefähr 40 Prozent des irischen Bruttoinlandsproduktes.

Im gleichen Zeitraum betrug das Exportvolumen nach Deutschland rund 4,9 Milliarden Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 700 Millionen Euro angestiegen. Im Hinblick auf Deutschland konnte Irland ein Handelsüberschuss in Höhe von 2,7 Milliarden Euro verzeichnen.

Auch konnte im Oktober erneut ein Vertrauensanstieg in die Fertigungsbranche verzeichnet werden, so ist es dem PMI, dem Einkaufsmanagerindex, zu entnehmen. Damit sind in der Fertigungsindustrie die Auftragseingänge, die Produktionsmengen und auch die Beschäftigung acht Monate in Folge gestiegen!

Ebenso ist auch der Dienstleistungsindex vom Juli 2012 bis zum August 2012 um 0,9 Prozent gestiegen, im Vorjahresvergleich sogar um 6,3 Prozent. Das belegen die am 09. Oktober veröffentlichten Zahlen. So weist der PMI der Dienstleistungsbranche den rasantesten Anstieg in den vergangenen fünf Jahren aus. Angesicht der Zahlen zeigen sich die Unternehmen für die kommenden zwölf Monate zuversichtlich.

Im Vorjahresvergleich konnte das Einzelhandelsvolumen Irlands im September diesem Jahres einen Anstieg um 1,4 Prozent ausweisen.

Auch die Besucherzahlen aus Deutschland zeigen einen Anstieg. Vom Juli 2012 bis zum September 2012 waren 155.000 Deutsche zu Besuch in Irland, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 142.000. Darüber hinaus konnte aus Deutschland in diesem Jahr ein Besucherrekord verzeichnet werden.

Im Vergleich zum Vorjahr waren die Steuereinnahmen Ende Oktober 2012 um 6,2 Prozent angestiegen und haben damit die Zielvorgabe um 0,3 Prozent übertroffen! Ein äußerst positives Zeichen, dass Irland die für 2012 gesteckten finanziellen Ziele erreichen wird.

Die irische Zentralbank hebt in ihrem Quartalsheft, Quarterly Bulletin Ausgabe Q4 2012, das starke Engagement um die Einhaltung der Vorgaben im Rahmen des EU/IWF-Programm hervor. Auch wird festgehalten, dass „Zinsen auf irische Staatsanleihen aufgrund zugesagter und bereits ergriffener Initiativen auf der Eurozonenebene in den vergangenen Monaten beträchtlich gesunken sind. “

Jedoch wird in der Ausgabe auch darauf hingewiesen, dass auch zukünftig immer noch Risiken bestehen und dass für die Entwicklung des weiteren Umfeldes die Fortschritte die zu einer Lösung der Staats- und Bankenschuldenkrise innerhalb der Eurozone maßgeblich sind.

Der Stellvertretende Tánaiste Eamon Gilmore, Außen – Handelsminister, wies im Rahmen seiner Rede am 26. Oktober in Berlin darauf hin, dass die oberste Priorität innerhalb der EU-Ratspräsidentschaft dem Antreiben der Agenda für Wachstum und Beschäftigung gelten wird. Irland tritt die EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr zum siebten Mal seit seinem EU-Beitritt 1973 an.

Aus einem Letter von Ambassador Dan Mulhall verfasst.

 

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung September/Oktober 2012

Wahrzeichen der Iren die irische Harfe

The Celtic Comeback – die Rückkehr der Iren titelt das Time Magazine auf dessen Titelbild Enda Kenny, Irlands Taoiseach oder auch Premierminister abgebildet ist. Nach den am 20. September veröffentlichten Zahlen ist das irische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal unverändert geblieben, das Bruttosozialprodukt (BSP) dagegen ist um 4,3 Prozent angestiegen. In Irland gilt das BSP als verlässlicherer Maßstab für die Wirtschaftsleistung des Landes. Durch das Wachstum von 1,5 Milliarden Euro innerhalb des zweiten Quartals konnte den Inlandsausgaben entgegen gewirkt werden. Mit 14,8 Prozent blieb auch die saisonbereinigte Arbeitslosenquote unverändert. Somit dürfte die Schaffung von Arbeitsplätzen zu einem Schwerpunkt in der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft, die im kommenden Jahr von Januar bis Juni stattfindet, werden.

Das unabhängige irische Institut für Wirtschaft- und Sozialforschung, Economic and Social Research Institute, hat in der Herbstausgabe des vierteljährlich erscheinenden Wirtschaftskommentars, Quarterly Economic Commentary, darauf hingewiesen, dass der irische Wirtschaftsaufschwung durch die Unsicherheit angesichts der Weltwirtschaftslage gebremst worden sei. So seien die Maßnahmen, die die Europäische Zentralbank kürzlich vorstellte überzeugender, als die vorangegangenen Maßnahmen, so das Institut weiter. Während die offiziellen Wachstumsprognosen für das 2012 von der irischen Regierung mit 0,7 Prozent und für 2013 mit 2,2 Prozent eingeschätzt wurden, geht das Economic and Social Research Institute in seinem Bericht von einem Wachstum von 1,8 Prozent  für das Jahr 2012 aus und liegt damit deutlich über der offiziellen Einschätzung.

Vom April 2011 bis zum April 2012 beliefen sich die Nettoabwanderungen aus Irland auf 34.400, so berichtete das irische Zentralamt für Statistik, Central Statistics Office. Für den gleichen Zeitraum konnte ein relativ geringer Wachstumszuwachs der irischen Bevölkerung  auf 4, 585 Millionen verzeichnet werden. Das schnellste Wachstum in den vergangenen 19 Monaten konnte die irische Dienstleistungsbranche im September nachweisen, während in den anderen EU-Staaten ein Rückgang des Wachstums verzeichnet wurde.

Die Commerzbank berichtete in der  „Woche im Fokus“ vom 28. September, dass ein starker Anstieg in der Produktivität Irlands zu beobachten sei. Ebenso seien die Lohnstückkosten seit 2008 um insgesamt 12 Prozent gesunken, während die innerhalb der Eurozone ein Anstieg der Lohnstückkosten um rund 5 Prozent verzeichnet wurde. Damit hat sich die Wettbewerbsfähigkeit von Irland enorm verbessert.

Ebenso belegen die am 02. Oktober von der irischen Staatskasse veröffentlichten Zahlen für Ende September, dass die Staatsausgaben nur knapp 1 Prozent über den Zielvorgaben lagen und die die Steuereinnahmen die Erwartungen sogar um 1,5 Prozent übertroffen haben. Diese Entwicklung kommentierte Finanzminister Michael Noonan mit der Zuversicht, dass sich Irland auf einem gut befinde, um die Finanzvorgaben auch im zweiten Jahr in Folge einzuhalten. Darüber hinaus war es zuletzt im Jahr 2007 der Fall, dass die Staatseinnahmen Irlands drei Monate in Folge die Staatsausgaben übertrafen.

In einem Interview vom 30. September äußerte sich Premierminister Kenny  dahin gehend, dass die hervorragenden Exportleistungen Irlands der Auslöser dafür wären, dass Irland 2010 erstmalig seit zehn Jahren einen Überschuss in der Zahlungsbilanz ausweisen konnte und vermutlich auch zukünftig einen Überschuss ausweisen wird.

Bereits am 03. Oktober waren Premierminister Enda Kenny, Taoiseach, der stellvertretende Premierminister Eamon Gilmmore, Tánaiste sowie einige andere Minister im Rahmen der Vorbereitungen für die EU-Ratspräsidentschaft  nach Brüssel zu einem Treffen mit der EU-Kommission gereist. Vonseiten der Regierung wurde in Brüssel die Notwendigkeit der Stabilität innerhalb der Eurozone als eine Grundvoraussetzung für das Wachstum und die Beschäftigung in Europa betont.  Zu den festgelegten Schwerpunkten im Programm der irischen EU-Ratspräsidentschaft zählen der EU-Haushalt 2014 – 2020, die digitale Agenda, die Bankenunion, die Entwicklung des Binnenmarktes sowie die Reform der gemeinsamen Fischereipolitik, GFP, und auch der gemeinsamen Agrarpolitik, GAP.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die  Anzahl der Reisenden, die von Deutschland nach Irland kamen um 2,5 Prozent, auf insgesamt  151.300. Damit liegt Deutschland hinter dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika auf Platz drei der Länder mit den meisten Irlandreisenden.

Ambassador Dan Mulhall, Botschaft von Irland,

 

Irisches Schulungszentrum in Deutschland schult Fachleute aus der ganzen Welt!

Glen Dimplex Logo

In einer Rekordbauzeit von gerade mal neun Monaten entstand das neue Schulungs- und Kommunikationszentrum am Goldenen Feld. Mit einem Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro und rund 10.000 Mitarbeitern weltweit, hat der irische Mutterkonzern von Glen Dimplex Deutschland 2,2 Millionen Euro in das neue Schulungszentrum in Kulmbach investiert.

Derzeit beschäftigt die Glen Dimplex Deutschland GmbH insgesamt 900 an den Standorten Kulmbach, Nürnberg und Sonneberg, dabei vereint das Unternehmen drei Bereiche in sich: Ihren Sitz in Kulmbach haben die Firma Riedel, Kühlsysteme und Kältemaschinen und die Firma Dimplex, erneuerbare Energien und Hauswärmetechnik. In Sonneberg hat die Firma EIO Staubsauger mit Produktion und Verwaltung ihren Sitz und die Consumer Products mit Verwaltung und Marketing ist in Nürnberg angesiedelt.

Ab Oktober diesen Jahres werden rund 1.500 Fachkräfte aus der ganzen Welt jährlich für die rund 100 verschiedenen angebotenen Seminare erwartet. Im Glen-Dimplex-Forum sollen die Schulungen praxisnah durchgeführt werden, so werden aus Heizungsbauern, Händlern und Fachplaner im Rahmen der Seminare Wärmepumpen-Profis. Den Seminarteilnehmern werden im Ausstellungsraum Wärmepumpen und Lüftungsgeräte präsentiert, die sowohl der Warmwasserbereitung und Lüftung des Gebäudes, als auch der Klimatisierung dienen. Die Seminarleiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Heizungsbauern ein fundiertes Wissen über Wärmepumpentechnik mit Luft- und Erdwärme als Wärmequelle zu vermitteln.

Selbstverständlich werden in dem Neubau die hauseigenen Dimplex-Geräte für Warmwasser und ein angenehmes Raumklima zum Einsatz kommen. Für wohltemperierte Räumlichkeiten sorgt die installierte Luft/Wasser-Wärmepumpe. Für die beiden Sole/Wasser-Wärmepumpen wurden insgesamt acht Sonden-Bohrungen mit jeweils 50 Metern Tiefe durchgeführt. Bei einer der Sonden wurden im Abstand von fünf Metern jeweils ein Temperaturfühler angebracht, über ein Display im Ausstellungsraum ist es den Besuchern und Teilnehmern möglich sich die Veränderung der Erdwärme bei zunehmender Tief zu veranschaulichen. Ebenso gibt es im Außenbereich die Möglichkeit durch die Glasabdeckung in den angeschlossenen Sole-Kreisverteiler  hinein zu sehen.

Das Flachdach des Gebäudes ist mit 100 Photovoltaik-Modulen a 240 Watt ausgestattet. Die Module kommen von der Dimplex Renewables, einen Unternehmen der Glen Dimplex Group mit Sitz in Irland. Mit den installierten Modulen wird laut einer Vorausberechnung die beachtliche Menge von 23.000 kWh im Jahr erzeugt und die Versorgung des Gebäudes sowie der angeschlossenen Elektro-Tankstelle mit insgesamt vier Zapfplätzen gewährleistet.

Zur Eröffnung des Glen-Dimplex-Forums wurde die Irland-Flagge gehisst, zu Ehren der Firmenspitze aus Dublin. Martin Naughton, Firmengründer und Präsident von Glen Dimplex und Sean O’Driscoll, Konzernvorstand waren bei der Eröffnung höchstpersönlich anwesend. Als eine große Herausforderung bezeichnete O’Driscoll die Energiewende, der sich Glen Dimplex stellen würde. Aktuell werde in Kulmbach bereits daran geforscht welche Möglichkeiten sich zur Speicherung von Energie anbieten, und wie man diese Möglichkeiten umsetzen kann.

Für den irischen Botschafter Dan Mulhall ist Glen Dimplex für die deutsch-irischen Wirtschaftsbeziehungen ein Musterbeispiel, von dem beide Länder gleichermaßen profitieren. So haben Deutsche Unternehmen in Irland rund 10.000 Arbeitsplätze geschaffen und die irischen Unternehmen haben rund 15.000 Mitarbeiter, die in Deutschland beschäftigt sind.

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung Highlights August/September 2012

Wahrzeichen der Iren die irische HarfeIrland verzeichnet seit Anfang August weiterhin positive Wirtschaftsindikatoren – beispielsweise einen Anstieg der Produktivität in der Fertigungsindustrie oder Dienstleistungsbranche, steigende Exporte sowie ein positiveres Konsumklima.

Im jüngsten Quartalsbericht des IWF (05. September 2012) zu Irlands EU-IWF-Hilfsprogramm wird bestätigt, dass alle Leistungskriterien und Programmziele erfüllt wurden. Der IWF spricht jedoch von „starkem Gegenwind angesichts weltweit ungünstiger Wirtschaftsaussichten“. Für Irland bedeutet das, auch in nächster Zeit beträchtlichen Herausforderungen gegenüberzustehen. Der IWF ließ verlautbaren, dass die finanziellen Zielvorgaben für das Jahr 2012 für Irland weiterhin erreichbar sind. Die Steuereinnahmen lagen über den Erwartungen, was jedoch teilweise durch höhere Ausgaben im Bereich der Gesundheitsversorgung und Arbeitslosenunterstützung ausgeglichen wurde.

Es gilt eine äußerst positive Entwicklung zu erwähnen: Am 13. September hat Irlands staatliche Schuldenagentur NTMA (national Treasury Management Agency) 3-Monats-Schatzwechsel im Wert von 500 Millionen € zu einem Zinssatz von 0,7 % emittiert. Am 17. September lag der Zinssatz für irische Staatsanleihen mit 9-jähriger Laufzeit bei 5,27 % (verglichen mit 7,4 % vor dem EU-Gipfel im Juni). Der Trend zur Zinssenkung zeugt von einem verstärkten Anlegervertrauen.

Der Irland-Länderbericht des IWF enthält eine Zusammenfassung der derzeitigen Wirtschaftslage Irlands: „Nach einer außerordentlich schweren Bankenkrise, die den Steuerzahler 40 % des BIP gekostet hat, ist es dem irischen Staat dank beharrlicher Anstrengungen gelungen, wieder Stabilität herzustellen. Irlands hochgradig offene Volkswirtschaft nahm 2011 wieder einen leichten Aufwärtstrend auf – trotz einer weiterhin sinkenden Inlandsnachfrage. Banken wurden rekapitalisiert und ihr Volumen deutlich geschrumpft. Es wurde eine beträchtliche Haushaltskonsolidierung umgesetzt und gleichzeitig sozialer Zusammenhalt bewahrt. Diese Bemühungen wurden durch Hoffnungen auf stärkere europäische Unterstützung verstärkt und haben Marktvertrauen geschaffen – davon zeugt die jüngste Rückkehr Irlands auf den Markt für Staatsanleihen.“ Dem IWF-Bericht ist darüber hinaus zu entnehmen, dass für Irland vor dem Hintergrund der weltweit unsicheren Wirtschaftslage weiterhin Risiken bestehen und für den weiteren Erfolg externer Wirtschaftsaufschwung und europäische Unterstützung ausschlaggebend sind.

Der IWF verweist darauf, dass „sich die Staats- und Regierungschefs des Euroraums dazu verpflichtet haben, den Teufelskreis zwischen Banken und Staaten zu durchbrechen, indem dem ESM ermöglicht wurde, Banken direkt zu rekapitalisieren und die Lage des irischen Finanzsektors dahin gehend zu analysieren, die Nachhaltigkeit des gut funktionierenden Anpassungsprogramms weiterhin zu verbessern. Die Erfüllung dieser Zusagen ist ein grundlegender Schritt in Richtung einer konjunkturellen Erholung Irlands und dauerhafter Rückkehr zur Marktfinanzierung.“ www.imf.org

Irische Exporte nach Deutschland haben zwischen Januar und Juli 2012 im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 10 % verzeichnet. Dank eines Exportvolumens von 4,1 Milliarden € beläuft sich der irische Handelsüberschuss in Deutschland im bisherigen Jahresverlauf auf beträchtliche 2 Milliarden €.

Die irische Dienstleistungsbranche verzeichnet seit Juli 2011 einen Produktionsanstieg von 7,8 %  – ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich die irische Wirtschaft in die richtige Richtung bewegt. Der Gesamtwert der irischen Dienstleistungsexporte belief sich 2011 auf 81,4 Milliarden € 1 – 2010 betrug der Gesamtwert 74,3 Milliarden. Diese Zahlen sprechen für Irland als bedeutender Exporteur von Dienstleistungen.

Die Anzahl der Irlandreisen von Besuchern aus Übersee ist 2011 um 7,9 % auf 6,6 Millionen gestiegen. Die Anzahl der Überseereisen der irischen Bevölkerung ist im gleichen Zeitraum um 4,2 % gesunken. Die Ausgaben ausländischer Reisender in Irland beliefen sich 2011 auf 3,58 Milliarden €. www.cso.ie

Ambassador Dan Mulhall, Botschaft von Irland, 18. September 2012  

Schatzwechsel in Irland – Steigerung über das 2,8-fache

Am  05. Juli auktionierte Irland erstmals seit September 2010 wieder erfolgreich Schatzwechsel im Wert von 500 Millionen Euro, ausgelegt auf drei Monate und mit einem Zinssatz von 1.8%. Es gingen anlässlich der Versteigerung Angebote für das 2,8-fache der zur Verfügung stehenden Summe ein. Dies zeigt, dass es eine gesunde Nachfrage nach irischen Schatzwechseln gibt. Der Geschäftsführer der National Treasury Management Agency (NTMA), John Corrigan, kommentierte die Auktion folgendermaßen:

„Wir fühlen uns [in unserer Politik] ermutigt durch die hohe Nachfrage, den konkurrenzfähigen Zinssatz und das große internationale Interesse an der heutigen Auktion.“

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, bezeichnete die Auktion als

„einen großen Erfolg, der gebührend gefeiert werden sollte“.

Finanzminister Michael Noonan nannte die Versteigerung

„einen wichtigen Meilenstein auf Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung“.

Auch der im Juni tagende Europarat wurde kommentiert: Premierminister Enda Kennybetonte die große Bedeutung des Treffens für Europa und Irland. Der Rat hatte im Vorfeld entschieden, dass die Entkopplung von Bank- und Staatsschulden inzwischen unerlässlich geworden sei. Dies stellt eine nicht unbeträchtliche Kehrtwende in der Position des Rates dar.

Auch die besondere Schuldenlast Irlands, die auf die Bankenkrise zurück zu führen ist, wird inzwischen anerkannt. In der Gipfelerklärung der Mitglieder des Euro-Währungsgebietes vom 29. Juni heißt es dementsprechend in Bezug auf Irland:

„Die Euro-Gruppe wird die Lage des irischen Finanzsektors im Hinblick auf eine weitere Verbesserung der Nachhaltigkeit des gut funktionierenden Anpassungsprogramms prüfen.“

Die eben veröffentlichten Zahlen des Finanzministeriums zeigen, dass die Steuereinnahmen zwischen Januar und Juli 2012 die Zielvorgaben um 500 Mio. Euro oder 3,1% übertrafen – dies entspricht einer Verbesserung von ca. 8,3% zum Vergleichszeitraum in 2011.

Irlands Central Statistics Office meldete derweil einen Anstieg der Produktion im Industriesektor im Mai dieses Jahres. Die industrielle Gesamtleistung ist damit 1,6% höher als im April und sogar 3% höher als im Januar 2012. Dies läuft aktuellen Trends im Rest der Eurozone entgegen, wo die industrielle Produktion in diesem Jahr eher schrumpfte.

Die aktuelle Ausgabe des irischen Purchasing Managers‘ Index (PMI) bestätigt, dass die verarbeitende Industrie im Juni 2012 die schnellste Wachstumsrate in über einem Jahr aufwies. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wieder, dass in dieser Branche derzeit so viele  neue Mitarbeiter eingestellt werden, wie seit Ende der 1990er Jahren nicht mehr. Dies ist ein positives Zeichen für die Entwicklung der irischen Wirtschaft.

Irische Exportunternehmen erzielten mit Unterstützung der irischen Außenhandelsagentur, Enterprise Ireland, ein Rekordergebnis – sie exportierten im vergangenen Jahr Güter und Dienstleistungen im Wert von 15,2 Milliarden Euro. Dies ist eine Steigerung im Umfang von fast 2 Milliarden Euro im Vergleich zu 2010.

Der aktuelle HSBC Global Connections Report prognostiziert eine Ausdehnung des irischen Handels um 125% bis 2026 und liegt damit über der erwarteten globalen Wachstumsrate von 98%. In den nächsten fünf Jahren wird ein Handelswachstum von 4,5% erwartet, danach bis 2021 sogar ein Anstieg auf 7,2%. Der bericht weist auch darauf hin, dass Deutschland der drittwichtigste Handelspartner Irlands ist (Global Connections Report, HSBC).

Irland belegte mit einer Punktzahl von 58,7 den neunten Platz im Global Innovation Index, der von WIPO und INSEAD herausgegeben wird. Damit hat Irland zum ersten Mal eine Platzierung unter den Top 10 erreicht. Der Bericht lobt insbesondere den Erfolg Irlands bei der Priorisierung der Wirtschaftsbereiche, die besonders attraktiv für Investoren sind. Das Dokument zeigt auch, dass Irland im Bereich Exporte von Waren und Dienstleistungen sogar den ersten Platz belegt (Global Innovation Index, INSEAD/WIPO).

In den Monaten März bis Mai 2012 besuchten 10% mehr Deutsche die grüne Insel als noch im Vergleichszeitraum 2011.

Diese Woche findet das Euroscience Open Forum (ESOF), Europas größter Wissenschaftsevent, in Dublin statt. Irland ist eines der Länder mit einem überdurchschnittlichen Anteil von KMUs unter den Teilnehmern des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU.

Botschaft von Irland, 09. Juli 2012, Die Botschaft auf Twitter: www.twitter.com/irlembberlin

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung

Am Dienstag, dem 31. Mai, stimmten in der Volksabstimmung zum europäischen Fiskalpakt 60,3% der Wähler für und 39,7 % gegen die Ratifizierung des Abkommens. Nach der Abstimmung sagte Taoiseach (Premier Minister), Enda Kenny, dass „das irische Volk der Welt überzeugend demonstriert hat, dass es ernsthaft für die Überwindung der wirtschaftlichen Herausforderungen eintritt.“

Laut des aktuellen IWF Beurteilungsberichtes zur wirtschaftlichen Situation in Irland (15. Juni),

„war Irlands Umsetzung der nötigen Maßnahmen durchweg zufrieden stellend während der ersten Hälfte der Laufzeit des durch EU und IWF unterstützten Reformprogramms. Es gilt jedoch noch einige Herausforderungen zu meistern.“

Der Bericht bestätigt, dass alle Ziele bislang erreicht wurden und dass die fiskalischen und Strukturreformen vorankommen. Dennoch bleibt das Wirtschaftswachstum auf einem niedrigen Niveau und die Arbeitslosigkeit ist noch immer hoch.

Der Bericht schlussfolgert, dass

„die Risiken in Verbindung mit dem irischen Reformprogramm am Besten im Rahmen eines gesamteuropäischen Stabilisierungsplanes adressiert werden könnten.“

Der IWF stellt weiterhin fest, dass die Lösung der weiterhin bestehenden Probleme im Zusammenhang mit dem Schuldenberg aus der Bankenkrise Irlands Aussichten auf eine schnelle Rückkehr auf die internationalen Finanzmärkte wesentlich verbessern und auch der gesamten Eurozone zu Gute kommen würde. (www.imf.org).

Eine IWF-Verlautbarung vom 13. Juni schätzt die Situation folgendermaßen ein: „Ein verlangsamtes Wachstum bei den Handelspartnern wird wahrscheinlich die durch den Exportsektor vorangetriebene Erholung der irischen Wirtschaft dämpfen. Es wird eine Wachstumsrate des BIP von ca. 0,5 % für 2012 erwartet – demgegenüber stehen 0,7 % in 2011. Gleichzeitig zeigen die Fortschritte Irlands bei der Finanzmarktstabilisierung langsam Wirkung – insbesondere was die Stabilität der Einlagen bei den Banken anbelangt.“

Kürzlich veröffentlichte Zahlen zeigen, dass die Haushaltsziele in der ersten Jahreshälfte 2012 erreicht wurden – Steuereinnahmen überstiegen gar die Zielstellung um 2,8%. Insgesamt ist Irland auf einem guten Weg zur Erreichung aller Haushaltsziele im Jahre 2012.

In einem neuen internationalen Ranking belegte Irland den ersten Platz als attraktivster Ort für Neuinvestitionen in Westeuropa – noch vor Großbritannien, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Ranking umfasste eine Reihe von Faktoren, einschließlich Geschäftsumfeld, Geschäftsrisiken, Infrastruktur und Marktzugang. Dublin bekam das „Best to Invest“- Prädikat und setzte sich damit im Wettbewerb mit Städten wie Frankfurt, Paris und Edinburgh als attraktivste Stadt Westeuropas durch.

Im Ranking des IMD World Competitiveness Yearbook 2012 erreichte Irland die nachfolgenden Platzierungen:

  • 1. Platz für Verfügbarkeit von Fachkräften
  • 1. Platz für Arbeitsmarktflexibilität
  • 1. Platz für Investitionsanreize
  • 1. Platz für Offenheit gegenüber der Globalisierung
  • 2. Platz für geschäftsfreundliche Rechtsetzung – Investorenfreundlichkeit
  • 2. Platz für besonders effiziente Großbetriebe (nach internationalen Standards)
  • 2. Platz für anpassungsfähige
  • 4. Platz für Gewerbe- und Umsatzsteuersätze

Infos unter: http://www.idaireland.com/news-media/press-releases/ida-welcomes-2012-imd-wor/index.xml

Eine der größten derzeitigen Herausforderungen ist die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Reduzierung der unakzeptablen Arbeitslosenquote von 14,8%.

Die Botschaft von Irland Berlin auf Twitter: www.twitter.com/IrlEmbBerlin

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung – Highlights 03-23. Mai 2012

In der Frühjahrsausgabe 2012 des European Economic Forecast stellt die Europäische Kommission fest, dass die irische Wirtschaft 2011 nach drei Jahren zum ersten Mal wieder ein positives Wachstum aufweist. Gesamtwachstum des BIP von 0,5% wird für das laufende Jahr vorhergesagt. Laut des Berichtes wird es erwartet, dass sich diese Tendenz bei einer anhaltenden Stabilisierung der Binnennachfrage und des Außenhandelswachstums im darauf folgenden Jahr 2013 noch verstärkt, auf ein Gesamtwirtschaftswachstum von 1,9%.  Der irische Exportsektor zeigte 2011 bereits ein gesundes Wachstum von 4,1%, ebenso wie der Arbeitsmarkt (0,6% nach saisonaler Anpassung im letzten Quartal 2011), der zum ersten Mal seit 2007 eine positive Quartalsbilanz vorweisen konnte.

Auch der OECD Economic Outlook 2012 bemerkt “eine langsame Erholung“ in Irland.

„Die Wirtschaft befindet sich in einem allmählichen Erholungsprozess, trotz des schwachen Wachstums bei den wichtigsten Handelspartnern und der anhaltenden Haushaltskonsolidierung.“

Laut OECD Bericht sind insbesondere Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit im Exportbereich maßgeblich für diese positive Entwicklung. Die OECD prognostiziert für 2013 ein verstärktes Wachstum,  weist aber gleichzeitig auf Unwägbarkeiten im negativen (zum Beispiel eine schwache weltwirtschaftliche Entwicklung) wie im positiven Sinne (positive Auswirkungen der kürzlich erfolgten Strukturreformen) hin. Insgesamt erwartet die OECD ein Wachstum der irischen Wirtschaft von rund 0,6% (höher als der Durchschnitt in der Eurozone) für 2012 und 2,1% für 2013. Dies steht im Einklang mit anderen internationalen Prognosen und der Prognose des Irischen Finanzministeriums, die für das nächste Jahr einstimmig eine Steigerung des Wirtschaftswachstums bei einer Rate um die 2%-Marke voraussehen. Unsere Wirtschaft entwickelt sich also nachweislich in die richtige Richtung, muss aber auch weiterhin große Herausforderungen meistern.

Am 07. Mai äußerte dich Finanzminister Michael Noonan wie folgt:

„Wenn Irland in die Position gelangt, den Rettungsschirm verlassen zu können und seine Finanzierungsbedürfnisse wieder über den Markt decken kann, dann wäre dies ein großer Schritt für die gesamte Eurozone und für die Europäische Union.“

Während einer Rede anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichtes 2011 der Irischen Zentralbank, sagte Gouverneur Patrick Honohan, dass eine umfassende Erfüllung der (EU-EZB-IWF) Programmziele nicht nur der Schlüssel zur Wiedergewinnung des Vertrauens der internationalen Märkte in Irland, sondern auch ein Zeichen auf dem Weg zu einer ausgewogenen und gestärkten Wirtschaftsentwicklung sei. Bei allen bisherigen Überprüfungen wurde Irland bescheinigt, dass es sich sowohl mit Bezug auf die gesamtwirtschaftlichen Ziele als auch bei den strukturellen Benchmarks auf einem guten Weg befindet.

Dies wird auch von kürzlich veröffentlichten Eurostat-Daten vom Januar und Februar 2012 bestätigt. Demnach hatte Irland mit 6,8 Milliarden Euro den drittgrößten Außenhandelsüberschuss unter den EU-Mitgliedsstaaten, hinter Deutschland und den Niederlanden – beides Länder mit einer weit größeren Bevölkerung als Irland.

Am 16. Mai verkündete Premierminister Enda Kenny, dass sich die irische Regierung noch stärker auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Förderung von Auslandsinvestitionen konzentrieren wird. Diese Strategie zeigt bereits erste Ergebnisse:

„2011 war mit Bezug auf die Exporte einheimischer Unternehmen ein Rekordjahr. 10 000 neue Arbeitsplätze entstanden im letzten Quartal 2011 (saisonal angepasst). Die Ankündigung umfassender Neuinvestitionen von Großunternehmen wie Apple, Paypal, Cisco, Amgen, Mylan, HP, Eli-Lily und SAP bezeugen die ungebrochene Attraktivität Irlands“

als Unternehmensstandort.

Gute Nachrichten auch für Irland-Besucher. Am 09. Mai wurde angekündigt, dass der reduzierte Mehrwertsteuersatz von  9% im Tourismussektor beibehalten wird, zumindest bis Ende 2013. Dieser Maßnahme wird bereits heute eine Erhöhung der Besucherzahlen von 6% im Jahre 2011 zugeschrieben.

Die Irische Botschaft Berlin auf Twitter: www.twitter.com/IrlEmbBerlin

Dieser Blogpost ist uns von der irischen Botschaft aus Berlin zur Verfügung gestellt worden.

 

Wirtschaftskrise auch in Irland präsent

Bereits seit dem Jahr 2008 ist die Wirtschaftskrise in Irland präsent. Die irische Regierung und auch die Bevölkerung sind sich in einem einig, sie wollen dem griechischen Schicksal entgehen. Irland fährt seit dem einen harten Sparkurs, den besonders die Bevölkerung in allen Schichten vom Beamten, Pensionisten, Arbeiter, Rentner -Arm wie reich- deutlich zu spüren bekommen. Die irische Wirtschaft ist stark angeschlagen und die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie schon lange nicht mehr, trotzdem spricht die Regierung davon, dass sich Irland von der Wirtschaftskrise erholt und die bisherigen Bemühungen langsam Erfolg bringen. Das Land Irland steht weiterhin unter dem Rettungsschirm der EU, da die Vorgaben der Geldgeber bisher immer mustergültig erfüllt wurden. Allerdings bekommt Irland aufgrund der Herabstufung durch die Ratingagentur kein Geld mehr geliehen. Die Staatsverschuldung liegt aktuell bei 100 Prozent und wird bis 2013 auf 118 Prozent ansteigen. Die Regierung hat bestehende Steuern erhöht oder aber neue Steuern erhoben, gleichzeitig wurden Gehälter, Einkommen und Staatsausgaben wie Arbeitslosenunterstützung oder Kindergeld gekürzt. In fünf Jahren konnten insgesamt 30 Millionen Euro eingespart werden und die Handelsbilanz ist seit den letzten drei Jahren besser als je zuvor, die Kapitalflucht konnte erfolgreich gestoppt werden und die Regierung plant bis Ende 2012, spätestens aber zum Jahr 2013 wieder an den Kapitalmarkt zurückzukehren.

Zwei Faktoren, von denen Irland profitiert.

Trotz, dass die Wirtschaftskrise immer noch gegenwärtig ist und die Bevölkerung noch nicht viel von Verbesserung spürt, sprecht die Regierung einem Aufschwung. Irland schafft es, wie noch kein Land in der EU zuvor das härteste Sparprogramm zu fahren und hat ein äußerst flexible Wirtschaftsstruktur, was eine rasche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit mit sich bringt. Außerdem hat die Bevölkerung Irlands verstanden, dass die Sparmaßnahmen notwendig und unumgänglich sind. Investoren konnten dazu gebracht werden 2014 auslaufende Papiere bis 2015 zu verlängern. Das verbesserte Image dringt immer weiter in das Bewusstsein vor und stärkt das Vertrauen in das noch angeschlagene Land. Irland kämpft gegen die Krise und wird nicht aufgeben.  

Stada verkauft Produktionsstätte in Irland

Der Arzneimittelhersteller Stada verkauft seine Produktionsstätte in Clonmel in Irland aus Kostengründen, um die Kosten der Medikamentenproduktion zu senken. Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares übernimmt den Standort mit seinen 180 Mitarbeitern und wird in der Übergangszeit noch für Stada produzieren. Laut den Informationen der Unternehmen wurden die Verträge rückwirkend zum 1. Januar 2012 geschlossen.

Share Deal

Der Verkauf erfolgte als sogenannter Share Deal, einem Anteilskaufvertrag, durch den alle Anteile an der SPI und somit auch die Beschäftigungsverhältnisse der im irischen Werk angestellten Mitarbeiter und auch die übrigen Vertragsverhältnisse an die Mutares-Gruppe übergehen. Weiterhin werden auch die Produktionsstätte, das Grundstück und auch die Vermögenswerte in einem Zeitraum von vier Jahren an den neuen Eigentümer übergehen.

Bedeutung für Irland

Der Verkauf der Stada Produktionsstätte zieht einen wirtschaftlichen Schaden, nicht nur für Stada selbst, aber besonders für Irland nach sich. Die Mitarbeiter können zwar vorerst übernommen werden und die Produktion geht in der Übergangszeit für Stada als Kunden weiter, allerdings ist es noch nicht sicher, wie und ob die Produktion in Irland weitergeht. Dieses wirkt sich negativ auf den Export Irlands aus und somit auch auf die EU. Je nachdem wie der Weg eingeschlagen wird, kann es sein, dass die 180 Beschäftigten sich in naher oder ferner Zukunft eine neue Arbeit suchen müssen. Die Arbeitslosenquote ist in Irland sehr hoch und wird durch die angeschlagene Wirtschaft nicht besser. Obwohl Irland gegen das griechische Schicksal mit aller Kraft ankämpft, sich tapfer schlägt und die überaus strengen Auflagen der Investoren erfüllt, reißt das Abziehen einer Produktionsstätte ein großes Loch, was die wirtschaftliche Situation deutlich verschlechtert.

Die Kostensenkung geht weiter

Durch mehrere Übernahmen hat Stada in den vergangenen Jahren Produktionsstätten in den Ländern Serbien, Russland und Vietnam erwerben können. In diesen Ländern können die Medikamente deutlich günstiger produziert werden. Durch die Aufteilung der bisher irischen Produktion auf die Produktionsstätten in Serbien und Vietnam, erfolgt eine höhere Auslastung der Werke, die wieder eine Senkung der Stückkosten mit sich bringt.

Programm zur Kosteneinsparung seit 2010

Das Unternehmen Stada hat bereits Mitte 2010 das Umbauprogramm gestartet und wird bis zum Jahr 2013 den geplanten Abbau von 800 Stellen von 8000 bestehenden Stellen abschließen. Der Stellenabbau ist überwiegend im Ausland geplant. Durch diesen speziellen Umbauplan erhofft sich das Unternehmen eine Umsatzsteigerung auf 215 Millionen Euro, im Jahr 2010 waren es rund 68,4 Millionen Euro. Aktuell wurden keine Angaben zum genauen Einsparvolumen getroffen.

Größter Nordex Windpark entsteht in Irland

Irland rückt im Bereich der erneuerbaren Energien immer weiter in den Fokus. Der staatliche Energieversorger Bord Gais Energy hat das Unternehmen Nordex damit beauftragt ab August 2012 in der Grafschaft Tipperary das Projekt Garracummer zu starten, um somit den dritten Windpark mit einer Leistung von 42,5 Megawatt in Irland zu erbauen. Somit wäre Garracummer der größte Windpark im Bunde, denn die anderen beiden „Knockawarriga“ mit 22,5 Megawatt und „Kilgarvan Extension“ mit 32,5 Megawatt, sind deutlich kleiner. Das neue Projekt hat einen geplanten Jahresenergieertrag von 150 Gigawattstunden.

Gute Entwicklung in der Windenergie

Der irische Markt ist auf dem Vormarsch, was die Windenergie betrifft. Im Jahre 2002 errichtete der Anlagenhersteller die erste Turbine. Bereits im Jahr 2010 wurde die irische Landesgesellschaft mit Sitz in Swords in der Nähe von Dublin gegründet. Seit dem gibt es in Irland über 60 Nordex-Anlagen, die weit über 150 Megawatt erzeugen. Nordex ist somit ein sehr wichtiger Partner Irlands und die Chancen stehen gut, dass auch weitere Geschäftsbeziehungen nach der Fertigstellung vom Projekt „Garracummer“ gepflegt werden.

Irland als Exporteur des „grünen Stroms“

Irland hat es sich zum Ziel gesetzt, seinen Bedarf hauptsächlich aus Windenergie zu gewinnen. Dafür hat Irland bereits zwei große Windparks errichtet und schreitet mit dem dritten geplanten Projekt „Garracummer“ stark voran. Dieses ermöglicht Irland zusätzlich den maroden Staatshaushalt neben den straffen Sparprogrammen auf Vordermann zu bringen. Die atlantische Westküste bietet für die Erzeugung optimale Windbedingungen und legt somit eine gute Basis für das im Juni 2011 geschlossene Abkommen für den Windstrom zwischen Irland und Großbritannien und öffnet die Türen für die Versorgung des europäischen Festlandes mit „grünem Strom“.