Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung – Highlights Juli 2012

Irlands Weg zum Wirtschaftsaufschwung

Highlights, July 2012

Irland ist aus der 7. vierteljährlichen Überprüfungsrunde  durch das Hilfsprogramm von EU, EZB und IWF erfolgreich hervor gegangen. Finanzminister Michael Noonan begrüßte das Ergebnis und bestätigte, dass alle Maßnahmen zufrieden stellend umgesetzt und das Programm erfolgreich auf Linie gehalten werden konnten. Dies zeige, nach Aussage des Ministers, „das große Engagement, aber auch die Leistungsfähigkeit des irischen Staatswesens bei der Umsetzung eines anspruchsvollen Anpassungsprogramms.“ Offizielle Statistiken vom 12. Juli zeigen, dass die irische Wirtschaft ein solides Wachstum von 1,4% für 2011 verzeichnen konnte.

Die Troika kommentierte das Ergebnis der Untersuchung folgendermaßen: „Die kürzliche spürbare Absenkung der Zinsen auf Staatsanleihen (A.d.A.: derzeit 6,3% auf Staatsanleihen mit 9 Jahren Laufzeit) bezeugt das steigende Vertrauen in Irlands Leistungsfähigkeit bei der Umsetzung der Anpassungsmaßnahmen. Diese Entwicklung wurde auch durch die Rückkehr Irlands auf den internationalen Markt für Schatzwechsel, mit vertretbaren Kosten, gestützt.“

Am 9. Juli veröffentlichte die Eurogruppe ein gemeinsames Statement im Nachgang zum Euro-Gipfel vom 29. Juni, in dem es heißt: „Die Euro-Gruppe wird die Lage des irischen Finanzsektors im Hinblick auf eine weitere Verbesserung der Nachhaltigkeit des gut funktionierenden Anpassungsprogramms prüfen.“ Hierzu werden weitere Gespräche erwartet.

Der IWF veröffentlichte am 18. Juli seinen Jahresbericht zur Wirtschaftslage in Irland und lobte darin die langfristigen Anstrengungen der irischen Regierung „bei der Überwindung seiner außergewöhnlich schweren Bankenkrise, auch angesichts schwieriger äußerer Bedingungen, die eine schnelle wirtschaftliche Erholung hinaus zögern.“ (www.imf.org)

Die Regierung hat derweil Investitionen im Umfang von 2,25 Milliarden €  in arbeitsintensive Infrastrukturprojekte angekündigt. Das Konjunkturpaket enthält außerdem zusätzliche Investitionen im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen und in der Verbesserung des Straßennetzes.

Aktuelle Handelsstatistiken, die das Central Statistics Office am 13. Juli öffentlich machte, zeigen einen Anstieg bei den Exporten von 518 Millionen € (7%) im Monatsmittel im Mai. Exporte in wichtige Schlüsselmärkte wuchsen in den ersten 5 Monaten des Jahres 2012 im Vergleich zum Vorjahr – Großbritannien (18%), Deutschland (10%), Indien (17%) und Russland (6%). (www.djei.ie/press/2012/20120713.htm)

Am  12. Juli bestätigte IDA, die Agentur für Investitionen in Irland, einen weiterhin starken Zufluss ausländischer Direktinvestitionen in der ersten Jahreshälfte 2012. Über 5.000 neue Arbeitsplätze konnten dadurch in den Bereichen IT, angewandte Wissenschaften, digitale Medien und internationale Finanzdienstleistungen geschaffen werden. Die Attraktivität Irlands für Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen ist auch durch die steigende Wettbewerbsfähigkeit des Landes in den Bereichen Büromieten, Baukosten, Lohnnebenkosten und Dienstleistungen bedingt. Irland belegt weiterhin vordere Plätze, wenn es um die Verfügbarkeit von Fachkräften geht – im IMD World Competitiveness Yearbook 2012 ist Irland gar die Nummer 1 im Bereich Fachkräfte. (www.ida.ie)

Die irische National Treasury Management Agency (NTMA) kündigte am 19. Juli einen Fahrplan für die allmähliche Rückkehr von Irland auf den internationalen Anleihemarkt über die nächsten 18 Monate an. John Corrigan, Geschäftsführer der NTMA, teilte mit, dass noch 3 bis 4 Versteigerungen kurzfristiger Schatzwechsel bis zum Jahresende geplant seien. Sobald die Marktbedingungen dazu geschaffen seien, so Corrigan, würden wieder mittel- und langfristige Staatsanleihen heraus gegeben.

Bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit Irlands äußerte sich der National Competitiveness Council diesen Monat dahin gehend, dass die irische Leistungsfähigkeit solide geblieben sei, trotz widriger global-wirtschaftlicher Bedingungen. Dies sei aktuellen Verbesserungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu verdanken. Der Rat betonte aber, dass Stabilität nicht mit Aufschwung gleichzusetzen sei und dass weiterhin Wettbewerbsrisiken bestünden. (www.competitiveness.ie)

Irlands Wettbewerbsfähigkeit drückt sich auch in der derzeit positiven Leistungsbilanz des Landes aus. Irland exportiert wieder mehr als es importiert. Wir verdienen wieder mehr als wir ausgeben durch den Handel mit dem Rest der Welt.

Ambassador Dan Mulhall, Botschaft von Irland, July 2012

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