Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung November/Dezember 2012

So beschreitet Irland den Weg in Richtung Wirtschaftsaufschwung
In einem gemeinsamen Kommuniqué, das am 21. Oktober diesen Jahres veröffentlicht wurde, haben Bundeskanzlerin Merkel und Taoiseach Enda Kenny die, während des im vergangenen Juni statt gefundenen EU-Gipfel, eingegangenen Verpflichtungen erneuert. Im Rahmen dieser Verpflichtungen hatte die EU-Gruppe zugesichert, die irischen Finanzsektor und seine derzeitige Situation genau zu analysieren, damit die Nachhaltigkeit des leistungsstarken Anpassungsprogamms auch weiter verbessert werden kann.

Sowohl vonseiten der Bundeskanzlerin, als auch vom Premierminister Kenny wurde noch einmal auf die „besonderen Umstände der irischen Banken- und Staatsschuldenkrise“ hin. Bei einem Treffen am 01. November 2012 in Berlin haben sich der Premierminister und die Bundeskanzlerin noch einmal über aktuelle Themen der EU und auch über die Vorbereitungen auf die EU-Ratspräsidentschaft Irlands für 2013 ausgetauscht.

Der 8. Quartalsbericht zum Irland-Programm wurde am 25. Oktober 2012 von der Troika, EZB, IWF und EU-Kommission, fertiggestellt. Dabei ist man zu dem Schluss gekommen, dass auch weiterhin die Umsetzung konsequent durchgeführt werden wird, den Herausforderungen des äußeren Umfeldes zum Trotz. Darüber hinaus wird von der Troika davon ausgegangen, dass die für das Jahr 2012 gesetzten finanziellen Ziele erreicht werden.

Den Prognosen der Troika zufolge ist allerdings mit einer Verlangsamung des BIP-Wachstums für 2012 um 0,5 % zu rechnen. Michael Noonan, Finanzminister, kommentierte den Troika-Bericht dahingehend, dass man sich an die Verpflichtungen halten würde, dennoch würden zahlreiche Herausforderungen bestehen bleiben. Dazu gehört auch die extreme Belastung der durch die Banken verursachten Schulden. Aber auch weiterhin würde man an der Verringerung dieser Altlast arbeiten.

Im Bereich der Exporte kann Irland im Gegensatz zu dem international leistungsschwachen Umfeld auch weiterhin ein Wachstum ausweisen. Im Jahresvergleich vom August 2011 zum August 2012 sind die Exporte um insgesamt 18 Prozent angestiegen. Vom Januar bis zum August 2012 konnte Irland ein Exportvolumen von 62 Milliarden Euro und einen Handelsüberschuss in Höhe von 29 Milliarden Euro verzeichnen. Diese Summe entspricht ungefähr 40 Prozent des irischen Bruttoinlandsproduktes.

Im gleichen Zeitraum betrug das Exportvolumen nach Deutschland rund 4,9 Milliarden Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 700 Millionen Euro angestiegen. Im Hinblick auf Deutschland konnte Irland ein Handelsüberschuss in Höhe von 2,7 Milliarden Euro verzeichnen.

Auch konnte im Oktober erneut ein Vertrauensanstieg in die Fertigungsbranche verzeichnet werden, so ist es dem PMI, dem Einkaufsmanagerindex, zu entnehmen. Damit sind in der Fertigungsindustrie die Auftragseingänge, die Produktionsmengen und auch die Beschäftigung den achten Monate in Folge gestiegen!

Ebenso ist auch der Dienstleistungsindex vom Juli 2012 bis zum August 2012 um 0,9 Prozent gestiegen, im Vorjahresvergleich sogar um 6,3 Prozent. Das belegen die am 09. Oktober veröffentlichten Zahlen. So weist der PMI der Dienstleistungsbranche den rasantesten Anstieg in den vergangenen fünf Jahren aus. Angesicht der Zahlen zeigen sich die Unternehmen für die kommenden zwölf Monate zuversichtlich.

Im Vorjahresvergleich konnte das Einzelhandelsvolumen Irlands im September diesen Jahres einen Anstieg um 1,4 Prozent ausweisen.

Auch die Besucherzahlen aus Deutschland zeigen einen Anstieg. Vom Juli 2012 bis zum September 2012 waren 155.000 Deutsche zu Besuch in Irland, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 142.000. Darüberhinaus konnte aus Deutschland in diesem Jahr ein Besucherrekord verzeichnet werden.

Im Vergleich zum Vorjahr waren die Steuereinnahmen Ende Oktober 2012 um 6,2 Prozent angestiegen und haben damit die Zielvorgabe um 0,3 Prozent übertroffen! Ein äußerst positives Zeichen, dass Irland die für 2012 gesteckten finanziellen Ziele erreichen wird.

Die irische Zentralbank hebt in ihrem Quartalsheft, Quarterly Bulletin Ausgabe Q4 2012, das starke Engagement um die Einhaltung der Vorgaben im Rahmen des EU/IWF-Programm hervor. Auch wird festgehalten, dass „Zinsen auf irische Staatsanleihen aufgrund zugesagter und bereits ergriffener Initiativen auf der Eurozonen-Ebene in den vergangenen Monaten beträchtlich gesunken sind. “

Jedoch wird in der Ausgabe auch darauf hingewiesen, dass auch zukünftig immer noch Risiken bestehen und dass für die Entwicklung des weiteren Umfeldes die Fortschritte die zu einer Lösung der Staats- und Bankenschuldenkrise innerhalb der Euro-Zone maßgeblich sind.

Der Stellvertretende Tánaiste Eamon Gilmore, Außen – Handelsminister, wies im Rahmen seiner Rede am 26. Oktober in Berlin darauf hin, dass die oberste Priorität innerhalb der EU-Ratspräsidentschaft dem Antreiben der Agenda für Wachstum und Beschäftigung gelten wird. Irland tritt die EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr zum siebten Mal seit seinem EU-Beitritt 1973 an.

Aus einem Letter von Ambassador Dan Mulhall verfasst.

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